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Erdbeben der Stärke 2,0 in der Sächsischen Schweiz und Pirna

Erdbeben der Stärke 2,0 in der Sächsischen Schweiz und Pirna

Dresden. Nach stundenlanger Ursachenforschung ist am Dienstagnachmittag klar, dass ein Erdbeben die Erschütterungen und das Krachen und Grollen in der Region um Pirna und Stolpen verursacht hat.

Wie das sächsische Landesamt für Geologie mitteilt, können andere mögliche Ursachen vollständig ausgeschlossen werden. „Wir hatten es hier mit einem tektonischen Beben mit einer Stärke von 2,0 auf der Richterskala zu tun, das in 12 bis 15 Kilometern Tiefe in der Region Stolpen seinen Ursprung hatte“, sagt Siegfried Wendt vom Geophysikalischen Observatorium Collm. Auch die anderen Observatorien des sächsischen Seismographennetzes, wie etwa in Berggießhübel, haben die Erschütterung aufgezeichnet. Um 20.06 Uhr und um 21.04 kam es zu Nachbeben die allerdings nur eine Stärke von rund 1 erreichten.

Vor der Bestätigung aus dem Landesamt für Geologie hatten die Ereignisse vom Montagabend, als viele Anwohner die bebende Erde und ein lautes Krachen vernahmen, zu zahlreichen Spekulationen geführt. Nicht zuletzt wegen der lauten Geräusche ging die Polizei, bei der sich viele besorgte Bürger meldeten, von tieffliegenden Kampfjets aus, die allerdings niemand zu Gesicht bekam. Im Laufe des Montagvormittags dementierte dann die Luftwaffe. Im betreffenden Zeitraum seien keine Strahlflugzeuge der Bundeswehr im Einsatz gewesen oder hätten die Schallmauer durchbrochen, so ein Luftwaffen-Sprecher. Als die Flugzeugvariante ausgeschlossen wurde, kamen kurzzeitig sogar Gerüchte auf, dass ein Meteorit abgestürzt sei und den Knall sowie die Erschütterungen verursacht hätte. „Lautes Grollen wird oft im Zusammenhang mit Erdbeben beobachtet. Gerade im Vogtland, wo kleine Beben zur Normalität gehören, können wir oft tiefe, laute Geräusche beobachten“, klärt Wendt das akustische Phänomen auf.

Ein Erdbeben schien zunächst auch deshalb unwahrscheinlich, weil die Sächsische Schweiz nicht gerade dafür bekannt ist, ein Erdbebengebiet zu sein. „Seit 1200 Jahren werden in Deutschland tektonische Aktivitäten dokumentiert, ohne dass in Pirna auch nur ein leichtes Beben registriert wurde“, sagt Wendt. Auch andere sächsische Erdbebenforscher können sich das Ereignis nicht erklären. „Ein derartiges Beben ist für die Sächsische Schweiz äußerst untypisch. Seit 1984 arbeite ich in diesem Observatorium ohne so ein Erlebnis gemacht zu haben“, wundert sich die technische Assistentin im Seismologischen Observatorium Berggießhübel, Elke Novak, die am Dienstagmorgen ebenfalls die Ausschläge auf den Aufzeichnungen ihrer Messgeräte beobachten konnte.

Hauke Heuer

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