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Falsches Fach, falscher Ort, falsche Schulart: Radebeulerin erhält Lehrangebot in Chemnitz

Falsches Fach, falscher Ort, falsche Schulart: Radebeulerin erhält Lehrangebot in Chemnitz

Tina Gasch ist frischgebackene Gymnasiallehrerin für Italienisch und Französisch. Sie hat an der TU in Dresden studiert und schließt ihr zweijähriges Referendariat am Dresdner Vitzthum-Gymnasium in der kommenden Woche ab.

Der Zensurendurchschnitt von 1,8 kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Eigentlich wollte die junge Lehrerin gern am Vitzthum-Gymnasium bleiben. Doch daraus wird nichts. Die junge Absolventin hat nicht nur kein Angebot an der Schule bekommen. Sie hat gar keinen Job an einem Gymnasium erhalten. Stattdessen hat man der jungen Mutter eines dreijährigen Jungen angeboten, an einer Oberschule in Chemnitz zu unterrichten. Französisch und Englisch soll sie dort geben. Dabei hat sie weder Lehramt Oberschule noch das Fach Englisch studiert.

Abgesehen davon beträgt der Fahrtweg von Radebeul nach Chemnitz rund 75 Kilometer. Zwei Stunden dürfte sie jeden Tag unterwegs sein. Nach Chemnitz ziehen kann die Radebeulerin schlecht. "Mein Mann hat einen festen Job in Dresden", erklärt sie. Dennoch überlegt die junge Frau, das Angebot der Bildungsagentur anzunehmen. Das sei immer noch besser als gar keine Stelle antreten zu können, meint sie. Sie habe sich auch an Schulen in freier Trägerschaft beworben, berichtet die frischgebackene Lehrerin. "An einer Schule hätte man mich auch gern genommen, aber erst im nächsten Schuljahr."

Die Entscheidung der Bildungsagentur kann Tina Gasch nicht verstehen. "Im vergangenen Schuljahr ist am Vitzthum-Gymnasium enorm viel Italienischunterricht ausgefallen", berichtet sie. Zwei Lehrer seien langzeitkrank geschrieben. "Die Kollegen fragen sich, wie es weiter gehen soll mit dem Fach", sagt die junge Lehrerin. Dass Italienisch angeboten werden könne, sei schon eine Besonderheit an der Schule. Aus der Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, heißt es hingegen auf DNN-Nachfrage: "Der Unterricht in den Fächern Französisch und Italienisch für das Schuljahr 2014/15 ist am Vitzthum-Gymnasium nach jetzigem Planungsstand durch die Stammlehrkräfte umfänglich abgesichert."

So wie Tina Gasch geht es vielen jungen Lehrern. 327 Bewerber fürs Gymnasium gab es im Bereich der Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, aber nur neun junge Pädagogen erhalten im neuen Schuljahr eine unbefristete Einstellung (DNN berichteten). Fast alle Verträge seien inzwischen unterschrieben, teilt die Bildungsagentur weiter mit. "Das Verfahren steht im Wesentlichen vor dem Abschluss", so eine Sprecherin. 108 unbefristete und 90 befristete Stellen seien im Großraum Dresden in allen Schularten zu besetzen gewesen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.07.2014

Richter, Katrin

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