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Fotoausstellung "verortet" von Michael Lange in der Stadtgalerie Radebeul

Fotoausstellung "verortet" von Michael Lange in der Stadtgalerie Radebeul

Die Stadtgalerie in Radebeul ist der Ort einer faszinierenden Ausstellung mit großformatigen analogen Fotoarbeiten von Michael Lange. Der Fotograf ist verortet in diesem Medium, um Bilder die von einer sinnlichen Farbmaterie leben, mitzuteilen, Bilder von Dinginszenierungen, die den Duft von Vergänglichkeit und Neubeginn atmen.

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Titelblatt des "verortet"-Kalenders 2015 von Michael Lange.

Quelle: Michael Lange

In diese Geschichten fließender Grenzüberschreitungen hat er sich eingewurzelt. Man schaut, fühlt sich umschmeichelt, ja geborgen und erinnert sich an Orte, wo man etwas erahnte von der so viel beschworenen Leichtigkeit des Seins. Unversehens verwandelt man sich von einem flüchtigen, zu einem gebannten Betrachter und folgt aufmerksam der Spur, die Michael Lange ausgelegt hat und sie führt weg von kunsthistorischen Vergleichen. Sie führt uns zu uns selbst, zu etwas, das uns bekannt vorkommt und doch mit Worten kaum zu beschreiben ist.

Lange ist ein Augenmensch, der patinierte Gegenstände, Fundstücke neu verortet, zum Leben erweckt und mit einer Leichtigkeit, Strukturen und Harmonien schafft, die den Betrachter anregen, sich assoziierend an sie mit Hingabe zu verlieren. Mit sicherer Hand arrangiert er auf spurenreichem, geborstenem oder gefaltetem Zinkblech, oxidierten Kupferplatten, alten Tapetenreste und Buchrücken Pflanzen: Wasserhyazinthe, Stechapfel, Seerose, Sumpflieb, Silberblatt, Geweihfarn, Igelpolster, Orchideen und die Mondviole.

"verortet" ist auch das Thema des Fotokalenders für das Jahr 2015, der die Ausstellung begleitet und der Präsentation ihren Namen gab. Üppiger Anordnungen entsagt der Fotograf nunmehr. Es handelt sich um raffinierte, streng komponierte, farbig faszinierende, perfekt ausgeleuchtete sinnliche Ereignisräume, die die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit, Endlichkeit und Ewigkeit aufheben. Mit sicherer Hand entzieht Lange Weggeworfenes, scheinbar Unbrauchbares der Entsorgung, reiht es auf, ordnet es neu. Die eigentliche Funktionalität und Bestimmung sind aufgehoben. Die Gegenstände agieren, oder vielmehr agierten sie in Zwiesprache mit dem Fotografen, der sie mit unbestechlichem Blick dirigierte, Welt mit Lustgewinn neu zu interpretieren. Erdige Rosttöne harmonieren mit einem leuchtenden Rot, mit einem in sich changierenden Graublau, wobei Grün- und Ockertöne Akzente setzen. Die Vergänglichkeit scheint die Ewigkeit zu berühren. Wertigkeiten verschieben sich wie Perspektiven. Das niederträchtig Banale wird zu etwas raffiniert Kostbarem.

Man ist fasziniert, überrascht und schließlich überwältigt und kann sich der Energie, die von den Dingmetamorphosen ausgeht, kaum mehr entziehen. Der barocken Üppigkeit seiner Allegorien von Vergänglichkeit und Auferstehung hat Lange nunmehr entsagt. Er konzentriert sich auf die Korrespondenz von Farbkultur, linearer Struktur und Form, die durch Licht und Schatten modelliert wird.

bis 21.12., Stadtgalerie Radebeul, Altkötzschenbroda 21, geöffnet Di-Do, So 14-18 Uhr, Kalender "verortet" 2015, 40 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.12.2014

Karin Weber

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