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Fachkrankenhaus Coswig feiert 20-jähriges Bestehen und bekommt eine Schallschutzwand gegen Bahnlärm

Fachkrankenhaus Coswig feiert 20-jähriges Bestehen und bekommt eine Schallschutzwand gegen Bahnlärm

Goldene Aussichten hat das Fachkrankenhaus in Coswig. Darauf lässt zumindest das Motto der gestrigen Party im Dresdner Ballhaus Watzke schließen, bei der Mitarbeiter der Coswiger Klinik mit denen der Fachklinik für Geriatrie Radeburg gefeiert haben: "Die Goldenen Zwanziger".

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Geschäftsführerin Ursula Russow-Böhm hat von ihrem Balkon einen Ausblick auf den herrlichen Park des Fachkrankenhauses Coswig.

Quelle: Martin Förster

Beide Häuser gehören zum brandenburgischen Klinik-Unternehmen Recura und haben kürzlich ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert, Radeburg im Mai, Coswig gestern. "Das Fachkrankenhaus Coswig ist die einzige Klinik dieser Ausrichtung in Sachsen", sagte Sozialministerin Christine Clauß (CDU) beim offiziellen Festakt, der vor der Mitarbeiter-Fete in Coswig stattfand. Die Einrichtung firmiert als "Zentrum für Pneumologie, Allergologie, Beatmungsmedizin, Thorax- und Gefäßchirurgie", was sich als Spezialklinik für Lungenerkrankungen und ihrer Ursachen übersetzen lässt.

Die Fachklinik habe in den letzten 20 Jahren eine positive Entwicklung genommen, konstatiert Sozialministerin Clauß mit Verweis auf steigende Fallzahlen. Tatsächlich werden in Coswig heute jährlich mehr als 8000 Patienten stationär behandelt, wie Geschäftsführerin Ursula Russow-Böhm sagt. Das seien rund 3000 mehr als noch 1994, obwohl die Bettenzahl von damals 260 auf heute 176 gesunken ist. Ambulant werden in Coswig noch einmal rund 10 000 Patienten jährlich behandelt. In die Große Kreisstadt kommt unter anderem, wer seine Allergien gegen Bienen- und Wespenstiche behandeln will, wer an Lungenkrebs leidet oder Metastasen in der Lunge trägt sowie Menschen, die ohne fremde Hilfe nicht mehr atmen können. Für sie gibt es sogar neun wie Apartments eingerichtete Wohnungen, in denen sie nah zum medizinischen Personal auf dem Krankenhaus-Gelände, aber dennoch eigenständig leben können.

Rund 37 Millionen Euro hat der Freistaat in das Fachkrankenhaus gepumpt, Besitzer Recura habe noch einmal "viele, viele Millionen Euro" draufgelegt, sagt Geschäftsführerin Russow-Böhm. Dafür ist 2003 beispielsweise das neue Bettenhaus entstanden und wurde bis 2007 das bestehende saniert. Dazu kommen eine neue Intensiv-Station und moderne Operationssäle. Derzeit wird im Erdgeschoss der Klinik gearbeitet, wo Ambulanz und Diagnoseräume untergebracht sind. Diese Abteilung soll sich nach dem Willen Russow-Böhms im nächsten Jahr vergrößern. So habe man derzeit 3800 Bronchioskopien im Jahr, bei denen das Lungengewebe untersucht und auch Gewebeproben entnommen werden. Solche Untersuchungen werden jährlich mehr, meint Russow-Böhm und sieht eine Verbindung zum demografischen Wandel. "Das Altern der Gesellschaft führt zu einer Zunahme von chronischen Krankheiten", pflichtet ihr Tobias Welte, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Direktor der Klinik für Pneumologie in Hannover bei. Darunter fällt zum Beispiel die Raucherlunge, die in der Fachsprache COPD genannt wird.

Welte sieht entsprechend wichtige Aufgaben auf die Fachklinik zukommen, auch im Bereich der Forschung. Die hat in den letzten Jahren schon deutlich zugenommen, wie der Coswiger Chefarzt Gert Höffken sagt. Mehr als 30 Veröffentlichungen in Fachzeitschriften hätten die Coswiger seit 2011 geschafft, zwischen 1994 und 2000 waren es dagegen nur sechs. Das hat viel mit Höffkens Engagement zu tun, der auch an der Dresdner Uni-Klinik beschäftigt ist und die Verzahnung beider Einrichtungen in den letzten Jahren voran getrieben hat. Höffken sieht auch in anderen Bereichen Handlungsbedarf. So brauche die Klinik eine Abteilung für Palliativmedizin, müsse die Endoskopie ausgebaut werden und eine gemeinsame Intensivstation für alle Bereiche aufgebaut werden.

Die Geschichte der Klinik, die Mitte des 19. Jahrhunderts als Heilanstalt für seelisch und geistig Kranke begann und nach dem Ersten Weltkrieg als Tuberkulose-Klinik den entscheidenden Impuls bekam, geht also immer weiter. Dazu gehört auch, dass Geschäftsführerin Russow-Böhm einen der raren Siege gegen den Bahnlärm in Coswig präsentieren kann. Der Petitionsausschuss des Bundestags, der sich kürzlich mit dem Problem befasste, empfiehlt schleunigst den Aufbau einer Lärmschutzwand, für die das Krankenhaus gemeinsam mit der Bürgerinitiative Bahnemission Elbtal jahrelang gekämpft hat. "Ich gehe davon aus, dass die noch in diesem Jahr entsteht", sagt Russow-Böhm. Zumindest das sind wirklich goldene Aussichten für ihre 280 Mitarbeiter und die Patienten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.07.2014

Uwe Hofmann

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