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Elblandkliniken machen keine Verluste mehr

Elblandkliniken machen keine Verluste mehr

Das Radebeuler Elblandklinikum ist "immer noch in einer schwierigen Lage". Das sagt Frank Ohi, Vorstand der Elblandkliniken. Den früheren Prokuristen hatte der Kreistag ins Amt gehievt, weil der dem Landkreis gehörende Klinikkonzern, zu dem auch Krankenhäuser in Meißen und Riesa sowie das neugebaute Reha-Zentrum in Großenhain gehören, 2013 fünf Millionen Euro Verlust geschrieben hat.

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Frank Ohi

Quelle: Stephan Klingbeil

In diesem Jahr fielen die Bilanzen konzernweit besser aus, berichtet Ohi nun. "Wir werden wohl bei plus 1,6 Millionen Euro landen", sagt er. Eine Verbesserung nach dem "horrenden Schreckensjahr", auf der man sich aber nicht ausruhen dürfe. Den größten Handlungsbedarf sieht er insbesondere in Großenhain, wo die Belegungszahlen "bei weitem" nicht so sind, wie man sie sich vorgestellt hat. Dort fehlen zudem Fachkräfte.

Auch in Radebeul gibt es laut Ohi Abteilungen, die Verluste erwirtschaften. "Es ist aber keine Fachabteilung von der Schließung bedroht", betont der Klinikvorstand. Das ist eine wichtige Botschaft, hatte Ohi doch zuletzt mit der Schließung der unrentablen Radebeuler Geburtsstation für Unmut gesorgt. Wegen seiner Entscheidung werde er auch heute noch angefeindet, sagt Ohi. "Es würde guttun, wenn ich in Radebeul mal zum Bäcker gehen könnte, ohne beleidigt zu werden." Defizitäre Abteilungen will er künftig auf Vordermann bringen, indem er Synergie-Effekte stärker ausnutzt. Wie genau, das sagt Ohi nicht.

Im Gegenzug kündigt er hohe Investitionen an: 80 Millionen Euro wollen die Elblandkliniken in den nächsten Jahren ausgeben, wenn die entsprechenden Fördermittel-Anträge bewilligt werden. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Projekte, die schon der alte Vorstand ins Auge gefasst hatte und die Ohi jetzt den neuen Gegebenheiten angepasst hat. Entsprechend fallen sie deutlich bescheidener aus. So sollte in Riesa für rund 70 Millionen Euro eine neue Klinik entstehen und das alte Krankenhaus abgerissen werden. Stattdessen wird nun für 55 Millionen Euro der Altbau saniert - wegen des laufenden Betriebs über mehrere Jahre Bauzeit. Die vier Millionen Euro, die das Unternehmen in die Planung des Klinikneubaus gesteckt hatte, waren somit wegen dieser Umorientierung umsonst ausgegeben, wie Ohi einräumt. Das gilt übrigens auch für den Operationsroboter, der 2012 angeschafft wurde. Er ist inzwischen verkauft, nachdem er jedes Jahr für Verluste von 500 000 bis 600 000 Euro gesorgt hatte.

In Radebeul will der Klinikvorstand 25 Millionen Euro investieren. Davon profitieren dann vor allem die Notaufnahme und die Funktionsdiagnostik. Im Zentral-OP sollen zwei bis drei neue Säle entstehen. Außerdem soll die Psychiatrie, die derzeit über das Haus verteilt ist, zusammengeführt werden. "Mit den 25 Millionen Euro werden wir das nicht alles darstellen können", bremst Ohi die Erwartungen. Die wichtigsten Schritte dürften aber zu finanzieren sein.

Den Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg des Radebeuler Klinikums liegt laut Ohi in der Spezialisierung. Nur so könne man in der starken Konkurrenz zu den nahen Dresdner Krankenhäusern bestehen. Wichtig dafür seien zum Beispiel das Augenzentrum und das Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM).

Über die Lage des Krankenhauses an der Heinrich-Zille Straße macht sich Ohi auch Gedanken. Es gebe Überlegungen, die Anfahrtswege zu verändern, aber da habe sich bisher keine günstige Alternative herauskristallisiert. Um die zumeist sehr angespannte Lage auf dem Parkplatz zu entwirren, plant er Schranken und einen Parkscheinautomaten zu installieren. Sie sollen Anwohner von den Stellflächen fernhalten, die für Patienten und Besucher gedacht sind.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.09.2014

Uwe Hofmann

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