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Elbtal droht Flut wie 2002 - Einwohner bereiten sich auf Evakuierung vor

Elbtal droht Flut wie 2002 - Einwohner bereiten sich auf Evakuierung vor

Die Pirnaer Händler räumen ihre Geschäfte aus und verbarrikadieren Fenster, Bewohner der Altstadt schleppen Möbel in höher gelegene Etagen und stapeln Sandsäcke vor den Türen - Pirna schützt sich vor der großen Elbeflut.

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Händler und Einwohner der Pirnaer Altstadt brachten ihr Hab und Gut in Sicherheit.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna/Heidenau/Freital. Und diese kann an "die Dimensionen der Jahrhundertflut von 2002 heranreichen", sagte gestern OB Klaus-Peter Hanke (parteilos). Nach aktuellen Prognosen steigt die Elbe bis morgen weiter an. Der Scheitelpunkt wird voraussichtlich bei über elf Metern liegen. Da das Hochwasser schon jetzt alle Kräfte fordert und in den nächsten Wochen mit dem Aufräumarbeiten noch fordern wird, sagte OB Hanke das Stadtfest zum 780-jährigen Stadtjubiläum Mitte Juni ab.

Gestern lag der Elbepegel bereits in den späten Nachmittagsstunden bei mehr als sieben Metern, gegen Mitternacht wurde die Acht-Meter-Marke erwartet. Das Hochwasser hat damit den Stand vom Frühjahr 2006 erreicht. Allerdings steigt es weiter. Erste Stromabschaltungen waren die Folge. So wurden Bereiche um das Carolabad, um den Hauptplatz in Copitz, der Ortsteil Obervogelgesang und die Schifftorvorstadt sowie Häuser entlang der Langen Straße vom Netz genommen. Im Laufe des heutigen Tages folgen weitere Teile der Altstadt.

Die Feuerwehr hat gestern Häuser in den betroffenen Gebieten evakuiert. "Eine Zwangsevakuierung gibt es nicht", sagte Ortswehrleiter Peter Kammel. Er gab aber zu bedenken, dass keine schnelle medizinische Versorgung sowie Verpflegung mit Lebensmitteln mehr gewährleistet sei, wenn das Wasser in Straßen und Häusern steht. Für Pirnaer, die nicht bei Bekannten oder Verwandten Unterschlupf finden, wurden in der Turnhalle auf dem Sonnenstein und dem Berufsschulzentrum in Copitz Notquartiere eingerichtet. Um die evakuierten Bereiche vor Plünderungen zu schützen, sind zusätzlich Polizisten im Einsatz.

Auf Evakuierungen bereitete sich gestern Abend auch die Nachbarstadt Heidenau vor. Die Elbe drohte, spätestens in den Morgenstunden über den Industriegleisdamm zu fließen und die Ge- bäude im Bereich Pirnaer Straße und Müglitzmündung zu überfluten. Die Betroffenen konnten im Pestalozzi-Gymnasium Unterschlupf finden. Deshalb ist dort derzeit kein Schulbetrieb möglich. Die Verwaltung hat alle Schulen, Kitas und Einrichtungen der Kindertagespflege für den Rest der Woche geschlossen.

Der Schulbetrieb wurde auch in Pirna eingestellt. Eine Betreuung sei jedoch in den Grundschulen sichergestellt. "Die Lessing Grundschule empfängt die Schulkinder in der Kindertagesstätte am Schlängelbachweg", teilte Stadtsprecher Thomas Gockel mit. Geschlossen bleiben auch die Kitas "Spieloase", "Spatzennest", "Kinderland", "Naseweis" und das "Evangelische Kinderhaus".

In Freital haben die Menschen mit der Weißeritz zu kämpfen. Der Stauraum der Talsperre Malter war voll und konnte die Wassermassen ab den frühen Nachmittagsstunden nicht mehr aufnehmen. Die Talsperre lief über und die Weißeritz stieg flussabwärts an und trat über die Ufer. Die Dresdner Straße wurde Richtung Hainsberg ab Bahnhof Hainsberg bis Tharandter Straße sowie Brücke Rabenauer Straße gesperrt. In den Keller der Geschwister-Scholl-Schule drang Wasser ein. Der Schulbetrieb wurde wie an der Lessing-Grund- und Mittelschule eingestellt. Geschlossen sind auch die Kitas "Willi", "Regenbogen" und "Mühlenwichtel". Eine Notbetreuung der Kinder wurde in den Kitas "Sonnenblume", "Rotkopf Görg" und "Waldblick" auf die Beine gestellt.

Der Katastrophenstab des Landratsamtes rät, die Kinder in den Katastrophengebieten zu Hause zu lassen. Die Eltern dürfen selbst entscheiden, ob sie ihre Sprösslinge trotz des Hochwassers zur Schule schicken.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.06.2013

Silvio Kuhnert

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