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Erster Abschnitt der Rathaussanierung in Radebeul ist fertig

Fertigstellung Ende 2017 Erster Abschnitt der Rathaussanierung in Radebeul ist fertig

Der erste Abschnitt der Sanierung des Historischen Rathauses Radebeul ist fertiggestellt. Da das Gemäuer bei laufenden Betrieb eine moderne Brandschutztechnik und Barrierefreiheit erhält, gestalten sich die Arbeiten als außerordentlich kompliziert. An einer Fertigstellung bis Ende 2017 hält man dennoch fest, am Kostenrahmen jedoch nicht mehr.

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Brandschutztüren und Glaswände trennen das Treppenhaus vom übrigen Gebäude ab. Dort kann dadurch im Brandfall ein Überdruck erzeugt werden, der die Verrauchung dieses Fluchtweges verhindern soll.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. „Sportlich“ geht es zu im Rathaus Radebeul. Zumindest wenn man Ines Röber fragt, die als Verantwortliche für Hochbauvorhaben der Stadt die Generalsanierung des Historischen Rathauses koordiniert. Bei dem im November begonnen Bauvorhaben ist nun der erste Bauabschnitt, der Umbau im dritten Obergeschoss, fertiggestellt. Zwar drei Wochen später als ursprünglich geplant, was aber vor allem an einer Verdopplung des Bauumfangs infolge statischer Probleme und weiterer Überraschungen im alten Gemäuer gelegen habe. „Nur drei Wochen Verspätung, das ist sportlich“, sagt Röber. Bis Ende der Woche ziehen nun Stadtkasse, Rechnungsprüfung und Controlling in die neuen Räume unters Dach, was gleich die nächste „sportliche Herausforderung“ sei. Anfang Mai gehen dann die Arbeiten in den derzeit noch von der Stadtkasse genutzten Räumen im Erdgeschoss los. „Sportlich“, meint Röber.

Die Pause zwischen den Abschnitten sei so eng gewählt, dass man immer noch von einer Fertigstellung des Gesamtvorhabens im Dezember 2017, vielleicht Anfang 2018 ausgeht. Insgesamt sind sieben Abschnitte geplant. Wurden bisher knapp 180 000 Euro ausgegeben, wird die frühere Kostenschätzung von rund 1,1 Millionen Euro nicht zu halten sein, sagt Röber. Das liege vor allem daran, dass ursprünglich nicht geplante Vorhaben noch Aufnahme ins Sanierungsprogramm gefunden haben, allen voran die denkmalgerechte Modernisierung des Ratssaals. Dort hat es schon erste Untersuchungen gegeben, wie das großformatige historistische Wandgemälde zu restaurieren sei. Auch zum Farbkonzept und zum Leuchter gibt es noch Abstimmungen mit dem Denkmalschutzamt.

Anlass für die Arbeiten ist aber weniger der Wunsch, den Glanz früherer Tage in das äußerlich bereits restaurierte Gemäuer zu bringen. Es geht viel mehr darum, die Räume des 1900 geweihten Gebäudes für Rollstuhlfahrer erreichbar zu machen und einen modernen Brandschutz zu installieren. Erste Überlegungen sahen dafür den Anbau einer Fluchttreppe an der Ostfassade und eines Fahrstuhlschachts auf der Rückseite des Rathauses vor. Da habe aber der Denkmalschutz nicht mitgespielt, sagt Röber. Also muss der Fahrstuhl ins Gebäudeinnere verlegt werden, weshalb dort Räume wegfallen und Umbauten im ganzen Haus nötig werden. Um den Brandschutzanforderungen zu entsprechen, wird das Treppenhaus für eine Überdruck-Anlage hergerichtet. „Ein solches Überdruck-Treppenhaus ist relativ selten“, sagt Röber. Dafür wird eine Einhausung mit Brandschutztüren und Glaswänden ein abgetrennter Raum hergestellt, der das Treppenhaus einschließt. Die Brandschutztüren, durch die die einzelnen Etagen betreten werden können, sind im Normalfall geöffnet. Wird Brandalarm ausgelöst, schließen sie sich, woraufhin im Treppenhaus ein Luftüberdruck erzeugt wird. Das soll verhindern, dass der wichtige Rettungsweg verraucht und damit unbegehbar wird. Das bedeutet aber auch, dass im Gebäudeinnern schwierige Abwägungen zwischen brandschutztechnischen und denkmalpflegerischen Erfordernissen nötig sind.

Das ist nicht die einzige Schwierigkeit. Schließlich wird das Rathaus bei vollen Betrieb saniert. Vergangenen Sommer sind deswegen schon die Rechnungsprüfer ins Technische Rathaus umgezogen, um Platz zu schaffen. Die Räume der Stadtkasse im zweiten Bauabschnitt können nur angegangen werden, weil diese dann schon unters Dach gezogen ist. Gleichzeitig werden im ersten Obergeschoss Übergangsräume für Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) geschaffen, damit dieser später seine zum dritten Bauabschnitt gehörenden Büros im Erdgeschoss rechtzeitig freiräumen kann. In diesem Stil geht es bis zum Bauende weiter. Erst kurz vor Schluss wird auch der Aufzug gebaut, weil erst dann der Schacht dafür bereit ist. Das bedeutet, dass die Besucher der Stadtkasse, von denen es allerdings in Zeiten elektronischer Kontoführung nur noch einen in der Woche gibt, bis weit ins Jahr 2017 hinein die Treppen bis fast unters Dach hinaufsteigen müssen. Es geht eben sportlich zu im Rathaus.

Von Uwe Hofmann

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