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Erweiterungsbau an Oberschule Kötitz eingeweiht

Vom Schließkandidat zur Musterschule Erweiterungsbau an Oberschule Kötitz eingeweiht

Dass er mal auf dem Schulhof stehen würde und dort einen Erweiterungsbau einweihen würde, hat sich Schulleiter Matthias Müller vor fünf Jahren nicht vorstellen können. „Sie wissen schon, dass der Standort in Kötitz nicht gesichert ist“, hatte man ihm auf die missliche Lage der Schule aufmerksam gemacht. Nun ist es ganz anders gekommen.

Letzt Regie-Anweisungen für die Kinder der Kita Sonnenkäfer, die gestern den neuen Erweiterungsbau der Oberschule Kötitz (Hintergrund) einweihten.

Quelle: Uwe Hofmann

Coswig. Dass er mal auf dem Schulhof stehen würde und dort einen Erweiterungsbau einweihen würde, hat sich Matthias Müller vor fünf Jahren nicht vorstellen können. Damals hatte sich der heutige Schulleiter der Oberschule Kötitz um den Posten des Stellvertreters in der Schule beworben. „Sie wissen schon, dass der Standort in Kötitz nicht gesichert ist“, hatte man ihm im Gespräch auf die missliche Lage der Schule aufmerksam gemacht: Wegen sinkender Schülerzahlen und schlechter Prognosen sollte die Schule geschlossen werden. Nur gut, dass Stadt und Lehrerschaft sich mit Händen und Füßen gegen diese Pläne gewehrt haben. Nachdem die Schule bereits das benachbarte ehemalige Rathausgebäude in Beschlag genommen hatte, nachdem dieses von der Förderschule des Landkreises ausgemustert worden war, wurde gestern ein eilig auf den Weg gebrachter Erweiterungsbau eröffnet. „In der Schule war es eng geworden“, sagt Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) über eine erstaunliche Entwicklung. „Wir haben die geplante Schließung ad absurdum geführt“, sagt Schulleiter Müller über die reichlich 300 Schüler, die inzwischen die Oberschule besuchen.

Das hat mehrere Ursachen. Dazu gehören geburtenstarke Jahrgänge genauso, wie die Zurücknahme einer verkorksten Bildungsreform der Landesregierung, die den Zugang zum Gymnasium allzu lax gehandhabt hatte. Hinzu kommt, dass das Profil der Schule in Sachen Ganztagesunterricht und Berufsvorbereitung im Umland einen guten Ruf genießt. Schüler kommen nicht nur aus Coswig, sondern auch dem nahen Radebeuler Ortsteil Naundorf oder über dem Fährweg aus Klipphausen. Außerdem beteiligt sich die Schule seit Jahren an verschiedenen Programmen, etwa einem, dass geistige Entwicklung und Lernen bei Schülern mit entsprechenden Problemen fördert. Deutsch als Zweitsprache werde an der Schule schon seit den 90er Jahren unterrichtet, sagt Schulleiter Müller.

Mit den DaZ-Klassen hat die Raumnot allerdings weniger etwas zu tun. Die meist kleineren Klassen kommen im Alten Rathaus mit seinem kleineren Räumen gut unter. Probleme gab es mit den Regelklassen, die immer mehr anschwollen und nicht mehr untergebracht werden konnten. Zwei neue Klassenzimmer in Normgröße sind deshalb im Erweiterungsbau neu entstanden. Sie werden hauptsächlich als Fachkabinett für Gemeinschaftskunde und Geschichte, sowie Geographie genutzt. Im Erdgeschoss des Neubaus gibt es einen neuen Speisesaal für rund 60 Schüler, der den alten ersetzt. Der wurde mit dem Seitengebäude abgerissen, das dem Erweiterungsbau Platz machen musste. Ein Jahr haben die Schüler deswegen in ihren Klassenzimmern essen müssen – der Schulalltag dürfte künftig viel geordneter ablaufen.

Eigentlich sollte der Neubau schon in den Winterferien eingeweiht werden, woraus aber wegen der langen Bestellliste bei Modulhersteller Alho nichts wurde. Container für Systembauten waren schließlich im Jahr 2015 sehr gefragt, weil überall neue Unterkünfte für Flüchtlinge benötigt wurden, wie OB Neupold erinnert. Mit der Wartezeit haben sich auch die Baukosten um rund 150 000 Euro auf reichlich eine Million Euro erhöht. „Fairerweise muss man sagen, dass daran auch eine Umplanung in unserem Haus Schuld hat“, sagt Neupold. Man hatte den Speiseraum nachträglich noch etwas vergrößert.

Mit dem Erweiterungsbau sind die Arbeiten an der Oberschule Kötitz noch nicht vorbei. Derzeit arbeitet man an einem Fördermittelantrag für die Sanierung des Sportplatzes, die idealerweise 2017 angegangen werden könnte. Das Vorhaben wurde der dringlicher gewordenen Erweiterung geopfert. Ebenso im nächsten Jahr sollen die Dachsanierung an der Turnhalle und die Brandschutzmodernisierung im alten Schulgebäude vonstatten gehen.

Von Uwe Hofmann

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