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Erdbeersaison im Elbland geht zu Ende

Obstbauer ist zufrieden Erdbeersaison im Elbland geht zu Ende

Schade. Nur noch wenige Tage gibt es frische Erdbeeren. Jetzt werden die späten Sorten geerntet. Die Obstbauern im Elbland blicken auf eine gute Saison zurück. Der Mindestlohn hat den Preis in die Höhe getrieben.

Volle Körbe in Neusörnewitz bei Michael Görnitz.

Quelle: Lars Müller

Neusörnewitz. Wer süße Erdbeeren naschen will, hat die Wahl zwischen Kreuzschmerzen oder größeren Löchern in der Haushaltskasse. Wie auch immer sich die Leckermäulchen entscheiden, Beeilung ist angesagt: Nur noch wenige Tage gibt es frische Erdbeeren direkt vom Feld. Der Obstbau Görnitz aus Neusörnewitz ist einer der wenigen Betriebe, in dem noch die roten Früchte unter der Sommersonne reifen. „Wir haben auf 2,5 Hektar die späte Sorte Malwina stehen“, sagt Inhaber Michael Görnitz. Der junge Landwirt schwärmt von den dunkelroten Erdbeeren mit dem markanten Aroma. „Das sind einfach Erdbeeren, wie sie sein sollen.“

Mit der diesjährigen Erdbeersaison ist er zufrieden. Am 25. Mai begann die Ernte. Acht verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Reifezeitpunkten haben garantiert, dass immer Früchte reiften. Bis Ende der Woche sei noch Selbstpflücke möglich. 4,50 Euro kostet das Kilo inzwischen. „Die Kunden verstehen den Preis“, sagt Görnitz. Um die sechs Euro kostet das gepflückte Kilo im Hofladen sowie in regionalen Lebensmittelmärkten, die der Obstbaubetrieb beliefert. Hohe Qualitäten im Supermarkt garantiert Görnitz durch eine Lagerung der zumeist am Vortag gepflückten Früchte bei nur 8 Grad Celsius. Ausfälle durch Fäulnis habe es trotz der regelmäßigen Regenschauer kaum gegeben, so der Landwirt. Einige Erdbeeren hatten Sonnenbrand, als das Quecksilber bei praller Sonne an zwei, drei Tagen über die 30-Grad-Marke geklettert war. „Wir haben schnell mit unseren Erntehelfern die beschädigten Erdbeeren abgepflückt und konnte so weitere Schäden verhindern“, sagt Görnitz.

Zur Mannschaft der Lohnpflücker gehören insgesamt 60 meist junge Frauen und Männer überwiegend aus Rumänien - darunter viele Stammkräfte, die schon seit Jahren kommen. Auch einige Ukrainer ernten in Coswig. Einheimische Helfer findet Görnitz schon lange nicht mehr. In der Landwirtschaft muss er in diesen Jahr den Mitarbeiterin 7,90 Euro Mindestlohn je Stunde zahlen, im kommenden Jahr über acht Euro. Der Obstbauer klagt aber nicht. Er rechnet lieber und kalkuliert. Pro Jahr stiegen die Preise für sein sächsisches Obst - viele Sorten aus dem Bio-Anbau - um durchschnittlich zehn Prozent, sagt er. Das akzeptierten die Kunden, die Wert auf regional frische Produkte legten. Bei steigenden Preisen kommt auch die Selbstpflücke immer besser an. Immerhin können Liebhaber frischen Obstes rund 30 bis 50 Prozent sparen, wenn sie selbst ernten. Das geht rund um Coswig auch mit Johannisbeeren, Stachelbeeren, Äpfeln und Aroniabeeren. Bei den Erdbeeren würden die Selbstpflücker durchschnittlich 2,5 Kilogramm ernten, nicht mitgerechnet sind dabei die Erdbeeren, die während der Ernte genascht werden.

In diesem Jahr hatte Görnitz auf zwölf Hektar Erdbeeren kultiviert. Damit standen vier Hektar weniger im Ertrag als 2015. Dafür konnte der Obstbauer nach eigenen Angaben den kompletten Ertrag vermarkten, anders als im Vorjahr blieb nichts hängen. „Wir konnten in diesem Jahr die Nachfrage gar nicht immer decken.“ Über alle Anlagen betrachtet seien durchschnittlich fünf Tonnen je Hektar geerntet worden. „Das rechnet sich betriebswirtschaftlich“, sagt Görnitz zurfrieden. Drei Jahre bringen die Erdbeerpflanzen im Freiland wirtschaftlichen Ertrag, werden über Tröpfchenbewässerung feucht gehalten und mit Nährstoffen versorgt. Im Frühjahr schützen Folien vor möglichen Spätfrostschäden und verfrühen die Reife. Demnächst pflanzt der Obstbaubetrieb in seinen Nieschützer Gewächshäusern junge Erdbeerpflanzen. Die bringen dann von September bis Oktober bereits wieder frische sächsische Erdbeeren, allerdings unter Glas.

Nach Angaben des Landesverbandes Sächsisches Obst haben in diesem Jahr in Sachsen mehr als 30 Landwirte auf 295 Hektar Fläche 20 verschiedene Erdbeersorten angebaut. Gut die Hälfte der Anbaufläche konnte von Selbstpflückern genutzt werden.

Die Erdbeer-Selbstpflücke beim Obstbau Görnitz an der Cliebener Straße zwischen Brockwitz und Neusörnewitz ist bis Ende der Woche täglich von 7 bis 19 Uhr geöffnet. Aktuelle Infos unter: www.obstbaugemeinschaft.de

Von Lars Müller

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