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Fisch- und Waldfest lockt am Wochenende Tausende Besucher nach Moritzburg

Fisch- und Waldfest lockt am Wochenende Tausende Besucher nach Moritzburg

Am Wochenende ist der Schlossteich dran. Beim Fisch- und Waldfest am Schloss Moritzburg wird ab morgen abgefischt. 30 000 Besucher werden zu dem Volksfest erwartet.

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Das Fisch- und Waldfest beginnt morgen. Philipp Beyer aus Niederau packt dort mit an. Der 19-Jährige will Fischwirt werden, ist einer der wenigen Lehrlinge in der Region. Für viele sei die Arbeit zu hart, heißt es bei der Fischwirtschaft Moritzburg.

Moritzburg. Von Stephan Klingbeil

Moritzburg. Am Wochenende ist der Schlossteich dran. Beim Fisch- und Waldfest am Schloss Moritzburg wird ab morgen abgefischt. 30 000 Besucher werden zu dem Volksfest erwartet. Und mittendrin mischt Henry Lindner mit. Der Geschäftsführer der Teichwirtschaft Moritzburg GmbH in Bärnsdorf moderiert dort den Fischzug. Mit seinen Kollegen holt er zahlreiche Karpfen aus dem Teich. Die Saison ist aber noch nicht zu Ende. Anders als viele glauben, setzt das Abfischen am Schlossteich nicht den alljährlichen Schlusspunkt.

"Es stehen noch fünf Teiche bei uns auf dem Plan", sagt Lindner. Erst Ende November würden die Netze letztmalig eingeholt. "Für ein Schaufischen wäre dieser Zeitpunkt im Jahr zu kalt." Auch wäre der Platz für so viele Besucher wie beim Fisch- und Waldfest andernorts zu knapp. In diesem Jahr fischen die Fachmänner zum Saisonabschluss den Oberen Waldteich leer. Es wird der letzte von 21 Teichen sein.

Auch Philipp Beyer aus Niederau packt mit an. Der 19-Jährige will Fischwirt werden, ist einer der wenigen Lehrlinge in der Region. Für viele sei die Arbeit zu hart, sagen sie in der Teichwirtschaft. Bei Wind und Wetter draußen zu arbeiten, sei nicht jedermanns Sache. "Der Beruf ist körperlich anstrengend", bestätigt Beyer. "Vor allem im Winter."

Die Azubi-Zahlen sanken nach der Wende rapide. Waren es einst 94 Lehrlinge, die in der Sächsischen Fischereischule in Königswartha lernten, sind es derzeit knapp 15. Der Rückgang war zunächst dem wirtschaftlichen Umbruch geschuldet, sagt Ines Matko, Ausbildungsberaterin in der Fischereischule. Weniger Kräfte wurden gebraucht. Heute sei das anders.

Weshalb auch die Teichwirtschaft Moritzburg kommendes Jahr wieder ausbilden will. Zwei Kandidaten gibt es schon. Einer der beiden lebt im Süden Brandenburgs. Doch noch sei nichts fix. Derzeit stehe erst mal der Saisonabschluss im Fokus. Drei Viertel der Teiche rund um Moritzburg sind schon abgefischt. Die sieben Fischbecken in Bärnsdorf füllen sich immer mehr. 60 Tonnen Fisch sind dort untergebracht, über 100 Tonnen sollen es noch werden. Vor allem Karpfen tümmeln sich in den Becken. Sie machen fast 90 Prozent der Fische aus.

Das ist auch beim Großteil der anderen 370 Aquakulturbetriebe in Sachsen so. Laut einer Statistik, die infolge einer EU-Verordnung erstmals zusammen gestellt worden war, produzieren diese Unternehmen 2330 Tonnen Speisefisch. Dabei überwiegen die Karpfen mit 1760 Tonnen. Demnach würde jeder dritte deutsche Karpfen aus Sachsen kommen.

Lindner hätte die Zahl sogar noch höher geschätzt. Dieses Jahr rechnet er erneut mit einem guten Ergebnis. Mit den bisherigen Fängen sind wir hier relativ zufrieden", bilanziert der 33-Jährige. "Das gilt für die Karpfen, bei den Hechten sieht das ganz anders aus."

Hier stehen die acht Mitarbeiter der Teichwirtschaft vor einem Rätsel: "Vom Speisehecht haben wir weniger abgefischt, als erwartet", sagen sie. Etwa 300 Kilogramm hätten sie vor Monaten ausgesetzt, aber jetzt nur 50 Kilogramm abgefischt. "Dabei waren die Fische in einem Top-Zustand", sagt Lindner. Illegal fischende Angler schließt er aus. "Dafür sind es einfach zu viele Hechte, die fehlen, und wir sind jeden Tag vor Ort". Und was ist mit Kormoranen, die sich bislang immer wieder in den Teichen am Fischbestand bedienten? "Nein, das allein erklärt das nicht", so der Fischwirtschaftsmeister. Bakterien oder ähnliches seien ebenfalls auszuschließen. "Wir haben keine toten Tiere aus den Teichen geholt, es waren einfach nur zu wenig", erklärt Lindner.

Auf die Preise hätte das wohl keine Auswirkung. "Wir hatten erst 2011 eine kleine Erhöhung, deshalb werden die Preise für unsere eigenen Fische nun ähnlich sein", heißt es. Für Fische, wie Forellen oder Lachse, die in Bärnsdorf verkauft, aber andernorts aufgewachsen sind, müsse dies jedoch nicht gelten. Darauf hätten die Bärnsdorfer keinen Einfluss.

Das Fisch- und Waldfest findet morgen und am Sonntag in Moritzburg statt. Am Sonnabend startet das Fest um 9 Uhr am Schlossteich mit dem ersten Schaufischen, um 11, 13 und 15 Uhr folgen weitere.

Von 12 bis 17 Uhr veranstaltet Gourmetkoch Gerd Kastenmeier am Sonnabend im Zelt ein Showkochen, Sonntag zur gleichen Zeit Küchenchef Daniel Fischer von der Albrechtsburg.

Um 11 Uhr beginnt am Sonnabend das Waldfest auf dem Schlossparkplatz, ab 12.30 und 15.30 Uhr gibt es dort jeweils eine Greifvogelshow; Jagdhunde zeigen ihr Gespür; Touren für Pilzsammler.

Es gibt vier Parkplätze außerhalb von Moritzburg: am Kutschketeich, an Auer und Dresdner Straße und in Friedewald. Sechs Euro kosten Parktickets. Damit kann man auch die Shuttle-Busse zum Festareal nutzen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.10.2012

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