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Es blitzt in Radebeul: Neue Starenkästen nehmen seit Dienstag Raser ins Visier

Es blitzt in Radebeul: Neue Starenkästen nehmen seit Dienstag Raser ins Visier

Mit vier neuen Blitzern will die Lößnitzstadt Rasern den Bleifuß austreiben. Die Geräte, die alles andere als unscheinbar sind, stehen schon seit einer Weile am Straßenrand der Meißner Straße, Wilhelm-Eichler-Straße und Waldstraße und dürften aufmerksamen Autofahrern bereits aufgefallen sein.

Radebeul.

Seit gestern Mittag sind sie nach aufwendiger Installation auch scharf geschaltet. Damit kehren die fest montierten Flitzerblitzer wieder nach Radebeul zurück, wo der zuletzt einzige Starenkasten an der Kötzschenbrodaer Straße vor mehr als einem Jahr außer Betrieb genommen wurde, weil er nicht lukrativ war.

Deswegen kommt die Blitzeroffensive auch einigermaßen überraschend, hat aber vor allem mit den neuen Vertragsbedingungen zu tun, die Radebeul ausgehandelt hat. So zahlt die Stadt künftig keine feste Miete für die Geräte, sondern eine Pauschale je erwischtem Raser. Die liegt bei rund 5,70 Euro, wie Ingolf Zill, der Leiter der Radebeuler Verkehrsbehörde, sagt. Damit bleibe zwar nicht allzuviel Geld hängen, weil ertappte Raser in 85 bis 90 Prozent aller Fälle lediglich 15 Euro Bußgeld zahlen müssen. Aber immerhin schreibe man keine roten Zahlen, meint Zill. Im Vordergrund der Aktion stehe ohnehin die Verkehrserziehung, betont er.

Nach diesem Aspekt habe man auch die drei Standorte der Blitzersäulen ausgewählt. Beispiel Meißner Straße: Dort steht die schwarze Säule mit den weißen Streifen vor dem Staatsweingut Schloss Wackerbarth. Es gibt an dieser Stelle keinen Fußweg, dafür aber eine Straßenbahnhaltestelle. "Durch die Bauart der Straße haben Autofahrer den Eindruck, sie befinden sich im außerörtlichen Bereich", sagt Zill. Bedeutet: Hier wird auf die Tube gedrückt, was besonders denen das Leben schwer macht, die heil von der Straßenbahnhaltestelle zu Schloss Wackerbarth und zurück gelangen wollen. Das Blitzgerät, das zwar nur auf einer Straßenseite steht, aber in beiden Seiten die Fahrtgeschwindigkeiten misst, soll da Abhilfe schaffen.

An der Wilhelm-Eichler-Straße befindet sich der Blitzer in einer 30er-Zone an einem Fußgängerüberweg vor einer Schule. Auch der Jugendtreff, der auf dem Schulgelände untergebracht ist, soll von dem Starenkasten geschützt werden, sagt Zill. An der Waldstraße lässt sich noch am ehesten an das Klischee vom "Begrüßungsblitzer" denken, das auch dem alten Starenkasten an der Kötzschenbrodaer Straße anhing. Der stand kurz hinter dem Ortseingang und der Autobahnabfahrt Dresden-Neustadt. Auch an der Waldstraße blitzen zwei neuartige Säulen kurz hinter dem Ortseingang auf einem Autobahnzubringer. Allerdings stehen sie in einer 30er Zone an einem Fußgängerüberweg, der vor allem von Schul- und Kindergartenkindern genutzt wird. Unfallschwerpunkt sei die Gegend laut Zill nicht, aber so weit soll es dort auch gar nicht kommen.

Bemerkenswert ist die neuartige Technik, die bei den Blitzern zum Einsatz kommt. Die geschossenen Fotos werden sofort via Datenleitung in ein Rechenzentrum geschickt, so dass sich Zills Mitarbeiter den Weg zu den Säulen sparen können. Das soll auch verärgerten Rasern den Drang zur Selbstjustiz nehmen. Es gebe ja Fälle, in denen Autofahrer mit roher Gewalt an Speicherchip oder Fotofilm gelangen wollen, nachdem sie Blitzlicht gesehen hatten, wie Zill sagt. "An den neuen Geräten hat Vandalismus einfach keinen Sinn mehr", sagt er.

Im Vergleich zu anderen Orten im Landkreis Meißen ist das Netz der Verkehrsüberwachung in Radebeul außerordentlich dicht. Das liegt allerdings vor allem am mobilen Blitzer, den Radebeul gemeinsam mit Coswig betreibt. Der misst Fahrgeschwindigkeiten an inzwischen 52 Orten im Stadtgebiet und 44 Stellen in Coswig. Die Einnahmen aus Raserbußgeldern belaufen sich dabei auf rund 240 000 Euro im Jahr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.09.2014

Uwe Hofmann

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