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Fachkräfte-Rettung aus dem Süden für Reha-Klinik Kreischa

Fachkräfte-Rettung aus dem Süden für Reha-Klinik Kreischa

Während Sachsen unter dem anhaltenden Fachkräftemangel leidet, ist die Jugendarbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern durch die Krise auf bis zu 50 Prozent gestiegen.

Während Sachsen unter dem anhaltenden Fachkräftemangel leidet, ist die Jugendarbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern durch die Krise auf bis zu 50 Prozent gestiegen. Diesen Umstand macht sich die Reha-Klinik in Kreischa zunutze. Mit einer europaweiten Initiative wirbt sie für Arbeitsplätze in Kreischa. Mit Erfolg. Hunderte Bewerbungen kommen derzeit aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland. Die ersten 28 Pfleger und Ärzte beginnen in den nächsten Wochen mit ihrer Arbeit.

Von Katrin Tominski

Gemma Delgado hat nicht gedacht, dass ihr das noch einmal passiert. Seit neulich drückt sie wieder die Schulbank. Irgendwie ist das ein bisschen wie früher, als sie noch klein war. Weiße Kreide auf grüngrauem Tafelgrund, dazu Worte, Sätze und ein noch vermeintliches Buchstabengewirr. Diesmal lernt sie jedoch nicht Schreiben und Lesen auf Spanisch, diesmal geht es um Deutsch, die Muttersprache des großen Dichters Goethe. Mit ihr zusammen sitzen und schwitzen, tüfteln und mühen sich 27 andere Fachkräfte aus Spanien, Portugal, Italien und Griechenland im Sprachkurs ab. "Deutsch ist so schwer", sagt eine Portugiesin aus der ersten Reihe. Nicken von allen Plätzen. "Die Grammatik", erklärt sie weiter. Wieder Nicken, dann Lachen. "Seitdem die jungen Leute aus Süd- europa hier sind, weht ein neuer Wind, so Sprecher Andreas Frädrich. Dann holt er zur großen Geschichte aus. Dem Krankenhaus fehlen seit Jahren Fachkräfte: Vor allem gut ausgebildete Pfleger und Ärzte sind rar. Bemühungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt seien oft vergebens gewesen, auf den Jobmessen oft nicht mehr viel zu holen. "Der Wettlauf um Fachkräfte ist zum harten Wettbewerb geworden", sagt Frädrich. "Besonders die Schweiz ist ein starker Konkurrent. Viele Ärzte können den finanziell enorm attraktiven Angeboten nicht widerstehen", weiß der Sprecher.

Umso erfreuter sei man, dass die groß angelegte Südeuropa-Initiative so erfolgreich gewesen ist. Knapp 500 Bewerbungen sind allein in den vergangenen acht Wochen eingetroffen. Kein Wunder. Die Stellenangebote wurden in den großen Tageszeitungen Spaniens, Portugals, Italiens und Griechenlands offeriert, Radiospots über die größten Sender ausgestrahlt, ein Youtube-Video über das Internet verbreitet. Alles in Landessprache natürlich.

Allein in diesem Jahr benötigt das Privatkrankenhaus, das sich auf die Behandlung von Schwerkranken spezialisiert hat, 50 zusätzliche Pflegekräfte und zehn weitere Ärzte. In Zukunft möchte die Klinik vom Akademiker-Überschuss in Griechenland profitieren. "Dort gibt es viele Ärzte, die arbeitslos sind", so Frädrich. Seit Jahren beschäftige das Krankenhaus Fachkräfte aus Polen und Tschechien. "Wanderungen gehören längst zur Tagesordnung", erklärt Frädrich. Nicht nur Ärzte und Pflegekräfte wechseln ihren Arbeitsort, auch Patienten würden oft fernab vom Wohnort behandelt. Wie viel die Initiative gekostet hat, wollte Frädrich nicht verraten. Fest steht, dass der Personalbedarf in Kreischa groß ist. Derzeit arbeiten 1800 Mitarbeiter, um Patienten in 1200 Betten zu versorgen.

Um die Bewerbungen zu bearbeiten, hat die Klinik extra vier Übersetzer eingestellt. Sie betreuen die neuen Mitarbeiter, besorgen ihnen Wohnungen, helfen bei Behördengängen und kümmern sich um Fragen jeglicher Art. Zu ihnen gehört die Griechin Areti Anagnostov, die seit zwei Jahren in Deutschland weilt. "Viele haben ähn- liche Schwierigkeiten wie ich, als ich angekommen bin", erzählt sie. Das schlechte Wetter, das ungewohnte Essen mit Kraut und Würsten und die "zurückhaltende" Mentalität der Deutschen seien gewöhnungsbedürftig gewesen. Gemma Delgado hat sich schon gut eingelebt. Sie ist erst seit zwei Monaten hier, aber hat sich schon in die Sächsische Schweiz verliebt und erste Freundschaften in Pirna geknüpft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.11.2012

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