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Eintauchen in die Welt von Aschenbrödel

Eintauchen in die Welt von Aschenbrödel

Der Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist Kult. 600 000 Besucher sahen sich die vier Ausstellungen zum Klassiker aus den 1970er Jahren auf Schloss Moritzburg an. Nach zwei Jahren Pause eröffnet am 7. November eine neue Dauerausstellung.

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Damit der Zuschauer tief eintauchen kann in den Märchenfilm aus den 1970ern, verwenden die Macher der Ausstellung echte Baumstämme für Aschenbrödels Wald.

Quelle: Visualisierungen: whitebox

Radebeul. Der Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist Kult. 600 000 Besucher sahen sich die vier Ausstellungen zum Klassiker aus den 1970er Jahren auf Schloss Moritzburg an. Nach zwei Jahren Pause eröffnet am 7. November eine neue Dauerausstellung in insgesamt zehn Räumen. DNN sprachen mit den beiden Gestaltern, den Architekten Daniel Sommer und Christian Frommelt (beide 32) von der Dresdner Agentur "whitebox".

Inwiefern unterscheidet sich die neue Ausstellung von ihren Vorgängerinnen?

Daniel Sommer: Normalerweise fangen wir bei Null an, wenn wir eine Ausstellung machen. Hier aber hatten wir es mit einer Schau zu tun, die schon jahrelang erfolgreich lief. Wir haben überlegt, was wir anders machen können. Wir wollten, dass die Leute näher ans Aschenbrödel herankommen, dass sie nicht nur an ihrem Haus vorbeilaufen, sondern hineingehen können.

Christian Frommelt: Die Ausstellung wird zweigeteilt sein. Im ersten Teil geht es ums Filmemachen - um Filmschnitt, Kameraführung, Kulissen, Kostüme. Im zweiten Teil laden wir die Besucher ein, durch die Leinwand in den Film zu gehen.

Daniel Sommer: Wir wollten beispielsweise Aschenbrödels Wald zeigen, der im Film eine große Rolle spielt. Also brauchten wir echte Bäume. In einem denkmalgeschützten Barockschloss einen Baum aufzustellen, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Denn sie dürfen ihn nirgendwo befestigen. Und die Ausstellung befindet sich im zweiten Obergeschoss des Schlosses. Wir haben es trotzdem geschafft, zwei echte Fichtenstämme mit je 40 Zentimetern Durchmesser, frisch gefällt aus sächsischem Wald, in die Schau zu bringen. Sämtliche Ausstellungsstücke kommen ohne eine Schraube in der Wand oder im Fußboden aus, nichts ist verklebt. Alles so aufzubauen, dass es standsicher und ungefährlich ist, aber beklettert werden kann, bedeutete schon einen immensen logistischen Aufwand. Das merkt nie jemand.

Werden die Besucher wieder Originalkostüme zu sehen bekommen?

Christian Frommelt: Ja, natürlich - das Kostüm des Königs, der Minister und der Stiefmutter mit dem voluminösen Hut. Es sind Leihgaben aus den Filmstudios Barrandov in Prag und Babelsberg. Und wir werden ein Originalkostüm zeigen können, das noch nie zuvor öffentlich gezeigt wurde. Dieses Kostüm eines Tänzers aus der Ballszene stammt aus Privatbesitz, das auf verschlungenen Pfaden zu uns gelangt ist.

Wie ist es denn in Privatbesitz gekommen?

Christian Frommelt: Eine Familie aus Erfurt hatte es bei einer Auktion am Erfurter Theater vermutlich als Faschingskostüm erstanden. Der Familie war dann schließlich selbst aufgefallen, welchen Schatz sie da ersteigert hatte.

Was gibt es noch zu sehen?

Daniel Sommer: Wir haben beispielsweise Monitore im Stile eines Fernsehers aus den 1970ern nachgebaut. Die Besucher können an einem einzigen großen Knopf drehen und sich die Dreharbeiten vom ersten bis zum letzten Drehtag angucken. Eins ist sicher, es gibt auch für Fans, die glauben, jede Szene zu kennen, noch neue Informationen. Die Kuratoren haben mit sehr viel Mühe in den Archiven recherchiert. Das ist vorher nie gemacht worden.

Welche Rolle spielen denn die drei Haselnüsse?

Christian Frommelt: Die Besucher bekommen eine Haselnuss genauso wie das Aschenbrödel im Film. Mit der Haselnuss als Schalter gewissermaßen können die Besucher verschiedene Aufgaben lösen, sich Dinge erschließen. Und sie bekommen die Möglichkeit, die damalige Filmhandlung weiter zu spinnen. Was wäre, wenn beispielsweise das Kleinröschen den Prinzen tatsächlich bekommen hätte, den es sich in der Ballszene geschnappt hat? Da haben wir verschiedene Versionen erarbeitet.

Wie lange läuft die Ausstellung?

Daniel Sommer: Vorerst fünf Jahre. Es ist - passend zum Film - eine Winterausstellung, die von November bis Februar geöffnet hat. Das heißt, sie wird im Sommer nicht abgebaut. Das bedeutete aber auch, dass wir mit einer viel kleineren Fläche auskommen mussten. Die Ausstellung ist mit 700 Quadratmetern jetzt nur noch halb so groß wie die vorhergehenden Schauen.

Lohnt sich ein Rundgang durch den Außenbereich, wenn man mehr über Aschenbrödel erfahren will?

Christian Frommelt: Auf jeden Fall! Mit Hilfe einer Schatzkarte können die Besucher Originaldrehorte auf dem Gelände ausfindig machen. Sie bekommen die Möglichkeit, wie Aschenbrödel in der Ballszene durchs Schlossfenster zu schauen und etwas zu entdecken. Was - das verrate ich aber noch nicht. Und auch der Stall von Aschenbrödels Pferd Nikolaus ist mit Originalbauteilen nachgebaut worden.

Wie oft haben Sie den Film schon gesehen?

Christian Frommelt: Ich kannte ihn vorher noch gar nicht, bin also völlig unvoreingenommen herangegangen. Aber mittlerweile kann ich ihn mitsprechen.

Daniel Sommer: Bei uns gehörte er zum Familieninventar. Das war der Weihnachtsfilm bei uns. Insofern haben Christian und ich uns gut ergänzt.

Seit wann bereiten Sie die Ausstellung vor?

Christian Frommelt: Wir haben den Gestaltungswettbewerb vor anderthalb Jahren gewonnen und unmittelbar danach angefangen. Kleine Ironie an der Geschichte: Der Film ist in einem dreiviertel Jahr gedreht worden, Wir arbeiten also an der Ausstellung jetzt schon länger, als die Produktion des Films gedauert hat. Aber damals wurden ja nur die Außenszenen in Moritzburg gedreht. Da musste in Sachen Denkmalschutz nicht ganz so viel beachtet werden.

Zu wievielt bereiten Sie die Ausstellung vor?

Daniel Sommer: Wir sind zu dritt. Unsere Grafikerin Mandy Münzner und wir beide. Für die Sachen, wo wir nicht Profi genug sind, haben wir uns Spezialisten gesucht. Alles in allem sind wir 15 Leute.

Welche Ausstellungen haben Sie in der Vergangenheit noch gestaltet?

Christian Frommelt: Die Ausstellung "Auf der falschen Seite" in Nossen, die Schau "Eine starke Frauengeschichte" in Rochlitz und "Prost! 1000 Jahre Bier in Sachsen" auf der Meißner Albrechtsburg.

Katrin Richter

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