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Fraktionen schlagen Schulneubau am Moritz-Garte-Steg vor

Evangelische Oberschule Radebeul Fraktionen schlagen Schulneubau am Moritz-Garte-Steg vor

Der Evangelische Schulverein Radebeul bekommt für seinen Plan, eine Evangelische Oberschule in der Lößnitzstadt zu gründen, Rückendeckung von allen Stadtratsfraktionen. Sie wollen mit einem Schulneubau auch die Probleme von anderen Schule lösen: Der Grund- und der Oberschule Kötzschenbroda, die beide aus allen Nähten platzen.

Die unter Raummangel leidende Oberschule Kötzschenbroda könnte ein Gewinner der Verlagerung der Evangelischen Grundschule von Kötzschenbroda nach Radebeul-Mitte sein.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Der Evangelische Schulverein Radebeul bekommt für seinen Plan, eine Evangelische Oberschule in der Lößnitzstadt zu gründen, Rückendeckung von allen Stadtratsfraktionen. Einen entsprechenden Antrag hat CDU-Fraktions-Chef Ulrich Reusch stellvertretend auf der jüngsten Stadtratssitzung am Mittwoch eingereicht. Die Beschlussvorlage, die in den nächsten Wochen noch durch alle Stadtratsgremien wandern muss, ehe sie wieder in großer Runde diskutiert wird, hat es durchaus in sich. Hat sie Erfolg, könnten auf relativ eleganten Wege auch die Probleme von anderen Schule gelöst werden: Der Grund- und der Oberschule Kötzschenbroda, die am gemeinsamen Doppelschulstandort aus allen Nähten platzen.

Ausgangspunkt für dieses Dominospiel mit Schulgebäuden ist die Idee, ein gemeinsames Schulgebäude für die seit zehn Jahren bestehende Evangelische Grundschule und die noch zu gründende Oberschule am Moritz-Garte-Steg zu bauen. Dort geben die Landesbühnen voraussichtlich im April die Baracken auf, die durch das neue Werkstattgebäude an der Schuchstraße nicht mehr benötigt werden. In Anschluss muss der Freistaat als Träger des Theaters die maroden Gebäude abbrechen. Das bereinigte Baufeld geht dann im des städtischen Besitz über, im Tausch für die Grundstücke, auf denen die neuen Werkstattgebäude entstanden sind.

Zwar hat Radebeul ziemlich konkrete Pläne, was mit dem Areal am Moritz-Garte-Steg passieren soll. Geplant ist demnach ein kleiner Park, der Radebeul-Mitte als die „grüne Mitte“ etablieren helfen soll. So richtig zufrieden ist man mit der Planung aber nicht. So haben sich bereits Stimmen gemeldet, die sich dort die Ansiedlung von Gewerbe wünschen. Die Stadt selbst lässt intern neue Ideen diskutieren. Die Ansiedlung einer Schule erscheint, in der Nachbarschaft zum Lößnitzgymnasium, der Lößnitzsporthalle, der Schwimmhalle und dem Lößnitzstadion mit all ihren Möglichkeiten, durchaus sinnvoll, zumal Straßenbahn und S-Bahn ebenso in der Nähe halten. Das mit den Landesbühnen Sachsen ein in der Schularbeit sehr aktives Theater auf der anderen Seite der Meißner Straße liegt, spricht ebenfalls für den Standort.

Ein Evangelisches Schulhaus in Mitte würde bedeuten, dass das bisher von Evangelischen Grundschule genutzte Gebäude an der Wilhelm-Eichler-Straße in Kötzschenbroda frei wird. Dort könnte die Grundschule Kötzschenbroda einziehen, zumal dort der Hort Kötzschenbroda schon seine Räume hat. Die Kosten dürften sich in Grenzen halten, da das Gebäude der Stadt gehört und ja derzeit schon für den Grundschulunterricht genutzt wird. Allein am Doppelschulstandort würden sich der unter Raummangel leidenden Oberschule Kötzschenbroda ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Sie könnte das Grundschulgebäude in Beschlag nehmen. Ein schlüssiges Sanierungskonzept, das von Schülern, Lehrern und Eltern eingefordert wird und über dem die Stadtverwaltung nach Auskunft von Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) derzeit brütet, ließe sich viel einfacher auf die Beine stellen.

So verlockend diese Ideen sind, haben sie doch ihre Haken. Zum einen ist die Gründung der Evangelischen Oberschule noch nicht bewilligt. Zwar nimmt der Evangelische Schulverein ab März Bewerbungen entgegen und sucht derzeit nach einem Schulleiter, ob er aber wirklich wie geplant ab August in den derzeitigen Räumen an der Wilhelm-Eichler-Straße eine fünfte Klasse eröffnen kann, ist noch offen. Ebenso steht die Frage der Finanzierung im Raum. Der Verein sammelt Spenden für den Schulhausbau, die Stadträte schlagen ein städtisches Darlehen für „eine Übergangszeit“ vor. Das dürfte happig werden, sind doch neue Schulgebäude nicht billig zu haben. Es stehen Investitionen im Millionenbereich im Raum, was einer der wesentlichen strittigen Punkte in der anstehenden Stadtratsdiskussion sein dürfte. Das Grundstück selbst soll die Stadt nach Willen der Fraktionen in Erbpacht überlassen.

Mit der Fläche sind weitere Probleme verbunden. OB Wendsche besteht darauf, dass er die Grundstücke vertragsgemäß beräumt überlassen bekommt. Da an dem Standort einmal eine Tankstelle ihren Sitz hatte, könnte das nicht nur den Abriss von Baracken bedeuten, sondern womöglich auch die aufwendige Beseitigung von mit Schadstoffen belastetem Boden. Wendsche geht davon aus, dass die Stadt die Fläche frühestens zum Jahresende überlassen bekommt. Auch wenn man bis zum Sommer beschlossen haben will, wie es am Moritz-Garte-Steg weiter geht, wird es also noch lange dauern, bis etwaige Schulbaupläne in die Tat umgesetzt werden.

Das bedeutet wiederum, dass es am Schulstandort Kötzschenbroda schlechter wird, damit es besser werden kann. Lässt das neue Schulgebäude auf sich warten, wird es an der Wilhelm-Eichler-Straße eng. Nach den Willen der Stadträte soll Radebeul „eine Übergangslösung“ am derzeitigen Grundschulgebäude schaffen. Dabei kann es sich, das ist Natur der Sache, nicht um eine Ideallösung handeln. Da die Oberschule Kötzschenbroda erst ganz am Ende der Kette ins Spiel kommt, heißt es dort vor allem eins: Warten und bangen, dass alles klappt. Und selbst wenn alle Dominosteine fallen wie gewünscht, wird es noch Jahre dauern, ehe der Stein Oberschule Kötzschenbroda an der Reihe ist.

Spenden für die „Evangelische Oberschule“: Evangelischer Schulverein Radebeul e.V.; Sparkasse Meißen; IBAN: DE77850550003000040110; BIC: SOLADES1MEI

Von Uwe Hofmann

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