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Entdeckungen eines Besuchers im Meißner Stadtmuseum

Entdeckungen eines Besuchers im Meißner Stadtmuseum

Der Besucher stutzt, wenn er vor einer Kirche statt vor einem Museumsbau steht. Aber er ist richtig, denn nach wechselvoller Geschichte beherbergt die ehemalige Franziskanerklosterkirche tatsächlich das Stadtmuseum.

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Meissen. Der Besucher stutzt, wenn er vor einer Kirche statt vor einem Museumsbau steht. Aber er ist richtig, denn nach wechselvoller Geschichte beherbergt die ehemalige Franziskanerklosterkirche tatsächlich das Stadtmuseum. Schon bei dessen Betreten offenbart ein Blick zur Decke die sehr schönen Kreuzgewölbe. Ansonsten herrscht im Erdgeschossbereich derzeit lebhaft-buntes Treiben. Eine Sonderausstellung mit 22 Murmelbahnen des Hannoveraners Ortwin Grüttner zieht  Kinder und Erwachsene noch bis zum 31. Januar in ihren Bann.

Auf der oberhalb der Kasse befindlichen Stirnwand entdeckt der Besucher zwei von 17 der Stadt Meißen gehörende große, auf Karton gezogene Bilder des Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872). Carolsfeld erlangte im 19. Jahrhundert große Popularität durch seine Bibelillustrationen. Es sind die originalen Vorzeichnungen, die der Maler schuf, nachdem er vom Bayernkönig Ludwig I. den Auftrag erhalten hatte, fünf Säle der Münchner Residenz auszuschmücken. Der Maler und Grafiker entschied sich für Szenen aus der Nibelungensage.

Im hinteren Erdgeschossbereich dominiert die 230 Jahre alte Ratsweinpresse, die vermutlich noch bis 1912 in Betrieb war. Sie hatte einen Handantrieb, zu ihrer Bedienung waren bis zu vier Männer erforderlich. An der nordöstlichen Stirnwand erblickt der Besucher Fragmente eines freigelegten Wandgemäldes, welches überlebensgroß den Hl. Christophorus darstellt.
In den beiden Obergeschossen erfährt der Besucher alles Wissenswertes über die mehr als tausendjährige Geschichte Meißens, beginnend mit den ältesten Zeugnissen menschlicher Besiedlung im Meißner Land – durch die ackerbauenden Bandkeramiker. Auch auf die wechselvolle Geschichte des Franziskanerklosters wird eingegangen.

Einige Modelle verdeutlichen die Entwicklung der Burg Meißen und ihres Umfeldes. Das Marktrecht, die Wehrhaftigkeit und Frömmigkeit werden belegt. Als stetig wirksame Blickfänger erweisen sich die zahlreichen Bilder, auf denen die Veränderungen der bekannten Ansicht von Dom und Burg hoch über dem Elbestrom über die Jahrhunderte hinweg für die Nachwelt festgehalten wurden.
Die komplette Stadtansicht von 1630 hat Matthias Merian als Kupferstich hinterlassen. Hochinteressant, weil selten so zu sehen, ist eine Szenerie auf dem Moritzburger Großteich, die das Flottenfest des sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. mit der Nachstellung einer Seeschlacht im Russisch-Türkischen Krieg zeigt. Der Besucher ist beeindruckt, hier im Stadtmuseum sogar ein Exemplar „Das newe testament deutzsch“, eine Lutherbibel aus dem Jahre 1524 hier vorzufinden. Bildschöne Öfen und Fliesen aus der berühmten Ofenindustrie vertreten ebenso die Meißner Industriegeschichte wie eine Tasse aus Böttger-Porzellan.

Auf einer der Galerien entdeckt man Sehenswertes aus dem Nachlass des Meißner Weinhändlers, Lotteriekonzessionärs und Kunstsammlers Otto Horn (1880-1945). Nicht Teile seiner legendären Münzsammlung, sondern wunderschöne Skulpturen und Schreine.

Stadtmuseum Meißen, Franziskanerklosterkirche, Heinrichplatz; Tel: 03521-45 88 57; geöffnet Di - So 10-18 Uhr; Eintritt: Erw. 4 Euro, Erm. 3 Euro.

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