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Ehepaar harrt in 150 Jahre altem Fachwerkhaus an der Hirschmühle aus

Ehepaar harrt in 150 Jahre altem Fachwerkhaus an der Hirschmühle aus

"Dieses Mal ist es schön still. Man hört seltener Sirenen. Und der Fluss führt nicht so viel Fässer, Container und andere Behälter mit sich, die dann lautstark gegen die Häuser prallen", sagt Angela Paul und blickt hinüber zur Elbe.

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Zum Mittag gibt's bei Pauls Spaghetti auf der Terrasse am Haus - mit Blick auf die Elbe.

Quelle: Catrin Steinbach

"Und es stinkt nicht so nach Diesel. Außerdem fährt jetzt nicht alle zehn Minuten ein Zug vorbei. Alle sind gefasster, alles geht geordneter", ergänzt ihr Mann Helmut.

Das Paar wohnt direkt an der Elbe - nahe des Bahnhaltepunktes Schmilka-Hirschmühle. Nur die Bahngleise, wenige Meter vom Haus entfernt, trennen sie jetzt vom Fluss. Der steigt am Bahndamm weiter und weiter nach oben, erobert Stück für Stück auch den kleinen Garten zwischen Bahndamm und Haus.

Wie zur Flut 2002 bleibt das Paar auch diesmal vor Ort. "Ganz so hoch wie vor elf Jahren soll es ja nicht werden." Helmut Paul nimmt's gelassen. Noch erreicht er trockenen Fußes das über 150 Jahre alte Fachwerkhaus an der Hirschmühle. "Steigt das Wasser noch höher, dann fahren wir das Stück bis zur Straße mit dem Paddelboot." Gewohnt wird in Ober- und Dachgeschoss. "Bis dorthin kommt das Wasser nicht", ist sich Helmut Paul sicher. Wenn der Pegel wieder sinkt, soll es wieder Sektfrühstück geben - wie 2002.

Momentan sind gerade Elektriker da, damit Pauls wieder Strom haben, denn der wurde am Fluss abgeschaltet. Zum Mittag gibt's Spaghetti auf der Terrasse am Haus - mit Blick auf die Elbe und die Häuser von Schmilka am anderen Ufer, die immer weiter im Wasser versinken. "Ich glaub', da drüben sind nicht alle weg. Gestern Abend habe ich einem Haus Kerzenschein gesehen", sagt Angela Paul.

Dann ist es mit der Stille vorbei. Überraschenderweise passiert wieder ein Zug die Strecke. Das Telefon klingelt und Pauls erfahren den aktuellen Pegelstand. In der Ferne geht eine Sirene. Immer wieder fliegt ein Hubschrauber den Fluss entlang. Dann guckt ein Feuerwehrmann um die Hausecke. Auf der schmalen Straße im Grund stehen jetzt plötzlich Feuerwehrautos. Zu Fuß marschieren die Einsatzkräfte an den Bahngleisen vielleicht 300 Meter Richtung Krippen. Dort ist auf einem überfluteten Grundstück ein Flüssiggasbehälter dabei, sich selbstständig zu machen. Derweil treibt auf dem Fluss einer der Gascontainer vorbei, die sich im Hafen von Decin gelöst haben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2013

Catrin Steinbach

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