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Fahrplan für Umbau des Radebeuler Bismarckturm steht

Im Herbst wird die Treppe eingebaut Fahrplan für Umbau des Radebeuler Bismarckturm steht

Der Fahrplan für den Umbau des Radebeuler Bismarckturms zu einem Aussichtsturm steht. Im September will der Verein für Denkmalpflege und neues Bauen mit dem Einbau einer Treppe in die 1907 geweihte Denkmalsäule beginnen. Aktuell hat der Verein rund 173 000 Euro auf dem Spendenkonto.

Der Bismarckturm in Radebeul soll eine Treppe erhalten.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Der Fahrplan für den Umbau des Radebeuler Bismarckturms zu einem Aussichtsturm steht. Im September wolle man mit dem Einbau einer Treppe in die 1907 geweihte Denkmalsäule beginnen, sagte Grit Heinrich, stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Denkmalpflege und neues Bauen bei einer Festveranstaltung anlässlich des 201.Geburtstags des namengebenden früheren Reichskanzlers am Freitag. Der Denkmalverein treibt das Vorhaben durch konzeptionelle Vorarbeiten und vor allem das Sammeln von Spenden voran. Aktuell habe man rund 173 000 Euro auf dem Spendenkonto, sagte Heinrich. Das genüge für die Treppe, nicht aber die Aussichtsplattform mit Schiebedach. Wenn das in den letzten drei Monaten erfreulich hohe Spendenaufkommen anhalte, könne die Plattform in einem halben Jahr vielleicht doch mit eingebaut werden. „Das wird je nach Kontostand entschieden“, sagte Heinrich. Zum Vergleich: Anfang des Jahres hatte der Verein noch 130 000 Euro zusammen, vor einem Jahr waren es 100 000 Euro.

Damit ist die Finanzierung nicht mehr die größte Hürde für das Projekt. Nach einer Kostenschätzung, die der Denkmalverein inzwischen für überzogen hält, wird die stolze Summe von 250 000 Euro für das Gesamtprojekt benötigt. Das meiste der Bausumme hat man nun zusammen, außerdem hat man Planungen zum Bau und ein Betriebs- und Folgekostenkonzept im Rathaus abgegeben, wie Heinrich sagte. „Wir haben unsere Aufgaben erledigt“, fügte sie an – jetzt ist die Stadt an der Reihe, die als Eigentümer des Bismarckturms auch als Bauherr fungieren wird. Die städtischen Gremien werden in diesem April mit einer Diskussion beginnen, an deren Ende der Stadtrat vier Beschlüsse fassen soll, wie Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) sagt. „Der erste davon ist der einfachste“, fügt er an und meint damit die Annahme der Bausumme, die der Denkmalverein seinerseits als Spende der Stadt überlässt.

Weiterhin geht es um die Annahme des Betriebskonzepts, in dem zum Beispiel geregelt wird, wer den Bismarckturm wann für Besucher öffnet und wieder schließt. Dazu kommt ein Plan, wie das direkte Umfeld des Bismarckturms zu gestalten ist. Bislang sei das Areal, auf dem sich mit Spitzhaus, Bismarckturm und der Spitzhaustreppe weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt befinden „keine Ruhmesstrecke“, wie OB Wendsche findet. „Es ist eher so ein Schotterplatz“, weshalb man im vergangenen Jahr eine Landschaftsarchitektin mit Planungen beauftragt hat. Ihr Entwurf zur Platzgestaltung wird Ende April in einer Veranstaltung des Denkmalvereins im Kultur-Bahnhof Radebeul-Ost vorgestellt.

Die schwierigste Nuss, die zu knacken ist, ist das Verkehrskonzept. „Wir haben schon jetzt gewisse Nachbarschafts- und Verkehrsprobleme vor Ort“, findet OB Wendsche milde Worte für einen deftigen Missstand. Anwohner berichten von Parkchaos, zugestellten Zufahrtswegen für Rettungswagen, treffen auf ihren Grundstücken auf die Hinterlassenschaften von Besuchern, die dort ihre Notdurft verrichteten. Entsprechend hoch sind die Frustration und die Befürchtungen der Wahnsdorfer vor hohen Belastungen, sollte der Aussichtsturm als neue Attraktion für mehr Besucherinteresse sorgen. Mit dem Verkehrskonzept sollen alle diese Probleme mit behoben werden. Es schlägt den Bau einer Wendeschleife über eine Ackerfläche vor. Dort sollen auch Parkplätze für Pkw und Busse entstehen. Außerdem will man eine öffentliche Toilettenanlage bauen. Von Parkplatz und Straßenneubau würde auch das Spitzhaus profitieren, dessen Lieferanten es mit ihren Lkws derzeit nicht so einfach haben und das derzeit kaum über Stellplätze für seine Gäste verfügt. Da das Bauland zum Außenbereich gehört und die Anlagen noch dazu einen für das Ansehen und Selbstverständnis der Stadt sensiblen Bereich betreffen, sind tiefschürfende Diskussionen im Stadtrat zu erwarten. Zumal es auch nicht ganz billig wird, wie OB Wendsche ankündigt. Die Kosten für die Umfeldgestaltung und die Lösung der verkehrlichen Probleme liegen allein bei der Stadt. Sollte der notwendige Bebauungsplan rasch beschlossen werden, könne vielleicht schon im nächsten Jahr gebaut werden, meint Wendsche.

Auch der Denkmalverein hat mit dem Innenleben des Turms noch viel vor der Brust. So geht es neben Treppe und Aussichtsplattform noch um eine Projektion, bei der von einer Kamera an der Turmspitze gemachte Bilder ins Turminnere geworfen werden. Mit dieser technischen Hilfe sollen auch Menschen, die schlecht zu Fuß sind und die geplanten 83 Stufen nicht erklimmen können, den Ausblick vom Bismarckturm genießen können. Außerdem ist eine kleine Abhandlung zur Turmgeschichte geplant, die ebenfalls nachträglich installiert wird, sobald man das Geld dafür zusammen hat. Spender können unter anderen eine Stufenpatenschaft erwerben, von denen noch 25 zu haben sind. Außerdem werden Paten für die acht Podeste gesucht, sind aber auch Spenden kleinerer Summen willkommen.

Interessierte können sich unter www.bismarckturm-radebeul.de informieren. Spenden an: Spendenkonto: Sparkasse Meißen; Empfänger: Spende Bismarckturm; BIC: SOLADES1MEI; IBAN: DE42 8505 5000 0500 1197 83

Von Uwe Hofmann

Radebeul 51.0845915 13.6187386
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