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Familien aus Flutgebiet in Pratzschwitz sollen umsiedeln - Finanzierung ist unsicher

Familien aus Flutgebiet in Pratzschwitz sollen umsiedeln - Finanzierung ist unsicher

Reichlich zwei Monate nach der Juniflut ist der Wiederaufbau im Oberen Elbtal voll im Gange. Allerdings nicht überall: Die Bewohner "An der Elbaue" im Pirnaer Ortsteil Pratzschwitz sind verzweifelt.

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Weil mehrere Häuser im Wohngebiet "An der Elbaue" im Überschwemmungsgebiet der Elbe stehen, sollen sie weichen.

Quelle: Silvio Kuhnert

"Wir hängen in der Luft, wir wissen nicht, wie es weitergeht", klagt Angelika Henke. 1,25 Meter stand das Wasser im Erdgeschoss ihres Hauses. Nur provisorisch richtet sie es mit ihrem Mann Andreas derzeit her, damit sie Ende August erst einmal wieder einziehen können. Doch es droht der Abriss.

Idyllisch liegt das Wohngebiet zwischen Fluss und Kiessee direkt an der Elbwiese. Bei Hochwasser aber ist die friedliche Stimmung vorbei. Dann steht das Wasser in den Gebäuden. Betroffen ist vor allem der südliche Teil des Wohngebiets mit dem Vier-Parteien-Reihenhaus und den anderen Familienhäusern entlang der Straße "An der Elbaue" in Richtung Fluss. Zehn Familien wohnen darin. Sie sollen aus dem Überschwemmungsgebiet wegziehen. "Die von der Stadt favorisierte Variante ist die Umsiedlung und der Wiederaufbau der Häuser an anderer Stelle sowie der Abriss der alten Häuser", teilt Stadtsprecherin Jekaterina Nikitin mit.

Eine Entscheidung zur Umsiedlung ist noch nicht gefallen. Fest steht derzeit nur, dass es keine Zwangsumsiedlung geben wird. Der Wiederaufbau an anderer Stelle soll auf freiwilliger Basis erfolgen. Strittig aber ist, wer wie viel dafür zahlt.

Vom Freistaat gibt es den Vorschlag, die Umsiedlung über den Fluthilfefonds zu finanzieren. Darüber könnten die Betroffenen auf einen Zuschuss von maximal 80 Prozent hoffen. Gefördert werden allerdings nur die von der Versicherung anerkannten Hochwasserschäden am Gebäude. Die betragen bei Familie Henke rund 125 000 Euro. Selbst wenn die Schadenssumme zu 100 Prozent aus dem Fluthilfefonds übernommen werden würde, "reicht sie nie für den Kauf eines neuen Grundstücks und den Bau eines neues Hauses", sagt Angelika Henke.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung prüft die Staatsregierung gegenwärtig, ob Umsiedlungswillige zusätzlich zu den Fördermitteln auch öffentlich-rechtliche und zinsgünstige Darlehen in Anspruch nehmen können, um die Gesamtfinanzierung eines Wiederaufbaus an anderer Stelle sicherstellen zu können. Diese Option lehnen die Betroffenen allerdings ab. "Wir erwarten eine vollständige Entschädigung", sagt Andreas Henke, Sprecher der von den Bewohnern der Elbaue ins Leben gerufenen Bürgerinitiative. Sie sehen die Staatsregierung in der Verantwortung, da sie 1992 die Baugenehmigung trotz Bedenken erwirkte. 2011 sollte die Entscheidung durch eine Veränderung des Bebauungsplans rückgängig gemacht werden. Auf eine Antwort vom Freistaat, was dies für ihre Grundstücke und ihre Häuser konkret bedeutet, warten die Anrainer nach unzähligen Schreiben noch heute.

Die Umsiedlung ist eine Option, eine andere der Verbleib vor Ort. Im Gespräch ist eine "Stelzen-Lösung". "Bei ihr wird der Wohnraum in hochwasserfreie Bereiche verlagert. Das Erdgeschoss dient dann nur noch als Nebennutzfläche, zum Beispiel als Garage", sagt Stadtsprecherin Nikitin.

Die Bürgerinitiative wünscht endlich eine Lösung und Entscheidung herbei. Allerdings ist "die Landesregierung nicht Willens, sich mit uns zu befassen", kritisiert BI-Sprecher Henke.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.08.2013

Silvio Kuhnert

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