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Fortsetzung Anneli-Prozess - Unterschiedliche SEK-Einsatzberichte

Eltern dürfen Fotos nicht im Gerichtssaal aufstellen Fortsetzung Anneli-Prozess - Unterschiedliche SEK-Einsatzberichte

Der Prozess gegen die mutmaßlichen Entführer der 17-jährigen Anneli-Marie ist mit der Vernehmung von Ermittlern fortgesetzt worden. Unter anderem ging es am Freitag vor dem Landgericht Dresden um die Stürmung der Dresdner Wohnung des 62-jährigen Angeklagten am Morgen des 17. August.

Archivbild

Quelle: dpa

Dresden. Der Prozess gegen die mutmaßlichen Entführer der 17-jährigen Anneli-Marie ist mit der Vernehmung von Ermittlern und einem Mitgefangenen fortgesetzt worden. Die Eltern des getöteten Mädchens erschienen am Freitag erneut als Nebenkläger vor dem Landgericht Dresden. Der Vater hatte an seinem Laptop zwei große Fotos seiner lächelnden Tochter befestigt und dazu ein Schwarz-Weiß-Bild aufgestellt - direkt gegenüber dem Hauptangeklagten, der Anneli getötet haben soll. Kurz nach Beginn der Verhandlung nahm der Bauunternehmer auf Bitten der Richterin die Fotos jedoch ab.

Unter anderem ging es am zweiten Prozesstag um die Stürmung der Dresdner Wohnung des 62-jährigen Angeklagten am Morgen des 17. August. Dabei gelangten zwei unterschiedliche Einsatzberichte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) in die Gerichtsakten, die sich in einem wesentlichen Punkt unterscheiden. Die Vorsitzende Richterin sprach von einem „Unding“. Einmal hieß es, der mutmaßliche Täter sei „wach und munter“ gewesen, im zweiten Schreiben steht, er habe einen „benommenen Eindruck“ gemacht. Beide Schreiben stammen vom 6. April.

Der Unterschied ist insofern relevant, weil der Verteidiger des 62-Jährigen beantragt hatte, die viele Stunden dauernde Vernehmung seines Mandanten nach dessen Festnahme sei nicht verwertbar. Dieser sei völlig übermüdet gewesen. Das Schwurgericht hat sich noch nicht zur Frage der Verwertbarkeit geäußert.

Der Chef des Landeskriminalamtes (LKA) kündigte unterdessen am Nachmittag an, dem Gericht ein Video der Festnahme des 62-Jährigen schicken zu wollen - möglicherweise soll dies bereits am nächsten Verhandlungstag (9. Juni) gezeigt werden.

Die beiden 40 und 62 Jahre alten Männer stehen seit Montag vor Gericht. Sie sind wegen erpresserischen Menschenraubs angeklagt, der Jüngere zudem wegen Mordes. Sie sollen die Tochter eines Unternehmers im August 2015 im sächsischen Klipphausen verschleppt und von ihrem Vater 1,2 Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. Der Jüngere soll die Gymnasiastin dann getötet haben.

Vor Gericht wurde am Freitag zudem ein 37-jähriger Gefangener vernommen, der sich mit dem 62-Jährigen zeitweise eine Zelle teilte. Er gab an, dass dieser ihm von der Anneli-Entführung erzählte und berichtete, dass er 400 000 Euro von dem Lösegeld abbekommen sollte. Zudem soll der 40-jährige Angeklagte wenige Tage vor der Entführung des Mädchens bereits eine Supermarktkette erpresst haben - mit der Drohung, Lebensmittel zu vergiften. Die Lösegeldforderung soll sich den Aussagen des Mitgefangenen zufolge ebenfalls auf 1,2 Millionen Euro belaufen haben.

dpa

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