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Ende des Dornröschenschlafs im Meißner Domherrenhof

Ende des Dornröschenschlafs im Meißner Domherrenhof

Meißen. Vier Jahre passierte nichts. Der Domherrenhof an der Meißner Freiheit stand ungenutzt leer. Jetzt tut sich dort aber jede Menge. Seit ein paar Wochen wird das über 800 Jahre alte Anwesen saniert.

Von Stephan Klingbeil

Bis zu 30 Handwerker sind dort täglich damit beschäftigt, das verwaiste Kleinod in einen schmucken Tagungsort mit Restaurant und acht Gästezimmern zu verwandeln. Hier zieht außerdem die Akademie der Elblandkliniken ein. Dort werden Aus- und Fortbildungsseminare der Elblandkliniken-Stiftung angeboten. Auch Studiengänge mit Bezug zum Gesundheitswesen seien dort geplant.

"Wir haben in Meißen einen Standort dafür gesucht", sagt Daniela Bollmann von den Elblandkliniken, die neuen Eigentümer. Alternativen zu dem Hof hätte es nicht gegeben. Rund 500 000 Euro würden Kauf und Sanierung des "überraschend gut erhaltenen" Hofs zusammen kosten. Nachdem der Kreis dem Verkauf zugestimmt hatte, hat das kreiseigene Unternehmen ihre Elbland Service und Logistik GmbH beauftragt, dem Hof Leben einzuhauchen. Ab 18. Oktober soll das Denkmal am St. Afra-Gymnasium wieder eröffnet werden. Ein ehrgeiziger Plan - so scheint es.

Denn im Gebäude scheint der Putz erst gerade getrocknet. In mehreren Räumen lagern Bauteile oder Überbleibsel der alten Einrichtung. Metallstützen müssen entsorgt werden. Sogar die Lautsprecher im Obergeschoss sind noch nicht abgeschraubt. Sie sorgten einst dafür, dass man in den dortigen Büroräumen mitbekam, was unten bei den Sitzungen des alten Kreistags besprochen wurde.

Schließlich fehlt die Inneneinrichtung. Wie etwa die Bibliothek oder die komfortablen Suiten aussehen sollen, kann man derzeit nicht einmal erahnen. Alles ist im Werden und es bleiben nur noch neun Wochen. "Wir schaffen das", sagt Philipp Veigele. Der 29-Jährige aus dem schwäbischen Esslingen ist seit Juli für die Elblandkliniken tätig. Er ist der künftige Leiter des Gästehauses und der Gastronomie. Veigele bringt Erfahrung mit, wie man Hotels und Restaurants einrichtet und vermarktet. "Der Fokus liegt auf Qualität und Service", sagt er.

Der smarte Schwabe ist überzeugt davon, dass man viel aus dem historischen Anwesen herausholen kann. Sogar der Pulverturm mit der knarrenden Holztreppe aus dem Mittelalter wird genutzt. Angedacht sei, dass dort über die Geschichte des Hofs informiert wird. Er ist ein bedeutender Teil der Altstadt, war Befestigungswerk, wurde stetig ausgebaut, war Unterkunft für Adlige, Kantor und Medicus. Auch Witwen, die Gräber pflegten, lebten dort. Zuletzt nutzte der Kreis den Hof.

Doch schon vor der Gebietsreform war klar, dass der Hof mit seinem Großen Saal ist zu klein für alle Abgeordneten des neuen Meißner Kreises. Ein Käufer wurde gesucht. Seit 2007 - ohne Erfolg. Veigele versteht das nicht. "Allen in der Branche, denen ich davon erzählt habe, wunderten sich wie ich", sagt er.

Hat der Landkreis nicht intensiv nach Käufern gesucht? "Ganz im Gegenteil", sagt Sprecherin Kerstin Thöns. Der Hof sei mehrfach angeboten worden. "Viele Interessenten" und mögliche Investoren habe es gegeben. Diese seien aber abgesprungen. Die Lage mit den engen Zufahrtswegen hätten abgeschreckt. Die fehlenden Parkplätze ebenso. Landrat Arndt Steinbach (CDU) war wichtig, dass es ein sicheres Nutzungskonzept für den Hof gibt. Mit der Akademie im Domherrenhof hat man nun offenbar das passende Konzept gefunden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.08.2012

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