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Fast zwei Millionen Euro Außenstände: Pirnaer Sandsteinwerke stellen Insolvenzantrag

Fast zwei Millionen Euro Außenstände: Pirnaer Sandsteinwerke stellen Insolvenzantrag

Die Sächsische Sandsteine GmbH hat am Donnerstag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Dresden gestellt. Das Pirnaer Traditionsunternehmen mit fast 100 Mitarbeitern sei wegen offener Rechnungen in Höhe von fast zwei Millionen Euro in einen Liquiditätsengpass geraten, teilte es in einem Schreiben mit.

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Rechtsanwalt Helgi Heumann gehört seit Montag der Geschäftsführung der Sächsischen Sandsteinwerke in Pirna an. Am Donnerstag musste das Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen

Quelle: PR

„Den größten Teil der offenen Forderungen verzeichnen wir aus einem Auftrag zur Erstellung der historischen Fassade des Potsdamer Stadtschlosses, das zukünftig den Brandenburger Landtag beherbergen soll“, sagt Rechtsanwalt Helgi Heumann, der als Sanierungsexperte seit Montag in der Geschäftsführung der Sächsischen Sandsteinwerke mitarbeitet. „Wir haben bereits in der vergangenen Woche mit der BAM Deutschland AG, unserem direkten Auftraggeber für die Bauarbeiten am Potsdamer Stadtschloss, intensive Gespräche geführt. Leider sind die Verhandlungen über offene Zahlungen von über 1,9 Millionen Euro am Dienstagnachmittag gescheitert“, so Heumann weiter. „Auf Grund dessen verzeichnen wir einen großen Liquiditätsengpass, der zu einer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit führt. Wir sind deshalb rechtlich verpflichtet, einen entsprechenden Insolvenzantrag zu stellen.“

Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens bedeute jedoch nicht, dass das Unternehmen seine Arbeiten einstellen werde. „Einzig auf unserer Baustelle in Potsdam werden wir die Arbeiten vorübergehend ruhen lassen, bis die BAM die offenen Forderungen gezahlt hat. Entlassungen oder Kurzarbeit sind aktuell auch nicht geplant“, so Heumann weiter.

Neben dem Bauprojekt in Potsdam, das ein Auftragsvolumen von 16,7 Millionen Euro hat, sei das Auftragsbuch des Pirnaer Traditionsunternehmens mit weiteren Aufträgen im Wert von über 1,5 Millionen Euro gut gefüllt. Hierzu zählen unter anderen der Bau beziehungsweise die Rekonstruktion von Villen sowie Wohn- und Geschäftshäusern in Berlin, München, Dresden und Chemnitz. Das 1896 gegründete Unternehmen zählt mit seinen 92 Beschäftigten, davon vier Auszubildende, und einem Jahresumsatz von etwa zehn Millionen Euro zu den führenden deutschen Unternehmen im Bereich der Natursteinindustrie.

Heumann, der zunächst beratend dem Unternehmen zur Seite gestanden hat verfolgt das Ziel, das Unternehmen durch ein eigenverwaltetes Insolvenzverfahren zu retten. Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung kommt meist dann in Betracht, wenn das Unternehmen selbst am besten die Verfahrensabwicklung führen kann. Um einen ordnungsgemäßen Lauf des Verfahrens sicherzustellen, wird dem Unternehmen vom Insolvenzgericht ein Sachwalter zugeordnet. Dieser prüft die wirtschaftliche Lage und überwacht die Geschäftsführung.

„Als Sachwalter haben wir dem Gericht Rechtsanwalt Rainer M. Bähr vorgeschlagen. Er ist auf die Insolvenzverwaltung und Restrukturierung spezialisiert und hat als Sachwalter unter anderem die Solarwatt AG in ihrem Insolvenzverfahren betreut“, erläutert Heumann.

Uwe Hofmann

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