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Erneut unerlaubtes Pflanzenschutzmittel in Sachsenwein gefunden

Giftwein-Skandal Erneut unerlaubtes Pflanzenschutzmittel in Sachsenwein gefunden

Neues Kapitel im sächsischen Weinskandal: Erneut ist ein nicht zugelassenes Pflanzenschutzmittel in sächsischem Wein nachgewiesen worden. Das teilte das Landratsamt Meißen auf Anfrage mit. „Der betreffende Wein wurde noch nicht in den Verkehr gebracht und ist betrieblich gesperrt“, erklärte eine Behördensprecherin.

Erneut ist ein nicht zugelassenes Pflanzenschutzmittel in sächsischem Wein nachgewiesen worden. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Meißen.  Neues Kapitel im sächsischen Weinskandal: Wieder ist ein nicht zugelassenes Pflanzenschutzmittel in sächsischem Wein nachgewiesen worden. Das teilte das Landratsamt Meißen auf Anfrage mit. „Der betreffende Wein wurde noch nicht in Verkehr gebracht und ist betrieblich gesperrt“, erklärte eine Behördensprecherin. Es handelt sich diese Mal nicht um den Wirkstoff Dimethoat, sondern um ein verbotenes Fungizid.

Mit dem neuen Fall sind nun insgesamt sechs sächsische Weinbaubetriebe im Landkreis Meißen und der Stadt Dresden betroffen, bei denen Weinen mit Rückstände des Insektizid-Wirkstoffs Dimethoat beziehungsweise des Fungizids Iprodion gefunden wurden. Das Fungizid war früher zugelassen, ist schon länger aber verboten. Dimethoat ist im Weinbau verboten. Die Fachleute für Pflanzenschutz im Landesumweltamt arbeiten fieberhaft an der Suche nach weiteren Verursachern. Bisher stehen zwei mutmaßliche Quellen für den Dimethoat-Einsatz im Fokus, wobei nach jetzigen Erkenntnissen nur einer der Traubenerzeuger unerlaubte Mittel eingesetzt hat. Der andere Landwirt gibt an, seine Fläche von diesem mutmaßlichen Anwender spritzen lassen zu haben. Der wiederum will den im Weinbau verbotenen Wirkstoff nicht direkt auf Rebflächen eingesetzt haben. Die Untersuchungen laufen.

Keiner der auffälligen Weine ist nach Behördenangaben gesundheitsschädlich. Sie dürfen aber auch nicht verkauft werden, sofern sie noch nicht im Handel sind. Stehen die Weine in den Ladenregalen, könnten die Betriebe selbst entscheiden, ob sie diese zurückholen, hieß es aus dem sächsischen Verbraucherschutzministerium. Die Behörden hätten keine Möglichkeit, Namen der Unternehmen und betroffene Weine zu nennen. Die Winzergenossenschaft reagiert auf Anfragen dieser Zeitung schon längere Zeit gar nicht mehr. Sie gilt als der Betrieb mit dem größten Schaden durch den Weinskandal. In einem internen Brief an ihre Mitglieder teilte die Genossenschaft Ende April mit, dass ein großer Teil der betrieblichen Analysen abgeschlossen sei und erste amtliche Freigaben für ihre Weine vorlägen. Das Traubengeld sei eingestellt und die Winzer könnten Deputatweine zurückkaufen. Sachsens größter Traubenerzeuger will nach Angaben in diesem Schreiben Verstöße gegen Pflanzenschutz hart sanktionieren. Zudem sollen zukünftig die Kontrollen von Trauben, Most und Wein verstärkt werden. Ob die Genossenschaft weiterhin vom mutmaßlichen Verursacher Trauben ankaufen will, dazu machte die Genossenschaft auf Nachfrage keine Angaben.

Offenbar ist das Ausmaß aber noch immer nicht der gesamten sächsischen Winzerschaft bewusst. So meinte unlängst ein ungelernter Weinbauer, das alles sei eine interne Angelegenheit der Winzer, die niemanden sonst etwas angehe. Andere teilten Journalisten mit, sie hätten doch ihr Wissen besser für sich behalten. Bei vielen Winzern, die ihren Beruf von der Pike auf gelernt haben, stoßen derartige Ansichten einzelner Kollegen auf Nachfrage jedoch auf Unverständnis, wissen sie doch, dass derlei Ignoranz der Fakten dem Vertrauen der Kunden und damit einer ganzen Branche nachhaltig schadet.

Laut Verbraucherschutzministerium werden weiterhin Proben im Rahmen des Sonderprüfungsprogramms genommen. Das Landratsamt erklärte, dass auch die Untersuchungen auf Dimethoat noch andauerten. Es seien jedoch alle Proben hierfür inzwischen genommen worden.

Von Lars Müller

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