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Elblandkliniken lösen ihre Sterilgut-Abteilungen auf und lassen OP-Besteck fortan zentral reinigen

Elblandkliniken lösen ihre Sterilgut-Abteilungen auf und lassen OP-Besteck fortan zentral reinigen

Ein einziger von einer Million Keimen darf übrig bleiben. Erst dann gilt das in Boxdorf gereinigte Operationsbesteck als steril. Nur dann können Skalpell, Schere, Pinzette in die drei Krankenhäuser der Elblandkliniken zurück gekarrt werden.

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Klaus Sellinghoff, Chef von Cleanpart Healthcare (l.), erklärt die neuen Sterilgut-Anlagen im Boxdorfer Neubau.

Quelle: Martin Förster

Die kommunale Krankenhausgesellschaft macht künftig ihr OP-Besteck nicht mehr vor Ort in Radebeul, Riesa und Meißen steril. Fortan lässt sie die medizinischen Werkzeuge zentral im Gewerbegebiet des Moritzburger Ortsteils von der Firma Cleanpart Healthcare GmbH von Keimen befreien.

Die Duisburger gehören zur Cleanpart-Gruppe, die im Boxdorfer Gewerbepark schon eines von weltweit zwölf Werken betreibt. Die Gruppe ist Marktführer bei Reinigung und Oberflächenbehandlungen in der Halbleiterindustrie. Von dem Knowhow profitiert auch die Cleanpart Healthcare, die mit den Kliniken eine Tochterfirma gründete. Bei dieser ist die Krankenhausgesellschaft mit 51 Prozent Mehrheitseigner. Hauptaufgaben des neuen Unternehmens sind Reinigung und Aufbereitung von OP-Instrumenten für über 20 000 Operationen pro Jahr.

Damit das klappt, wurde für rund 5,2 Millionen Euro innerhalb von rund acht Monaten in Boxdorf ein Neubau aus dem Boden gestampft. 80 Prozent der Summe wurden dabei in neue Technik investiert. Und die hat einiges zu bieten.

Die mit Blutresten, Bakterien und Viren verunreinigten medizinischen Geräte, die in den drei Krankenhäusern codiert und nach Boxdorf gebracht werden, landen zuerst in großen Spülmaschinen. Dort werden sie bei teils 93 Grad gereinigt. Anschließend schaffen Mitarbeiter die Instrumente in Sterilgut-Anlagen, die aussehen wie Öfen. Darin wird zunächst ein enormer Druck erzeugt. Dann wird das penibel sortierte Besteck mit 134 Grad Celsius Dampf bearbeitet. "Das schafft jeden Keim", erklärt Klaus Sellinghoff, Chef von Cleanpart Healthcare. "Wir gehen auf Nummer sicher." Geräte, die durch Druck und Hitze zerstört würden, behandeln sie jedoch mit Chemikalien.

Diese Verfahren sind teuer, weshalb die Anlagen nicht abgeschaltet werden, sondern rund um die Uhr Keime töten. Später werden alle Teile eingetütet und zurück in die Krankenhäuser gebracht. Vier- bis fünfmal täglich sollen solche Transporte stattfinden, die eine Service-Tochter der Elblandkliniken übernimmt.

Die alten Sterilgut-Anlagen werden indes nicht mehr gebraucht. Die 26 Mitarbeiter der bisherigen Abteilungen der drei Krankenhäuser hingegen schon. "Es gibt keine Entlassungen - ganz im Gegenteil", sagt der Kliniken-Vorstand Frank Ohi. Je nach Auftragslage seien sogar Neueinstellungen wahrscheinlich. Nach Auflösung der Abteilungen zieht das Personal nach Boxdorf um. Derzeit ist Meißen dran, Ende Juli folgt Radebeul und im September Riesa. Die Reihenfolge habe sich laut Ohi ergeben, da in Meißen die Vorbereitungen schneller vorangingen.

Eine zentrale Sterilgutversorgung ist seit 2009 Thema. Ohi war als Prokurist mit an der Neustrukturierung beteiligt. Die Kliniken setzen auf eine modernere Sterilgut-Technik mit mehr Kapazitäten. Dafür sei das vorhandene Raumangebot in ihren Krankenhäusern zu knapp gewesen. "Die OP-Methoden werden anspruchsvoller, Reinigung und Desinfektion der OP-Instrumente auch", erklärt Sellinghoff. Ferner sei die wirtschaftliche Bedeutung von Operationen für Krankenhäuser enorm. Hier würden 70 Prozent der Erlöse erzielt, führt er fort. Um den steigenden Anforderungen zu entsprechen, sei nur eine zentrale Sterilgutreinigung infrage gekommen.

Dies spare Kosten und schafft auch die Möglichkeit, mehr medizinische Geräte zu säubern. Derzeit müssten bis zu 55 000 OP-Instrumente pro Jahr an den drei Krankenhäusern keimfrei gemacht werden. In Boxdorf wären es 75 000. Bei Bedarf könnte man in dem Neubau künftig auch für andere Krankenhäuser oder Arztpraxen Geräte reinigen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.07.2013

Stephan Klingbeil

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