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Es darf gehoben werden: Bebauungsplan schafft Coswig eingeschränktes Baurecht an der Brockwitzer Niederseite

Es darf gehoben werden: Bebauungsplan schafft Coswig eingeschränktes Baurecht an der Brockwitzer Niederseite

Mit einem Bebauungsplan schafft Coswig eingeschränktes Baurecht an der Brockwitzer Niederseite. Die Häuser dort liegen im gesetzlichen Überflutungsgebiet, sind bei den Hochwassern 2002 und 2013 jeweils ein Opfer der Fluten geworden.

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Trügerisches Idyll: Die Brockwitzer Niederseite ist Überflutungsgebiet, nachdem die Elbe zweimal innerhalb von elf Jahren die niedrig gelegenen Häuser überschwemmte. Damit wenigstens der Bestand erhalten werden kann, schafft Coswig mit einem Bebauungsplan beschränktes Baurecht.

Quelle: Uwe Hofmann

"Es gelten keine Baugenehmigungen mehr, es kommt einer Enteignung der Grundstückseigentümer gleich", formuliert Anwohner Dirk Landrock, was diese Einordnung für die Hauseigentümer bedeutet.

Abhilfe könnte ein Damm schaffen, der allerdings von der zuständigen Landestalsperrenverwaltung (LTV) mit einer derartig geringen Priorität eingestuft ist, dass an seine Verwirklichung kaum zu denken ist. Im Rathaus hat man deshalb die Sache in die eigene Hand genommen. "Diese Idee ist entstanden, als wir im Landes-Umweltamt zu hören bekommen haben, dass wir den Flutschutz, den wir uns wünschen, in unserer Lebenszeit wohl nicht mehr bekommen werden", sagt Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos). Die gesamte Brockwitzer Niederseite, etwa vier Hektar Fläche, wurde mit einem Bebauungsplan überzogen, der lediglich die Barockkirche und den Friedhof ausklammert.

Zum Plangebiet gehören 45 Häuser, davon acht Denkmale, rechnet Bauamtsleiter Wolfgang Weimann vor. Ihren Eigentümern wolle man mit dem Plan "eine Perspektive" geben. Die Möglichkeiten bleiben dabei eng abgegrenzt. So wird es an der Niederseite künftig möglich sein, die Bestandsgebäude umzubauen oder abzureißen und in einer an Hochwasser angepassten Bauweise wieder zu errichten. Das soll verhindern, dass die Brockwitzer die Niederseite nach und nach aufgeben müssen, weil derlei Bautätigkeiten im Überflutungsgebiet nicht genehmigt werden können, selbst wenn sie nur den Erhalt des Bestands bezwecken. Außerdem erlaubt es der Bebauungsplan, die Gebäudehöhen zu verändern. Das macht den Weg für eine spezielle Brockwitzer Lösung frei, der insbesondere Ordnungsamtsleiter Olaf Lier das Wort redet: dem Heben von Gebäuden. Dabei wird die Grundplatte von Stützen durchbohrt und dann mitsamt dem gesamten Haus angehoben. Bei Häusern in Delitzsch habe man dieses Verfahren beobachten können, berichtet Lier. Dort sei etwa ein Mehrfamilienhaus in etwa einer Woche um zwei Meter gehoben worden. Anschließend müsse man nur das Loch zwischen Haus und Erdboden verfüllen und das Gebäude steht hochwassersicher. Lier zieht diese Verfahrensweise dem Bau eines Deichs vor, was er mit einer simplen Rechnung begründet. Mit Baukosten von rund 8,7 Millionen Euro sei für den Deich zu rechnen, das wären auf ein Haus umgerechnet rund 210 000 Euro. Für die Hebung fielen dagegen Kosten von 120 000 Euro bis 150 000 Euro pro Haus an, was in der Summe eine ordentliche Ersparnis ausmacht. Dennoch bleibt es eine hohe Investition für alljene, die an der Niederseite innerhalb von nur elf Jahren zweimal die Folgen eines Hochwassers beseitigt haben. Es werde spannend sein, zu beobachten, was nun passiert, meint Bauamtsleiter Weimann. Nur eines scheint sicher: Für den Bebauungsplan gebe es "breite Zustimmung" an der Niederseite, sagt Anwohner Landrock.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.01.2015

Uwe Hofmann

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