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Epilepsiezentrum Kleinwachau geht neue Wege

Bessere medizinische Versorgung Epilepsiezentrum Kleinwachau geht neue Wege

Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen ist seit langem in Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) sichergestellt. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres aber endet dieses Angebot. Als erste Klinik in Deutschland plant das Epilepsiezentrum Kleinwachau die Errichtung eines Medizinischen Zentrums für erwachsene Menschen mit Behinderung.

So soll die Klinik nach Abschluss der Arbeiten aussehen. Im Erdgeschoss zieht das MZEB ein.
 

Quelle: buruckerbarnikol + thoma architekten

Radeberg. Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit geistigen und körperlichen Behinderungen ist seit langem in so genannten Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) sichergestellt. Hier werden Patienten mit Handicap dank verschiedener Fachdisziplinen speziell behandelt. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres aber endet dieses Angebot, die Betroffenen sind in den meisten Fällen auf sich alleine gestellt. „Es ist dringend notwendig, ihre medizinische Versorgung zu verbessern“, sagt Martin Wallmann, Geschäftsführer des Epilepsiezentrums Kleinwachau. Als erste Klinik in Deutschland plant die Einrichtung deshalb die Errichtung eines Medizinischen Zentrums für erwachsene Menschen mit Behinderung (MZEB), das auf einer neuen gesetzlichen Grundlage beruht.

Denn auch der Politik sind die Bedingungen nicht verborgen geblieben. Der Paragraf 119c des Sozialgesetzbuches regelt seit Juli vergangenen Jahres die verbesserte medizinische Versorgung erwachsener Menschen mit Behinderung – und bringt so die Gründung der speziellen Zentren auf den Weg. Im Herbst 2015 hat ein eigens gegründetes Team des Epilepsiezentrums ein Konzept erarbeitet, das die vorwiegend ambulante, fachübergreifende Behandlung als dritte Säule neben Haus- und Facharzt zum Ziel hat. Diese Planung liegt nun beim Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung, der darüber entscheidet. „Wir planen mit einer Einweihung noch in diesem Sommer“, zeigt sich Chefarzt Dr. Thomas Mayer optimistisch.

„Das wäre ein ordentlicher Schritt nach vorne“, sagt Wallmann. Alle offenen Fragen aber sind noch nicht geklärt. So die der Finanzierung. „Wenn wir die Zulassung bekommen, müssen wir mit den Krankenkassen verhandeln, wieviel Geld wir schließlich bekommen“, erklärt Mayer. Erst dann könne über die Anstellung spezieller Fachärzte wie Logopäden oder Diätassistenten nachgedacht werden. Auch die Auslastung ist für die Experten noch Zukunftsmusik, denn das MZEB bietet eine zusätzliche, keine alternative Betreuung. Alle angebotenen Behandlungen kommen also zum aktuellen Pensum hinzu. „Wir arbeiten nach Angebot und Nachfrage“, fasst es der Chefarzt zusammen.

Fest steht allerdings, dass das MZEB das Erdgeschoss des Neubaus beziehen wird, der derzeit für knapp fünf Millionen auf dem Areal der Klinik entsteht. Bis zur Fertigstellung werden alte Räumlichkeiten genutzt. Die Einweihung des Anbaus ist für den 6. Januar 2017 vorgesehen. Ein hartes Stück Arbeit für Bauleiter Uwe Hempel, der eine Verzögerung von einem Vierteljahr einräumen muss. „Es wird eine sportliche Aufgabe, das wieder einzuholen. Aber wir errichten kein Wohnhaus, sondern ein Gebäude mit sehr viel Technik. Das ist anspruchsvoll“, so Hempel. Ende April soll der Rohbau fertig sein.

Wer sich selbst ein Bild von den Bauarbeiten machen möchte, kann dies im Internet unter www.kleinwachau.de/baustelle tun.

Von Christin Grödel

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