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Freistaat erkennt Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“ an

6,6 Millionen Euro Aufbauhilfe West Freistaat erkennt Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“ an

Startschuss für das Sanierungsgebiet Radebeul-West: Zwar haben die Stadträte bereits im Frühjahr die Satzung für das etwa 7,4 Hektar große Entwicklungsareal beschlossen, das sich rings um die Bahnhofsstraße erstreckt, ohne Geld von Bund und Land kann sich die jedoch nicht auswirken. Nun liegt der Förderbescheid vor.

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Insbesondere an der Einkaufsmeile Bahnhofstraße soll sich durch das Sanierungsgebiet vieles verbessern.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Startschuss für das Sanierungsgebiet Radebeul-West: Zwar haben die Stadträte bereits im Frühjahr die Satzung für das etwa 7,4 Hektar große Entwicklungsareal beschlossen, das sich rings um die Bahnhofsstraße erstreckt, ohne Geld von Bund und Land kann sich die jedoch nicht auswirken. Nun liegt der Förderbescheid vor. Ihm sei „ein Stein vom Herzen geplumpst“ sagt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) über die „wirklich erfreuliche Nachricht“. Die hatte er eigentlich erst im Spätherbst erwartet, was die Sache für die Stadt umso erfreulicher macht. Denn bis zum Jahresende 2023 müssen die Arbeiten im Gebiet abgeschlossen sein. Das bedeutet maximal sieben Jahre Zeit – ein erfahrungsgemäß sehr eng gestrickter Rahmen für ein solches Sanierungsgebiet.

„Wir werden das schaffen“, sagt Baubürgermeister Müller. Man habe die Maßnahmen so zusammengestellt, dass ihre Erledigung machbar sei. Insgesamt sind Fördermittel über 6,6 Millionen Euro zugesagt, die in jedes Jahr in Portionen überwiesen werden. Zwei Drittel will die Stadt für eigene Vorhaben ausgeben, ein Drittel ist für private Investoren gedacht. Im Gebiet gibt es bei 290 Einwohnern 40 bebaute Grundstücke, darauf stehen neun unsanierte und 13 teilsanierte Gebäude, deren Fassaden und Dächer nun alle mit einer bis zu 30-prozentigen Förderung auf Vordermann gebracht werden können. Zum Geld von Bund und Land will die Stadt noch rund 4,8 Millionen Euro Eigenmittel drauflegen, weshalb sich das gesamte Investitionsvolumen auf rund 11,4 Millionen Euro beläuft.

Konkret hat die Stadt aber in diesen Jahr nur rund 724 000 Euro verteilt auf fünf Jahre zugewiesen bekommen. Das genüge, um die Voruntersuchungen zu bezahlen, sagt der Baubürgermeister. Im nächsten Jahr stehe dann Geld für private Investoren bereit. Für sie hat es Sinn, mit der Beantragung so lange zu warten. Denn noch muss die Stadt einen Sanierungsträger finden, der die Vorhaben koordiniert. In Altkötzschenbroda hatte das die Sanierungsträgergesellschaft Dresden-Pieschen gemacht, in Radebeul-Ost die Steg, die auch die Voruntersuchung für das „Zentrum Radebeul-West“ – so der offizielle Name des Gebiets – erstellt hat. Außerdem muss die Stadt noch die Sanierungssatzung bekannt machen und die Eintragung des Sanierungsvermerks in die Grundbücher der betroffenen Grundstücke veranlassen. Auch will man den Gutachterausschuss des Landkreises mit der Erstellung der Bodenrichtwertkarte beauftragen, die die Höhe der Ausgleichsbeträge festlegt, die Eigentümer für die Wertsteigerung ihrer Grundstücke bezahlen müssen. Es werde wenigstens ein Jahr dauern, bis das Gutachten vorliege, meint Müller.

Außerdem muss noch eine Gestaltungsrichtlinie fbeschlossen werden, damit die Entscheidungen der Stadtverwaltung über Zu- und Ablehnung von Sanierungsvorhaben transparent sei, wie Müller sagt. Viel Wert legt er auf die Einrichtung eines Sanierungsbüros, das vielleicht im leeren Ladengeschäft Bahnhofstraße 8 untergebracht wird. Entsprechende Beschlüsse muss der Stadtrat im Herbst treffen. Auch will man einen Stadtteilmanager anstellen, der insbesondere Aktionen der Händler koordinieren soll. Mieter, Händler und Eigentümer sollen zudem in einem Sanierungsaktiv zu Wort kommen können. „Es war bis hierher ein Parforceritt, sagt Müller daher, nachdem man mit den Voruntersuchungen erst vor einem Jahr begonnen hatte. Im Eiltempo muss es nun weiter gehen.

Zum Baugeschehen ist damit noch gar nichts gesagt. Es werde etwas dauern, bis tatsächlich Veränderungen zu sehen sind, bremst der Baubürgermeister Erwartungen. In Radebeul-Ost hatte man 2004 die Bestätigung vom Land erhalten, Hauptbauzeit war dann 2011/12. So viel Zeit hat man in West allerdings nicht.

Dort hat die Stadt mehrere Schwerpunkte ausgemacht. Das Bahnhofsgelände etwa, wo neben der Sanierung des privaten Bahnhofsgebäudes auch die Gestaltung des Vorplatzes, die Schaffung von Parkplätzen und eventuell einer Grünfläche ansteht. In die Alte Post soll die Musikschule einziehen und nach Abriss des Fischladens ein öffentlicher Parkplatz entstehen. Die Kita Harmoniestraße erhält einen Neubau und eine neue Spielfläche. Noch nicht entschieden ist, ob die Stadtbibliothek West ins Kitagebäude mit einzieht. Anwohner lehnen diese Pläne der Stadt ab, hartnäckig hält sich die Forderung, die Bücherei im Bahnhofsgebäude unterzubringen, das zentraler liegt. „Genau für solche Diskussionen wollen wir Gremien wie das Sanierungsaktiv schaffen – das ist kein Lippenbekenntnis“, betont Müller. Geduld braucht man auch am Doppelschulstandort Kötzschenbroda, der erst nach 2020 angegangen werden kann, wenn klar ist, ob die Grundschule ausziehen wird oder nicht.

Von Uwe Hofmann

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