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Familie Hradsky öffnet am Sonnabend ihr Wasserkraftwerk für Besucher

Familie Hradsky öffnet am Sonnabend ihr Wasserkraftwerk für Besucher

Sandsteinfarben leuchtet die Fassade der ehemaligen Papierfabrik im Liebethaler Grund Wanderern entgegen. In dem zum Teil noch ruinösen Areal am Tor zum Malerweg tut sich was.

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Benno und Irina Hradsky sanieren mit viel Herzblut die ehemalige Papierfabrik am Tor des Malerweges im Liebethaler Grund.

Quelle: Silvio Kuhnert

Die Eigentümer Benno und Irina Hradsky bringen nach und nach das Objekt auf Vordermann. Am kommenden Sonnabend gewähren sie einen Blick hinter die Kulissen. Anlässlich des "Tages der erneuerbaren Energien" öffnen sie ihr kleines Kraftwerk für Besucher. "Alle Abgeordneten des Landtages sind eingeladen, sich unser Wasserkraftwerk anzuschauen", sagt Irina Hradsky. Sie hofft auf ein faires Gespräch mit den Politikern. Denn diese machen das Leben der Wassermüller mit einem im vergangenen Sommer beschlossenen Gesetz schwer.

Weil Familie Hradsky aus der Wasserkraft der Wesenitz Energie gewinnt, sollen sie eine Wasserentnahmeabgabe an den Freistaat zahlen - und das auch rückwirkend für das Jahr 2013. Zwischen 15 und 25 Prozent der Einnahmen aus der Stromgewinnung sollen die Wasserkraftwerksbetreiber pro Jahr auf das Konto des Landes überweisen. "Und das vor Steuern, Banken und Betriebskosten - das ist eine Enteignung", echauffiert sich Irina Hradsky. Bis heute kennt sie die genaue Höhe der neuen Gebühr nicht. Seit März müssten sie sie eigentlich für das vorige Jahr zahlen. Doch der Gebührenbescheid soll erst im Herbst nach der Landtagswahl an die Stromproduzenten herausgehen. "Wir sind eine GmbH, wir können derzeit nichts planen", geißelt sie das unternehmerunfreundliche Handeln seitens der Landesregierung.

Als eine "Verspottung des Unternehmertums" prangert auch ihr Mann Benno diese Abgabe an. "Erst hat man mit dem Energieeinspeisegesetz gelockt, nun macht man die Wasserkraftwerke kaputt", meint er. Im Jahr 1996 haben Benno und Irina Hradsky ihre Lebensaufgabe gefunden. Sie kauften die ehemalige Papierfabrik von der Treuhand. Seither investieren sie viel Muskelkraft, um in Handarbeit die Gebäude des Industriedenkmals wieder instand zu setzen. Sie beseitigten massenweise Asbest, holten mehr als 260 Tonnen alter Tonbänder aus den Kellern heraus, aus denen zu DDR-Zeiten die Heidenauer Textilfabrik Seile und Netze knüpfte. Und sie machten die 1967 stillgelegte Wasserkraftanlage wieder flott. Mit ihr erzeugen sie im Schnitt 890 000 Kilowattstunden Strom im Jahr, der in das Netz der Stromversorgung Pirna eingespeist wird. Damit kann man rund 200 Vier-Personenhaushalte zwölf Monate versorgen.

Mit den Einnahmen aus dem Stromverkauf wollten sie zum einen den Gebäudekomplex weiter sanieren. Doch durch die Gebühr bleibt kaum noch ein Cent für Sanierungsarbeiten übrig. "Wir haben mit der Lochmühle bereits eine Ruine im Tal. Soll es eine weitere geben?", fragt Irina Hradsky. Zum anderen müssen sie jährliche Schwankungen bei der Wasserhöhe kompensieren. "Voriges Jahr war ein gutes Jahr", berichtet Benno Hradsky. Es war nass und die Wesenitz führte viel Wasser. Dieses werde wohl eher schlecht. "Es ist zu trocken", sagt der Mathematiker. Mit dem Geld, das sie über die Abgabe an den Staat geben, könnten sie Mindereinnahmen ausgleichen.

Irina Hradsky erinnert daran, dass Wasserkraft Sachsen einmal reich gemacht habe. Im Jahr 1929 gab es in Sachsen 3513 Anlagen. Das erste elektrische Licht brannte in Copitz mit Hilfe eines Elektrizitätswerkes im Liebethaler Grund. Zum Ende der DDR-Zeit war die Zahl der Wasserkraftanlagen auf rund 80 geschrumpft, heute gibt es wieder um die 320.

Tag der offenen Tür im Liebethaler Wasserkraftwerk, Liebethaler Grund 22, Pirna, Sonnabend von 10 bis 17 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.04.2014

Silvio Kuhnert

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