Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Google+
Ein Schandfleck entlang des Malerweges

Aussichtspunkt Königsnase Ein Schandfleck entlang des Malerweges

Die Königsnase oberhalb von Obervogelgesang gibt ein trauriges Bild ab. Die Aussicht ins Elbtal ist zugewachsen, der Weg hinauf auf den Fels sowie der Ratsplatz auf der Spitze sind in einem schlechten Zustand. Im DNN-Interview appelliert die SPD-AG Euroregion Elbe/Labe die Verantwortlichen auf, endlich zu handeln.

Das Dach der Schutzhütte auf der Königsnase ist in einem desolaten Zustand, den Blick ins Elbtal verdecken Bäume.

Quelle: Silvio Kuhnert

Struppen/Pirna. Der Malerweg gehört zu den beliebtesten und schönsten Wanderrouten in Deutschland. Jedoch hat Klaus Fiedler, Koordinator der SPD-AG Euroregion Elbe/Labe eine Ecke ausgemacht, die an dem Ruf dieses Wanderweges und der Sächsischen Schweiz kratzen kann, und zwar die Königsnase.

Frage: Auf dem Malerweg ist gleich zu Beginn im Liebethaler Grund ein Bereich gesperrt, weil die Lochmühle einzustürzen droht. Am anderen Ende kurz vor Obervogelgesang ist die beliebte Wanderroute auch in keinem guten Zustand. Herr Fiedler, was haben Sie am Aussichtspunkt „Königsnase“ entdeckt?

Klaus Fiedler: Es war für mich einfach mal wieder an der Zeit, auf die Königsnase zu gehen und dann weiter nach Struppen zu wandern. Dort war ich viele Jahre nicht mehr gewesen. Ab dem S-Bahnhaltepunkt bin ich ganz in Ruhe, der Ausschilderung des Malerwegs folgend, gestartet. Dabei musste ich feststellen, dass der Weg nicht gerade ein Aushängeschild für unsere Sächsische Schweiz ist.

In welchem Zustand fanden Sie den Aufstieg und den Ratsplatz auf der Königsnase vor?

Der Weg hinauf zur Königsnase ist für ältere Bürger fast nicht mehr zumutbar, da er nicht mehr trittsicher ist. Teilweise ist der Aufstieg ausgespült, etliche Stufen sind kaputt und schief. Auf den letzten Metern fehlt ein Geländer. Als ich oben ankam, war ich über die Verwilderung des Rastplatzes zutiefst erschüttert. Einen Aussichtspunkt kann man die Königsnase nicht mehr nennen. Denn der Blick ins Elbtal ist komplett zugewachsen. Eine Schutzhütte steht zwar noch. Aber Schutz vor einem Regenschauer kann sie nicht mehr bieten. Es sind nur noch Fetzen vom Dach vorhanden. Und zum Ausruhen traut man sich auch nicht mehr, auf die Bank zu setzen, weil einem das Gefühl überkommt, dass sie gleich zusammenbrechen wird. Über den jetzigen Zustand bin ich einfach nur schockiert. Es ist ein Skandal für das Land Sachsen, den Landkreis und die Gemeinde, dass dieser öffentliche Tourismusweg so heruntergewirtschaftet ist.

Wer ist für den Weg verantwortlich?

Die Route führt durch einen Privatwald. Und Eigentum verpflichtet. Leider besteht seit Jahren ein Konflikt mit der Besitzerin. Dieser sollte im Interesse der Touristen aus Nah und Fern sowie des Ansehens der Region endlich beigelegt werden. Es sollte ein Kompromiss angestrebt werden, der es ermöglicht, dass der Weg, die Schutzhütte mit entsprechender Aussicht ins Elbtal wieder so hergestellt wird, wie er einmal war. Die Sächsische Schweiz, diese einmalige Perle der Natur, besteht nicht nur aus der Bastei. Zu ihrem Gebiet gehört ebenso das linkselbische Landschaftsschutzgebiet und die Königsnase.

Wer könnte in diesem Konflikt vermitteln?

Ich möchte niemanden zu nahe treten. Aber der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz, Klaus Brähmig, hat sich im vergangenen Jahr in den Medien weit herausgelehnt, als er ankündigte, sich dieser Angelegenheit mit allem gebotenen Respekt annehmen zu wollen. Leider ist seither nichts mehr zu hören. Dafür verkündete der Tourismusverband ein neues Projekt für das Elbsandsteingebirge. Man möchte einen Pilgerweg kreieren. Das ist zweifelslos ein guter Gedanke. Bevor man jedoch neue Wanderrouten anlegt, sollte erst Altbewährtes wie der Weg zur Königsnase wieder hergestellt werden.

Was wünscht sie die SPD-AG?

Die Mitglieder der SPD-AG Euroregion Elbe/Labe appellieren an die Eigentümerin, Frau Jesser-Wickel, sich nicht dem Gemeinwohl zu verschließen. In einem sachlich fundierten Gespräch muss es doch möglich sein, eine gemeinsame Lösung zu finden, damit die Königsnase wieder in altem Glanz erstrahlt.

Von Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

22.07.2017 - 05:59 Uhr

Trainer Frank Rietschel hat Einheit Kamenz zum ersten Mal in die Oberliga geführt und will mit dem SV auch dort offensiv spielen

mehr