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Festung Königstein erinnert 2016 mit einer Sonderausstellung an die Klostergründung

Vor 500 Jahren Festung Königstein erinnert 2016 mit einer Sonderausstellung an die Klostergründung

In den kommenden Monaten jährt sich die Gründung eines Klosters auf dem Königstein zum 500. Mal. 1516 erklommen zwölf Mönche und ein Prior das Felsplateau in der Sächsischen Schweiz. Für den Austeig mussten sie durch eine heute verborgen liegende Pforte.

Die Klosterpforte ist das einzig erhaltene Relikt der Klosteranlage auf dem Königstein.
 

Quelle: Arno Burgi, dpa

Königstein. In einem kleinen Abstellraum im dicken Mauerwerk der Festung Königstein öffnet Historiker Markus Bitterlich eine Eisentür im Boden. Ein enger Schacht kommt zum Vorschein. Baulampen sorgen für etwas Licht. Ohne sie schaut man in einen schwarzen Abgrund. Nun heißt es Bauch einziehen und über eine Eisenleiter geht es rund 20 Meter in die Tiefe. Am Fuß der Festungsmauer angekommen führt der wissenschaftliche Mitarbeiter seine wagemutigen Begleiter zu einer Pforte. Heute führt das zum Teil eingemauerte Portal ins Nichts. Vor 500 Jahren gingen Mönche durch diese Tür im mittelalterlichen Mauerwerk und erklommen über den sogenannten „Herzogsweg“ den Königstein.

„Das Portal ist das einzige Relikt, was vom ehemaligen Kloster noch übrig ist“, berichtet Dr. Angelika Taube, Geschäftsführerin der Festung Königstein gGmbH. Im Sommer 1516 hat der damalige sächsische Herzog Georg der Bärtige den Grundstein für eine Klosteranlage mit dem Namen „Des Lobes der Wunder Mariae“ auf dem Felsplateau über der Elbe gelegt. Cölestiner-Mönche siedelten vom Oybin in die Sächsische Schweiz um. Anfangs betrug ihre Zahl zwölf und ein Prior. „Es war die letzte Klostergründung in Sachsen“, informiert Taube. Ein Jahr später schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg. Die Reformation begann.

Auf dem Königstein sympathisierten die Einsiedlermönche bald mit der Lehre Luthers. Nach und nach verließen sie den Sandsteinfelsen. 1524 wurde das Kloster aufgegeben. Als eine „Fußnote in der Festungsgeschichte“ bezeichnet Taube dieses Kapitel der über 800 Jahre alten Historie vom Leben auf dem Königstein. Das 500-jährige Jubiläum nimmt die Festung zum Anlass vom 23. April bis zum 1. November in einer Sonderausstellung diese heute weitgehend unbekannte Episode aus ihrer bewegten Vergangenheit zu beleuchten.

Bis auf einige Stufen des zum Kloster führenden „Herzogswegs“ ist das Portal das einzig erhaltene Relikt aus der Mönchszeit. Heute liegt die Pforte hinter dem später errichteten dicken Mauerwerk der Festungsanlage verborgen. Da der halsbrecherische und abenteuerliche Weg durch den engen Schacht keinem Besucher zumutbar ist, entsteht zurzeit eine detailgetreue Nachbildung. Diese wird in der Sonderschau aufgebaut, wo die Klostergeschichte anhand von Dokumenten und Exponaten erzählt wird. „So zeigen wir den ältesten uns bekannten Festungsplan“, teilt Taube mit. Er stammt aus dem Jahr 1709 und auf ihm sind die Klostergebäude eingezeichnet.

Das Kloster ist verschwunden. Die 60 heute zur Festung gehörenden Einzelgebäude sind es nicht. „Sie erfordern eine dauerhafte Pflege“, kurzum: „Die Festung ist eine Dauerbaustelle“, so Taube. Im vorigen Jahr konnte sie am 1. Mai nach der Sanierung des ersten Bauabschnitts der Westbebauung im Torhaus mit Kommandantenhaus und Streichwehr die Dauerausstellung zur Festungsgeschichte „In lapide regis – Auf dem Stein des Königs“ eröffnen. Am 2. Januar begrüßte die Festungschefin dort den 200000. Besucher. Insgesamt besuchten 489807 Menschen im vergangenen Jahr den Königstein.

Der Freistaat möchte die Sanierung der Westbebauung mit der Restaurierung der Georgenburg, dem ältesten Gebäudeteil, fortsetzen. Weitere zwei Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Bevor jedoch die Bauarbeiten beginnen können, benötigt die Festungsverwaltung ein Ausweichquartier. Dafür soll von Frühjahr bis Herbst dieses Jahres das Friedenslazarett hergerichtet werden. 1,3 Millionen Euro wird dies kosten. Hinzukommen wie 2015 wieder Ausgaben von bis zu 900000 Euro für den Bauunterhalt. Der Panoramalift ist repariert. „Wir hoffen, dass er in 2016 treue Dienste leistet“, sagt Ludwig Coulin, Niederlassungsleiter Dresden I des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Seine Behörde ist für den baulichen Zustand der Festungsanlage verantwortlich. Seit 1991 hat der Freistaat in den Erhalt und die Sanierung der Festung Königstein rund 61,1 Millionen Euro investiert.

Höhepunkte im Veranstaltungskalender 2016

Sonderausstellung: Mönche auf dem Königstein und wie „der böse Samen Doctor Luthers“ sie vertrieb – vom 23. April bis 01. November 2016 in der Magdalenenburg

6. Februar, 14 Uhr: Klaus-Jürgen Wrede liest aus seinem Thriller „Das Geheimnis des Genter Altars“; Veranstaltungsort: Hornkasematte

7. Februar, 11 bis 16:30: 9. Internationales Carcassonne-Fan-Treffen mit dem Spielerfinder Klaus-Jürgen Wrede; Veranstaltungsort: Kasemattenrestaurant

28. und 29. Mai , 11 bis 17 Uhr: Die Schweden erobern den Königstein – großes Heerlager historischer Uniformgruppen zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit mehr als 300 Mitwirkenden

18. Juni, 11 bis 17 Uhr: 15. Kinder- und Nachwuchsorchestertreffen des Sächsischen Blasmusikverbandes; 350 Nachwuchskünstler aus Sachsen präsentieren ihr Können auf verschiedenen Plätzen des Festungsplateaus

 10. Juli, 11 bis 17 Uhr: Es war einmal… – Ein Märchenfest zum Mitmachen, Sehen und Hören, nicht nur für Kinder!

6. und 7. August, 10 bis 18 Uhr: FESTUNG AKTIV! das Outdoor-Erlebnis zum Mitmachen auf dem Königstein

12. August , 18:30: 12. Sparkassen-Festungslauf von der Stadt zur und über die Festung Königstein

10. September, 11 bis 17 Uhr: Kanonendonner über dem Elbtal – Böllerschießen und Kanonenschau.; historische Kanoniergruppen erklären die Nachbildungen von bis zu 300 Jahre alten Geschützen und zeigen diese in Aktion.

Von Silvio Kuhnert

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