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Eine Ausstellung mit Werken von Dietmar Gubsch in Dippoldiswalde

Ahnung von Zukunft Eine Ausstellung mit Werken von Dietmar Gubsch in Dippoldiswalde

Wir wissen es längst, die Phantasie ist unerschöpflich und zu jeder Erfindung bereit. Das möchte man auf die künstlerischen Werke des aus Dresden stammenden und heute in Burkhardswalde bei Pirna arbeitenden Maler und Bildhauer beziehen.

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Dieter Grubsch: aus der Reihe "Kleine Fassaden", 2002, Öl auf Leinwand.

Quelle: Repro: Galerie

Dresden. Er ist ohne Zweifel ein homo ludens. Er schafft seine Werke, so scheint es uns, spielerisch, ja, und er verführt zum Verspielten, folgt immer wieder den Reizen des Materials, wie man jetzt auch in der Ausstellung seiner kleinen Arbeiten in der Osterzgebirgsgalerie im Schloss Dippoldiswalde erkennen kann. Dort, wo eigentlich die uns allen so vertrauten Maler des Erzgebirges, allen voran Curt Querner, Heribert Fischer-Geising und Gerhard Schiffel zu Hause sind, steht nunmehr der sehr viel jüngere Dietmar Gubsch (geb. 1941) gleichsam wie ein Fremdkörper in der Kunstregion. Seine Totalität des Erlebens ist eine gänzlich andere und eigentlich unversöhnlich mit den traditionellen Werten der Malerei aus dem Erzgebirge, die sehr anschaulich in aller Breite dokumentiert wird. Und doch sind die Werke Gubschs keine wirklichkeitsfremden "Erfindungen", wie man vielleicht meinen könnte, sondern durchaus vom Sendungsbewusstsein eines gegenwärtig Schaffenden getragen und von künstlerischer Verantwortung erfüllt. Nur eben ganz anders als die uns geläufigen Werke der Malerei und Grafik.

Eigenartige Bildfolgen präsentiert Dietmar Gubsch nunmehr in Dippoldiswalde. Da ist eine Reihe von Zeichnungen, die er "Gläserne Räume" nennt. Und eine andere Folge von Malereien trägt den Titel "Kleine Fassaden". Es sind Architekturvisionen in strengen, fugenartigen Rhythmen vorgetragen, gigantische Bilder mit Zellen- und Wabenstrukturen, die an eiskalte, nüchterne Wohnmaschinen gemahnen. Damit wendet sich der Künstler ohne Zweifel dem urbanistischen Bewusstsein zu. Wir sind ja förmlich von Gitterstäben und Rasterstrukturen umzingelt in den riesigen Wohnmaschinen unserer Städte. Wie sagte es Günter Kunert: "Wir nehmen Abschied von gestern. Die alten Städte, die wir lieben, sind nur noch Erinnerung an eine vergangene Zeit. Die Stadt der Gegenwart ist eine Maschine, die uns radikal verändert... Plötzlich ist man in Raster gefangen, im Apartment eingesperrt, und der Blick berührt bestenfalls noch ein paar flache Dächer..."

Natürlich handelt es sich bei dieser Malerei nicht um große Gesellschaftskritik, auch wenn die kleinen Kästchen, die wir auf Gubschs Fassadenbildern sehen, Einengung und Begrenzung des Individuums bedeuten dürften. Enge einerseits, doch andererseits auch wieder Öffnung ins Weite, in das noch nicht Erkannte: der grenzenlose weite Horizont, auf den wir blicken. Und immer wieder in den gezeigten Zeichnungen die geometrischen Überlagerungen oder eine unendlich sich entfaltende Fläche, in der jegliche Raumillusion ausgeschaltet wird. Die Fläche als das Elementare, wie bei dem russischen Maler Malewitsch, ohne Perspektive und autonom! Bei aller Metaphysik, die mit im Spiel ist, die Gebilde - und das gilt wohl auch für die Skulpturen, die hier zu sehen sind, Köpfe aus Alabaster und Serpentin - haben schon eine entsprechend Wirkung. Eine gesetzmäßige, kristallkare Welt, gegen das Chaos gerichtet, in der Farben als Träger des Lichts eine perspektivische Synthese mit der Form eingehen.

bis 3. Januar 2016, Osterzgebirgsgalerie im Schloss Dippoldiswalde, geöffnet Mi 10-16, Do-So und an Feiertagen 13-17 Uhr

von Gert Claußnitzer

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