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Frauensteiner kämpfen um ihre Burg - Förderverein und Unterstützer wollen die Anlage weiter betreten können

Frauensteiner kämpfen um ihre Burg - Förderverein und Unterstützer wollen die Anlage weiter betreten können

Mächtig und weit sichtbar thront die Burgruine über Frauenstein. Die Einwohner machen sich Sorgen um das Wahrzeichen ihrer Stadt. "Mit Erschrecken mussten wir erfahren, dass nach dem ersten Versuch im Jahr 2009 nun durch den Freistaat erneut der Verkauf angestrebt wird", sagt Thoralf Hänel.

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3004 Unterschriften hat Thoralf Hänel vom Förderverein mit Tilo Uhlemann (l.), seiner Frau Eva und Peter Gräber gestern dem Finanzministerium übergeben.

Quelle: Silvio Kuhnert

Frauenstein. Er ist der zweite Vorsitzende des Fördervereins Burgruine Frauenstein. Die rund 50 Vereinsmitglieder kämpfen dafür, dass "das Burggelände öffentlich zugänglich bleibt und nicht in private Hand übergeben wird".

Mit dieser Forderung steht der Förderverein nicht allein da. In den vergangenen Wochen und Monaten sammelten die Mitglieder Unterschriften. 3004 Menschen trugen sich in die Listen ein, mit dem Wunsch, dass das Burgareal auch ab kommenden Mai wieder für Führungen, Feste, Konzerte, Theatervorstellungen und Hochzeiten genutzt werden kann. Gestern gaben vier Vertreter des Fördervereins den dicken Ordner mit den Unterschriftenlisten im Finanzministerium in Dresden ab. "Ich werde sie an die Hausspitze weiterleiten", versprach Pressereferent Alwin-Rainer Zipfl.

Eigentümer der Burgruine ist der Freistaat. Er lässt die Anlage durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) verwalten, das dem Finanzministerium unterstellt ist. Der Vertrag zur öffentlichen Nutzung der Burgruine ist gekündigt. "Der Pachtvertrag zwischen dem SIB und der Stadt Frauenstein endet mit Ablauf des 31. Dezember 2014. Wenn es keine Nachfolgeregelung gibt, ist der Zutritt zum Gelände der Burgruine ab 2015 aus Gründen der Verkehrssicherheit und Gefahrenabwehr grundsätzlich nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich", teilt SIB-Sprecherin Andrea Krieger mit.

Das gibt Anlass zur Sorge in der Erzgebirgsstadt und heizt die Spekulationen über die Zukunft der Burg an. Zum einen befand sich das vorgelagerte Schloss bis 2007 im Besitz der Deutschen Bahn und wurde verkauft. Seither ist es Privatbesitz und für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Andererseits gab es im Jahr 2009 vonseiten des Landes Bestrebungen, die Burg zu verkaufen. Eine Privatperson soll Interesse an der Anlage gezeigt haben. In der Stadt regte sich Widerstand, im August des Jahres wurde daraufhin der Förderverein gegründet mit dem Anliegen, dass die Burgruine in öffentlicher Hand bleibt.

Die Burg ist für die Frauensteiner ein Teil ihrer Identität. "Sie bildet den Grundstock unserer Stadt", sagt Eva Hänel, die Frau des zweiten Vorsitzenden des Fördervereins. Urkundlich das erste Mal erwähnt wurde die Höhenburg 1218. Sie ist im Zuge der Besiedlung des Erzgebirges entstanden. Mitte des 15. Jahrhunderts war die komplette Anlage fertiggestellt. Als 1588 das Schloss bezogen wurde, begann der Verfall.

Mit Leben hat die Ruine in den vergangenen Jahren der Förderverein gefüllt. Er veranstaltet von Mai bis November Führungen, organisiert Konzerte und Feste und lockt immer wieder Theatergruppen für Gastspiele ins Erzgebirge. "Durch unsere Hilfe kann die Stadt Trauungen auf der Burg anbieten", berichtet Thoralf Hänel. Dafür richtete und gestaltete der Verein einen Raum im Wohnturm "Dicker Merten" her. "Dort finden zwischen 25 und 30 Eheschließungen im Jahr statt", informiert Hänel. Seit das Angebot bestehe, habe sich die Anzahl der Trauungen in Frauenstein verdoppelt. Ob es im Mai 2015 mit Kultur, Bildung und Hochzeiten auf der Burg weitergehen kann, ist derzeit fraglich.

Die Sorge, dass künftig ein Privatzaun den Zugang zur Burganlage versperrt, kann die SIB den Frauensteinern erst einmal nehmen. "Es gibt derzeit keine Überlegungen zum Verkauf der Burgruine an einen privaten Interessenten", versichert SIB-Sprecherin Krieger. Dies wurde den Gesandten des Fördervereins am gestrigen Vormittag im Finanzministerium noch einmal bestätigt. "Es gibt keine Gespräche mit Privaten", so Pressereferent Zipfl.

Das Land möchte aber die Hoheit über die Burg abgeben. "Zwischen dem Freistaat Sachsen, vertreten durch den SIB, gibt es Gespräche über eine Übereignung in das Eigentum der Stadt Frauenstein, weil die Burgruine regionale Bedeutung hat und insbesondere für die Stadt Frauenstein identitätsstiftend ist", teilte Krieger mit. In der Übertragung des Eigentums sieht man in Dresden Chancen "für eine kulturelle und touristische Aufwertung der Burgruine". Zurzeit laufen die Gespräche noch. Man ist aber optimistisch, dass sie bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres zu einem Abschluss kommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.11.2014

Silvio Kuhnert

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