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Flutgeld-Abzocke bringt Managern Bewährungsstrafen

Flutgeld-Abzocke bringt Managern Bewährungsstrafen

Der Geschäftsführer des Online-Druckhauses Unitedprint in Radebeul, Wolfgang Lerchl, ist am Mittwoch vom Dresdner Landgericht wegen Subventionsbetrugs verurteilt worden.

Zu der Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, kommt eine Geldstrafe von 700 Tagessätze à 500 Euro. Mit weiteren 250 000 Euro schlägt seine Bewährungsauflage zu Buche. Und Lerchls Firma Unitedprint muss als Nebenbeteiligte eine Geldbuße von 900 000 Euro berappen. Das ist eine Menge Geld. Da hat sich das gute Geschäft, das er vor Jahren glaubte, gemacht zu haben, am Ende nicht gelohnt.

Lerchls damalige Firma, das Meißner Druckhaus, war im Sommer 2002 vom Hochwasser betroffen. Zwischen 2002 und 2006 erschwindelte sich Lerchl 6,5 Millionen Euro an Investitionszulagen und Geldern aus der Wirtschaftsförderung des Freistaates (DNN berichteten). Darunter waren rund 2,5 Millionen Euro Fluthilfe, für die er falsche Angaben gemacht hatte. Unter anderem hatte er in den Anträgen gebrauchte Maschinen als neue deklariert und Verträge mit dem Hersteller frisiert. Für seine neu gegründete Onlinedruckerei kassierte der 48-Jährige später zudem zu Unrecht Investitionszulagen.

Der Mitangeklagte, ein früherer Manager eines Druckmaschinenherstellers, der bei dem Betrug geholfen hatte, wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er muss eine Bewährungsauflage zu Gunsten der Staatskasse in Höhe von 50 000 Euro zahlen. Die Strafgelder können die beiden Angeklagten in Raten abzahlen.

Eine Überraschung war das Urteil nicht. Im Vorfeld hatten sich die Verfahrensbeteiligten auf ein Strafmaß geeinigt, wenn umfassende Geständnisse abgelegt werden - was die Angeklagten dann auch taten.

Die Kammer unter Vorsitz von Michaela Kessler wertete die Einlassung positiv. Damit ersparten die Ange- klagten dem Gericht eine aufwändige Beweisaufnahme. Zu Gunsten der Beklagten wurde auch die lange Verfahrensdauer gewertet sowie vor allem der Umstand, dass Lerchl die ergaunerten 6,5 Millionen Euro bereits im Jahr 2009 mit Zinsen zurückgezahlt hatte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.05.2014

ml

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