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Freitals Stadtkulturhaus-Chefin Angelika Schminder: Mehr Kultur für junges Publikum

Freitals Stadtkulturhaus-Chefin Angelika Schminder: Mehr Kultur für junges Publikum

Frage: Frau Schminder, Sie sind seit Januar Leiterin des Stadtkulturhauses in Freital. Jetzt beginnt die erste Saison, die Sie organisiert haben. Angelika Schminder: Unsere Anrechtsreihen führen wir weiter.

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Angelika Schminder hält Programmhefte der neuen Saison in der Hand. Mit einem breiten Angebot hofft sie auf einen vollen Saal und zufriedene Besucher.

Quelle: Silvio Kuhnert

Frage: Frau Schminder, Sie sind seit Januar Leiterin des Stadtkulturhauses in Freital. Jetzt beginnt die erste Saison, die Sie organisiert haben. Auf welches Bewährte greifen Sie zurück?

Angelika Schminder: Unsere Anrechtsreihen führen wir weiter. Die Reihe "Gute Laune" mit Unterhaltungsmusik gibt es bereits seit 43 Jahren. In der Reihe "Theater" können sich die Besucher auf Aufführungen der Landesbühnen Sachsen freuen. Und bei "Humor und Satire" haben wir nicht nur politisches Kabarett zu Gast, sondern auch Comedy. Wir konnten zum Beispiel Matthias Machwerk, der sonst eigentlich nur in Dresden auftritt, gewinnen. Im März kommt der zweifache Weltmeister der Manipulation "TOPAS", der eine Comedy-Zaubershow zeigt. Auch die Rubrik "Biografisches" haben wir erneut im Angebot. Peter Sodann oder Annekathrin Bürger haben ihr Kommen zugesagt. Im Oktober erzählt Frank Willmann über den "Zonenfußball". In die Spielzeit starten wir mit Egon Olsen. Janine Strahl-Oesterreich präsentiert charmant und würzig die Biografie von Olsen alias Ove Sprogøe.

Und was wird neu?

Neu ist, was wir mit den Kindern planen. Seit Januar war ich an allen Freitaler Schulen, um mit den Direk- toren zu sprechen. Ich wollte ihre Wünsche erfahren, um schulnäher zu produzieren. Daraus ist die Schul- theaterwoche entstanden, die im März 2013 das erste Mal stattfindet. Da gibt es einen Tag für die Grundschulen, Mittelschulen und Hauptschulen. Die Landesbühnen Sachsen gehen im Vorfeld mit unterschiedlichen Projekten an die Schulen, damit die Kinder und Jugendlichen vorbereitet die Stücke hier anschauen. Ab Oktober gibt es für die Kleinen Puppentheater jeweils an einem Sonntagvormittag im Monat.

Mit den Neuerungen sprechen Sie vor allem Kinder und Jugendliche an. Warum?

Sie sind das Publikum von morgen. Wenn ein Mensch nicht bereits im Kindesalter mit Theater oder Musical bzw. Kultur im umfassendsten Sinne in Berührung kommt, wird er als Erwachsener keine Bühne besuchen. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, jetzt die Kinder in das kulturelle Geschehen einzubinden, um es ihnen schmackhaft zu machen für ihr ganzes Leben. Live ist live! Das kann kein Fernseher oder PC bieten. Es ist einfach etwas anderes, wenn Sänger oder Schauspieler auf der Bühne agieren.

In Dresden hat nun der Kulturpalast zugemacht. Kann das Umland davon profitieren, dass es jetzt keine Spielbühne für ein breites Spektrum - von Klassik über Rock/Pop bis Schlager - in der Landeshauptstadt gibt?

Jein! Natürlich versuchen wir, Publikum des Kulturpalastes für unser Haus zu begeistern. Es ist ja nicht weit von Dresden nach Freital. Allerdings hatte der Kulturpalast eine größere Platzkapazität. Und gewisse Künstler, die wir auch gern bei uns als Gäste hätten, können wir entweder nicht bezahlen oder sie treten auf Bühnen, die nicht eine Kapazität von 2000 bis 2500 Sitz- oder Stehplätzen bieten können, nicht auf. Ob die Messe eine Alternative ist, wird sich zeigen. Zu einem Rockkonzert gehe ich auch noch in eine Messehalle. Aber gewisse Veranstaltungen wie zum Beispiel eine Zauber- oder Musikshow möchte ich nicht auf einer Betonplatte und einem Plastestuhl erleben, sondern in einem angenehmen Umfeld. Wir können ein schönes Ambiente bieten. Die Zeit wird zeigen, ob wir von der Schließung des Kulturpalastes profitieren werden.

Ab 2013 soll eine neue Gebührenregelung bei der GEMA in Kraft treten. Bundesweit gibt es heute gegen die GEMA-Tarifreform Protestaktionen, so auch in Dresden. Inwieweit betrifft die Regelung Ihr Haus?

Wenn die Reform so kommt wie geplant, müssen wir ein paar Tausend Euro im Jahr mehr zahlen. Ich rechne jetzt mit 8000 Euro. Tendenz steigend. Das sind Mittel, die nicht im Etat stehen.

Was ist die Folge? Können Sie weniger Künstler verpflichten oder schlägt sich die GEMA-Erhöhung auf die Eintrittspreise nieder?

Die Mehrausgaben auf die Ein- trittspreise umlegen, bringt nichts, da dadurch auch wieder die Abgabe an die GEMA steigt. Jeder Euro beim Kartenpreis wirkt sich unmittelbar auf die GEMA-Gebühren aus. Wir müss- ten dann eventuell in Zukunft auf die eine oder andere Veranstaltung verzichten. Und das ist keine gute Lösung und nicht im Sinne unserer Besucher. Der Vorschlag der GEMA ist völlig unausgereift und unzeitgemäß!

Was sind Ihre Pläne für die kommenden Jahre?

Bewährtes wird bleiben. Aber es soll auch jüngeres Publikum mit ins Haus kommen. Dafür nehme ich mir diese Saison Zeit, um Ideen reifen zu lassen und die Umsetzung langfristig vorzubereiten.

www.kulturhaus-freital.de

Freital. Der Spielplan steht. Am 20. September startet das Stadtkulturhaus Freital in die Spielzeit 2012/13. Es ist die erste unter Federführung von Angelika Schminder. Auf welches Bewährte die Leiterin zurückgreift und welche Neuerungen sie einführt, berichtet die Mittfünzigerin im Interview. Im Gespräch mit DNN-Mitarbeiter Silvio Kuhnert sagt Schminder auch ihre Meinung zu der geplanten Veränderung der GEMA-Gebühren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.09.2012

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