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Einer bekommt Flutschutz, zwei müssen warten

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Ein hartes Stück" Arbeit habe man da erledigt, sagte Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) gestern auf dem Vierruthenweg im Radebeuler Ortsteil Naundorf.

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Staatssekretär Herbert Wolff, LTV-Bereichsleiterin Birgit Lange und OB Bert Wendsche (parteilos, v.l.), der sich extra in sein Hochwasser-Dress geworfen hatte, diskutieren den Verlauf der Hochwasserschutzlinie in Naundorf.

Quelle: Uwe Hofmann

Den Bau der dort verlaufenden Hochwasserschutzlinie kann er mit diesen Worten nicht gemeint haben. Das etwa fünf Millionen teure Vorhaben hat gestern mit einem symbolischen Baggerhub erst begonnen und soll im November 2016 abgeschlossen sein.

Durch die etwa 700 Meter lange Anlage sollen nahebei liegende Unternehmen wie die Verzinkerei oder die Umformtechnik, aber auch die Ortsteile Naundorf und Zitzschewig vor Fluten geschützt werden, wie sie statistisch alle 100 Jahre auftreten. Mit dem "harten Stück Arbeit" meinte Wendsche vor allem die Vorarbeiten für den Bau. Vor zehn Jahren habe man mit den Planungen begonnen, sagt Birgit Lange, die kommissarisch als Betriebsleiterin der Abteilung Oberes Elbtal bei der Landestalsperrenverwaltung (LTV) fungiert. Die Überlegungen für Hochwasserschutzlinien in Fürstenhain und Altkötzschenbroda haben zeitgleich begonnen, dennoch ist 13 Jahre nach dem ersten großen Elbehochwasser 2002 derzeit noch nicht absehbar, wann dort gebaut werden kann. Derzeit streiten Anwohner und LTV noch über die Vorhaben, die eigentlich zeitgleich gebaut werden sollten. "Ich will an dieser Stelle mal an den Gemeinsinn appellieren und - so deutlich muss man das sagen - die Friedenskirchgemeinde auffordern, ihren Eigensinn zurückzustellen", zeigte OB Wendsche deutlich, was er von den Verzögerungen hält.

Dabei galt die Planung für Fürstenhain, die Wendsche mit diesen Worten angesprochen hat, lange Zeit als ähnlich unumstritten wie die für Naundorf, wo mit der Einrichtung eines Habitats für Zauneidechsen und der Verlegung einer Trinkwasserleitung die größten Stolpersteine seit Juni beseitigt sind. Allerdings gab es Kritik von der Friedenskirche, zu deren Füßen die geplante knapp 500 Meter lange Hochwasserschutzwand enden soll. Der Grund: Unter der Hochwasserschutzlinie liegt ein altes Gräberfeld, dessen Gruften durch den Bau nicht gestört werden sollen. Mit Bohrpfahlwänden statt der üblichen, teilweise bis zu neun Meter tief im Boden verankerten Spundwände, die auch in Naundorf zum Einsatz kommen, hat die LTV diesem Wunsch weitestgehend entsprochen. Dennoch klagt die Friedenskirchgemeinde gegen den Planfeststellungsbeschluss, "wegen Details", wie Wendsche kritisiert.

Es geht dabei im Wesentlichen um die Frage, wie die Hochwasserschutzwand gestaltet und durch Umgestaltung des Umfelds versteckt wird. "Wir sind in keinster Weise gegen den Hochwasserschutz, aber wir haben hier ein jahrhundertealtes Bauwerk und wollen, dass der Hochwasserschutz dort ordentlich gestaltet wird", will sich Friedenskirch-Sprecherin Birgit Andert keinen Schwarzen Peter zuschieben lassen. Derzeit sind LTV und Gemeinde in Verhandlungen, die Klage zurückziehen will man aber erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist. Passiert das noch in diesem Jahr, könnte im nächsten bereits gebaut werden, sagt Lange.

Anders sieht das in Altkötzschenbroda aus. Dort habe etwa die Hälfte der betroffenen Anwohner die geplante Schutzwand kritisiert, die in etwa an der Hangkante entlang verlaufen sollte. Deshalb habe man eine zweite Planung präsentiert, nach der die Hochwasserschutzlinie näher an die Häuser rückt und wegen des starken Gefälles niedriger ausfällt. Mit demselben Ergebnis. "Teilweise ist es so, dass der eine Nachbar dafür ist, der nächste dagegen", zweifelt Lange. Mit der dritten Variante, bei der die Hochwasserschutzlinie zwischen den abgelehnten Vorschlägen verläuft, will man nun spätestens ab Januar ins Planfeststellungsverfahren, das laut Lange wenigstens zwei Jahre dauern wird. Heißt: In Altkötzschenbroda müssen die Anwohner noch lange vor einer Flut bangen, wenn Naundorf schon geschützt ist. "Die Frage ist, wer dann die Verantwortung dafür übernimmt, wenn ein Hochwasser kommt", sagt OB Wendsche.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2015

Uwe Hofmann

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