Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Erste Flüchtlinge beziehen Notunterkunft in Niederau

Landkreis Meißen Erste Flüchtlinge beziehen Notunterkunft in Niederau

Am Samstag haben die ersten Flüchtlinge die Asyl-Notunterkunft in einem ehemaligen Supermarkt in Niederau bei Meißen bezogen. Die Neuankömmlinge wurden von zahlreichen Menschen vor den Zäunen misstrauisch beäugt, im Gegensatz zum Freitagabend blieb es zunächst jedoch ruhig.

Quelle: DNN

Niederau. Am Samstag haben die ersten Flüchtlinge die Asyl-Notunterkunft in einem ehemaligen Supermarkt in Niederau bei Meißen bezogen. Die Neuankömmlinge wurden von zahlreichen Menschen vor den Zäunen misstrauisch beäugt, im Gegensatz zum Freitagabend blieb es zunächst jedoch ruhig.

Am Freitag waren Freiwillige des Technischen Hilfswerkes (THW) beschimpft und mit Flaschen und Steinen beworfen worden. Laut Polizei hätten gegen 23 Uhr etwa 20 Personen heftig am Bauzaun rund um den früheren Real-Markt gerüttelt und versucht, die Absperrung umzureißen. Das gelang ihnen jedoch nicht, weil der Zaun fest verschraubt war. Bei der Abreise der Aufbau-Helfer seien diese dann angegriffen worden.

Hunderte Flüchtlinge sollen am kommenden Wochenende in einen ehemaligen Supermarkt in Niederau bei Meißen einziehen. Das Gebäude biete zunächst für bis zu 500 Asylsuchende Platz, teilte die Landesdirektion Sachsen mit.

Zur Bildergalerie

Das THW zeigte sich erschüttert über die Angriffe. „Es gerät offenbar in Teilen der Bevölkerung aus dem Blickfeld, dass im THW ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger im Dienste der Gesellschaft humanitäre Hilfe leisten“, kritisierte der Landesbeauftragte für Sachsen, Manuel Almanzor, am Samstag. „Wir werden die notwendigen Schritte zur strafrechtlichen Verfolgung des Geschehenen und zum künftigen Schutz unserer THW-Kräfte bei vergleichbaren Einsätzen ergreifen“, kündigte Almanzor an.

Am Samstagabend versammelten sich dann erneut knapp 100 Anwohner und Schaulustige vor dem Eingang der Unterkunft. Trotz Alkohols blieb es bis zum Einbruch der Dunkelheit friedlich. Einige ältere Anwesende suchten auch das Gespräch mit Bürgermeister Steffen Sang (parteilos) und Landrat Arndt Steinbach (CDU), die vor Ort waren. Steinbach nahm gar einige der Menschen mit in die bereits bewohnte Unterkunft.

Ängste abbauen konnten die beiden Politiker jedoch kaum, denn diese erwiesen sich teils als abstrus: So berichtete ein Mann, seine Frau könne seit Tagen schon nicht mehr schlafen. Denn, da sei er sich sicher, die Flüchtlinge würden die Kinder von Niederau gezielt vor Autos schubsen wollen. Andere äußerten sich offen rassistisch, die Flüchtlinge seien "alles Terroristen", die Polizei sei "am Arsch", alle Politiker verlogen und die Asylsuchenden allesamt kriminell, so die vorherrschende Meinung vor Ort.

Die Ängste seien kurz vor dem Umschlagen in Hass, warnte Bürgermeister Sang am frühen Samstagabend. "Da muss man versuchen, die Leute abzuholen." Viel könne er nicht tun. Es gehe nur in kleinen Schritten. "Ich möchte gerne mindestens wöchentlich eine Lagebesprechung mit den Betreuern des DRK und mit dem Wachschutz", sagte Sang, um Probleme von beiden Seiten schnellstmöglich zu erfassen und zu lösen.

DNN

Meißner Straße 85, Niederau 51.176697 13.557446
Meißner Straße 85, Niederau
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Gewalttätige Proteste gegen Flüchtlingsunterkunft in Niederau

Etwa 200 aufgebrachte, teils alkoholisierte Bürger haben sich am Freitagabend vor der geplanten Flüchtlingsunterkunft in Niederau bei Meißen versammelt und zum Teil randaliert.

mehr
Bürgermeister von Niederau: Ausschreitungen wie in Heidenau „möglich“

Vor dem Einzug Hunderter Flüchtlinge in einen ehemaligen Supermarkt befürchtet der Bürgermeister im sächsischen Niederau gewaltsame Ausschreitungen wie in Heidenau vor einem Monat. „Möglich ist es“, sagte Steffen Sang (parteilos) am Donnerstag.

mehr
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr