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Evangelisches Schulzentrum in Pirna will Kaserne zur Schule umbauen

Evangelisches Schulzentrum in Pirna will Kaserne zur Schule umbauen

Es ist ein gewaltiger Kraftakt, den das Evangelische Schulzentrum in Pirna plant. Und die Symbolkraft könnte zu einer Bildungsstätte, die dem christlichen Menschenbild verpflichtet ist, nicht besser passen.

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Geschäftsführer Falk Wenzel zeigt auf die beiden ehemaligen Kasernengebäude, in die das Evangelischen Schulzentrum nach Umbau und Sanierung einziehen möchte. Über ein Glashaus sollen beide Gebäude miteinander verbunden werden.

Quelle: Silvio Kuhnert

"Wir bauen eine Kaserne zur Schule um", sagt Geschäftsführer Falk Wenzel. Nach Jahren der Suche nach einem geeigneten Standort, an dem Grund- und Oberschule sowie das Berufliche Gymnasium vereint sind, hat sich der Evangelische Schulverein für zwei Gebäude der "Roten Kasernen" entschieden.

Auch wenn noch kein Stein am künftigen Campus in der Südvorstadt bewegt wurde, die Pläne für den Lernort von derzeit 450 Schüler sind bereits sehr konkret. Die beiden letzten Gebäude des einstigen Kasernenkomplexes in Richtung Rottwerndorf wandeln sich in ein Schulhaus um. In das kleinere Haus zieht ins Erdgeschoss der Hort mit Platz für 180 Mädchen und Jungen. Ins große Haus kommt die Caféteria. "Wir kochen selber. Die Speisen werden frisch vor den Augen der Kinder zubereitet", schildert Wenzel die Idee von einer gesundheitsbewussten Schule.

In den Obergeschossen erhalten jeweils zwei Jahrgangsstufen zusammen ihren eigenen Bereich. Dazu gehört neben Klassenzimmern und Gruppenräumen auch ein Integrationsbereich, wohin sich die Pädagogen zur individuellen Förderung mit einzelnen Schülern zurückziehen können. "Die Kinder und Jugendlichen sind für ihren Bereich selbst verantwortlich. Sie müssen ihn sauber halten", berichtet Wenzel. So will man zum einen die sozialen Kompetenzen stärken. Zum anderen bleibe das Schulgebäude so lange schick und schön, ist sich Wenzel sicher. Auf 650 Schüler möchte das Evangelische Schulzentrum noch wachsen.

Ein Glashaus wird beide Schulgebäude verbinden. "Es ist nicht nur ein Treppenhaus, sondern ein Treffpunkt", informiert Wenzel. Die Treppen werden wie Sitzstufen gestaltet. Rund 200 Menschen finden auf ihnen Platz. Das Atrium soll nicht nur als Ort für Schulveranstaltungen dienen, sondern kann für Konzerte, Kammermusik, Chorauftritte und Theatervorstellungen von und für Pirnaer gemietet werden.

Auf 9,6 Millionen Euro hatte man die Baukosten anfangs geschätzt. Doch nach rund 20 Jahren Leerstand sind die Kellerräume komplett durchnässt. Sie müssen aufwendig trockengelegt werden. Auch die Decken müssen vollständig ersetzt werden, weil sie mit gesundheitsschädlichen Schlacken verfüllt sind. Auf rund 12,5 Millionen Euro hat sich die Investitionssumme aufgrund der Gebäudeschäden erhöht.

Bis jetzt liegt der Schulverein mit seinem Projekt noch im Zeitplan. Aber die Zeit drängt. Wie "ein Damoklesschwert" schwebe das Auslaufen der Betriebserlaubnis für die beiden jetzigen Standorte über ihnen, so Wenzel. Im Juli 2017 müssen die Evangelische Grundschule das Schulgebäude Nicolaistraße sowie die Oberschule und das Berufliche Gymnasium die ehemalige Heinrich-Heine-Schule verlassen. "Wenn wir bis dahin nicht in unser neues Schulzentrum eingezogen sind, können wir das Schuljahr 2017/18 nicht eröffnen", berichtet Wenzel. Die Schüler hätten kein Dach mehr über dem Kopf. Der Schulverein hofft auf Unterstützung beispielsweise von der Stadt Pirna.

Damit dieses Horrorszenario von 650 obdachlosen Schülern - rund 300 allein aus der Canalettostadt - in reichlich zwei Jahren nicht eintritt, fordern die beiden Fraktionen CDU und SPD / Grüne in einem gemeinsamen Antrag, dass die Stadt mit ihren Gesellschaften nach Unterstützungsmöglichkeiten für das Schulhausbauprojekt suchen soll. "Ideen unsererseits wären beispielsweise eine Bürgschaft, ein finanzieller Zuschuss, Übernahme der Kosten der Entkernung des Objektes, Unterstützung bei einer Kaufpreisreduzierung und Unterstützung bei der Einwerbung von Fördermitteln auf Landesebene", schlagen beide Stadtratsfraktionen vor.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.03.2015

Silvio Kuhnert

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