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Frédéric Robert-Kasper setzt in Königsbrück auf Wasserbausteine, Kaugummiasphalt und Decken für Sachsens Wege

Frédéric Robert-Kasper setzt in Königsbrück auf Wasserbausteine, Kaugummiasphalt und Decken für Sachsens Wege

Im vergangenen Sommer machte er von sich reden, weil er die Baustoffwerke am Wetterberg nahe Radeburg aus der Insolvenz führte. Nun hat er ein neues Unternehmen gegründet, das sich auch mit Steinen und Belägen beschäftigt.

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Quelle: Lars Müller

Frédéric Robert-Kasper will in Königsbrück Wasserbausteine abbauen, weiter Kaugummiasphalt vertreiben und Beläge für Wege in Sachsen liefern.

Ein ruppiger Wind pfeift durch dürres Gestrüpp am Rande eines verlassenen Steinbruchs bei Königsbrück. Wer das Betriebsgelände der Baustoff-Produktions & Handelsgesellschaft (BPH) betritt, fühlt sich dem Ende der Welt ganz nah. Vor einem halben Jahr hat Frédéric Robert-Kasper das Unternehmen mit aktuell fünf Mitarbeitern neu gegründet. Zuvor hatte der Bauingenieur die Baustoffwerke am Wetterberg bei Radeburg aus der Insolvenz geführt (DNN berichteten), war nach seiner Aussage dann aber von den Gesellschaftern als Geschäftsführer nicht mehr erwünscht.

"Ich bin in der Baubranche gut vernetzt", sagt der 43-jährige Franzose. Daher brauchte er für seinen Neustart nur wenige Wochen. Der Granodiorit-Steinbruch in der Höckendorfer Straße - zur legendären Lausitzer Granit-Platte gehörend - wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts betrieben und liegt seit Jahren brach. Das 20 Hektar große Areal gehört der Firma Fels- und Kiesbruch Ebersbach, die wiederum Mitgesellschafter der neuen BPH sei.

Robert-Kasper hat beim Oberbergamt Freiberg die Wiederinbetriebnahme des Steinbruchs beantragt. Dort lie gen vom letzten Betreiber noch ein paar gültige Genehmigungen, die Aussichten stehen also nicht schlecht. Robert-Kasper will so genannte Wasserbausteine auf den Markt werfen - die seien nach den Fluten der vergangenen Jahre stark nachgefragt, kämen bei Uferbefestigungen von Flüssen, Bächen und Talsperren und auch beim Küstenschutz zum Einsatz. Mit bis zu 300 000 Tonnen pro Jahr kalkuliert er, könne von Kieselgröße bis zu Fünf-Tonnen-Quadern fast alles liefern. Spätestens im Juni will der Baustoff-Fachmann mit dem Gesteinsabbau beginnen. Die Vorbereitungsarbeiten hätten in den vergangenen Monaten schon knapp eine Million Euro verschlungen. Im Sommer wird's nochmal teuer, dann kauft der BPH-Chef mobile Technik zur Bearbeitung der Steine. Bis zu 15 Arbeitsplätze will BPH in der strukturschwachen Westlausitz schaffen.

Doch der Steinbruch ist nur eines von drei Standbeinen seiner neuen Firma, sagt Robert-Kasper. Zusätzlich nämlich verpackt BPH in Königsbrück exklusiv den sogenannten Kaugummi-Asphalt und liefert ihn europaweit aus. Partner dafür bleibt die Meißner Firma strabau, die die Lizenz für den deutschen Markt und für Kontinentaleuropa bei der Firma Macismo aus dem britischen Worcester gekauft hat.

Der Kaugummiasphalt bietet etliche Vorteile für die Straßenunterhaltung: Der Baustoff sei zwei Jahre offen lagerfähig und selbst bei Frost zu verarbeiten. "Die Schlaglöcher müssen nur grob gereinigt werden", erklärt Robert-Kasper. Danach werde das Gemisch schichtweise eingebracht. Die Ränder der Löcher müssen dazu nicht extra sauber ausgeschnitten werden, da sich der Asphalt mit der alten Bitumendecke verbinde. Sofort nach den Arbeiten können die Straßen freigegeben werden, die Autos verteilen die kaugummiartige Masse fest im Schlagloch, ehe der Asphalt nach einigen Tagen völlig aushärtet. Nachteil: Das ewige Leben haben die Füllungen nicht. In jüngster Zeit stagniere denn auch auf dem deutschen Markt die Nachfrage.

Das dritte Standbein schließlich bilden die Beläge für Wege im Freistaat, für die Robert-Kasper die Lizenz übernommen hat. Solche wasserdurchlässigen Decken werden unter anderem für naturnahe Wege durch Parks genutzt, die den historischen Anlagen ein edles Ambiente verleihen und trotzdem vergleichsweise strapazierfähig und pflegeleicht sind. Unter anderem hat der gebürtige Franzose einen Auftrag für Schloss Sanssouci in Potsdam ergattert. Mit den Wegedecken werden auch Plätze und Schulhöfe gestaltet.

Die BPH stelle sich als Spezialist für Nischenprodukte auf, sagt der Firmengründer. "Ein Global Player bei Baustoffen wollen wir nie werden, das überlassen wir den anderen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.04.2014

Lars Müller

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