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"Es gibt leider heute immer noch feste Rollenbilder" - DNN-Interview am Donnerstag: heute mit Gleichstellungsbeauftragter Teresa Moosdorf

"Es gibt leider heute immer noch feste Rollenbilder" - DNN-Interview am Donnerstag: heute mit Gleichstellungsbeauftragter Teresa Moosdorf

Frage: Frau Moosdorf, Sie sind seit Anfang dieses Monats Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis. Teresa Moosdorf: Ich stehe erst am Anfang meiner Tätigkeit.

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Teresa Moosdorf wacht vom Schloss Sonnenstein aus über die Gleichberechtigung der Frauen im Landkreis.

Frage : Frau Moosdorf, Sie sind seit Anfang dieses Monats Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis. Ihre erste Einschätzung: Wie ist der Kreis bei der Gleichberechtigung von Frau und Mann aufgestellt?

Teresa Moosdorf : Ich stehe erst am Anfang meiner Tätigkeit. D.h., ich muss mir selbst einen Einblick in Themen und Projekte des Landkreises verschaffen. In der kommenden Woche werde ich die ersten Vereine im Landkreis besuchen und auch die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises kennen lernen.

Gibt es also keine gesellschaftlichen Bereiche, in denen es hakt?

Natürlich gibt es sie, ich denke zum Beispiel an die Themen häusliche Gewalt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die sich mitunter schwierig gestaltet.

Wie sieht die Arbeit einer Gleichstellungsbeauftragten aus?

Momentan besteht sie aus viel Recherche. Ich bin dabei, mir einen umfangreichen Überblick zu verschaffen. Langsam beginne ich auch, die ersten großen Projekte in Angriff zu nehmen. Der nächste große Termin, der ansteht, ist der 25. November. Dies ist der "Internationale Tag gegen häusliche Gewalt an Frauen". Der Landkreis wird sich mit Aktionen und Veranstaltungen daran beteiligen und auf die Problematik hinweisen, um die Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren. Weitere Aktionstage sind der "Girls Day" und der Frauentag. Neben der Projektarbeit nehme ich intern an Sitzungen und Besprechungen wie etwa dem Kreistag teil, um auf Fragen und Belange zur Gleichstellung der Geschlechter zu achten. Außerdem fördere ich mit Zuschüssen Vereine, um Projekte im Bereich der Gleichstellung zu stärken.

Welchen Themen möchten Sie sich besonders widmen?

Häusliche Gewalt ist ein Thema, das immer wieder auf der Agenda steht und auch in den kommenden Jahren aktuell sein wird. Ein weiterer Schwerpunkt, den ich setzen möchte, ist die Familienfreundlichkeit im Landkreis zu fördern - mit dem Ziel, dass mehr Menschen in die Sächsische Schweiz und ins Osterzgebirge ziehen. Außerdem möchte ich auch weiter Jugendlichen den Blick für geschlechteruntypische Berufe öffnen. Dafür bieten sich Projekttage wie der "Girls- und Boys-Day" sowie die Aktion "Schau rein!" an: Ein Junge probiert sich beispielsweise einmal als Erzieher und Mädchen greifen zum Schraubenschlüssel in der Kfz-Werkstatt. Es gibt leider heute immer noch die festen Rollenbilder und junge Frauen, die technisch und handwerklich begabt sind, kommen nicht auf die Idee, derartige Berufswege zu bestreiten, weil sie als typisch männlich gelten. Umgekehrt ist es bei den Jungs nicht anders.

Sie sprachen häusliche Gewalt an. Ist dies ein Problem im Landkreis?

In Deutschland ist jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen. Damit ist nicht nur die tätige und sexuelle, sondern auch die verbale und strukturelle Gewalt gemeint. Dazu zählt beispielsweise, wenn ein Mann seiner Frau die Erwerbstätigkeit verbietet. Gewalt gegen Frauen ist kein auf den Landkreis bezogenes Problem, sondern ein gesamtgesellschaftliches.

Sie sagten, dass Sie an Sitzungen wie dem Kreistag teilnehmen. Achten Sie als Gleichstellungsbeauftragte darauf, dass bei jeder Personenbezeichnung auch die Wortendung -in erscheint?

Die Anwendung der geschlechtersensiblen Sprache ist ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit, vordergründig schaue ich mir alle Themen sowie Beschluss- und Informationsvorlagen unter einem gleichstellungspolitischen Gesichtspunkt an. Dabei achte ich darauf, dass die unterschiedlichen Belange von Frau und Mann, Junge und Mädchen berücksichtigt werden.

Interview: Silvio Kuhnert

Pirna. Teresa Moosdorf ist die neue Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die 25-Jährige engagiert sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen. Für ihren Job ist die gebürtige Freibergerin nach Pirna gezogen. Im DNN-Interview berichtet Teresa Moosdorf, welche Schwerpunkte sie in ihrer Arbeit setzen möchte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.08.2012

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