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Durchlassbauwerk am künftigen Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel schreitet Fertigstellung entgegen

Der erste und einzige Damm mit „Straßenloch“ Durchlassbauwerk am künftigen Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel schreitet Fertigstellung entgegen

Nach fast zwei Jahren Bauzeit geht das Durchlassbauwerk am künftigen Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel bei Schmiedeberg seiner Fertigstellung entgegen. Durch den Stahlbetonbau im künftigen Damm wird nicht nur der Pöbelbach, sondern auch die S 183 führen. Damit ist die Stauanlage in Sachsen und Deutschland ein Unikat.

Blick vom Hang auf das Durchlassbauwerk: In der selben Höhe der Unterkante des Armes des vorderen Kranes wird sich die Deichkrone befinden.

Quelle: Silvio Kuhnert

Schmiedeberg. Das Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel bei Schmiedeberg nimmt allmählich Gestalt an. „Vom Damm selbst ist noch nichts zu sehen“, sagt Eckehard Bielitz, Betriebsleiter Oberes Elbtal bei der Landestalsperrenverwaltung. Aber dessen Schüttung soll noch in diesem Jahr starten. Was seiner Vollendung entgegengeht ist der Straßentunnel. Wobei „Tunnel“ nicht der richtige Begriff sei. Der Projektverantwortliche, Ralph Flemmig spricht von einem „Straßendurchlass“. Denn das Stahlbetonbauwerk misst „nur“ 65 Meter. „Wäre es ein paar Meter länger, dann wär es ein Tunnel“, klärt Flemmig auf.

Das Bauprojekt im Pöbelbachtal sei derzeit Sachsens größte Wasserbaustelle. „Es wird der erste Damm in Deutschland, wo eine Straße durchführt“, berichtet Bielitz. Jedenfalls sei ihm kein anderes Bauwerk mit dieser technischen Lösung bekannt. Notwendig wird diese anspruchsvolle Konstruktion, weil nicht wie bei anderen Staudämmen - etwa dem bei Glashütte – die Straße über die Dammkrone oder am Stauraum vorbei geführt werden kann. Denn dazu hätte die LTV in einen geschützten Weißtannenbestand eingreifen müssen. Dieser Eingriff verbot sich allerdings aus naturschutzrechtlichen Gründen. Der Durchlass werde eine Ausnahme und ein Unikat bleiben, betonte die LTV bereits bei Baubeginn Ende Juli 2014.

Seither wurden 17000 Kubikmeter Beton in das Bauwerk gegossen und 3500 Tonnen Bewährungsstahl verbaut. Denn die zwei Röhren, eine große für die Staatsstraße S 183 und eine kleinere für den Pöbelbach, müssen einmal große Lasten tragen. Rund 28 Meter wird der Damm hoch und seine Krone 199 Meter lang sein. Sein Volumen umfasst 175000 Kubikmeter. Rund 400000 Tonnen Gestein werden bis zu seiner Fertigstellung aufgeschüttet. „Die Dammschüttung soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein, so dass in 2019 wir mit dem Probestau beginnen können“, informiert Bielitz.

Ralph Flemmig (l) und Eckehard Bielitz stehen am Pöbelbach

Ralph Flemmig (l.) und Eckehard Bielitz stehen am Pöbelbach. Der Bach fließt künftig durch den kleinen Durchlass im Betonbauwerk. Durch die große Röhre führt die S 183.

Quelle: Silvio Kuhnert

Das Augusthochwasser 2002 hat in den Tälern der Weißeritz große Schäden hinterlassen. Künftig soll das Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel einen wesentlichen Beitrag zum Schutz vor Überschwemmungen am Lauf der Roten Weißeritz leisten. Entlang dieses Flusses gibt es bis auf die Talsperre Malter kaum Stauraum, die Fluten nach Starkniederschlägen bremsen können. Am Oberlauf gibt es nur die Speicherbecken in Altenberg. Mit dem neuen Hochwasserrückhaltebecken können rund 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser im Einzugsgebiet der Roten Weißeritz zurückgehalten werden. Der neue und über einen halben Kilometer lange Stauraum am Pöbelbach soll die Talsperre Malter entlasten.

Im Hochwasserfall werden die Pöbelbachstraße und der Pöbelbach gekappt. Dann gehen in der Mitte des Durchlasses zwei Schütze runter. Die Wand im Straßenrohr besteht aus 40 Tonnen Stahl, die im Gewässer bringt zwischen 20 bis 25 Tonnen auf die Waage. Jeweils zwei, ein Normalverschluss und ein Notverschluss, werden von jeder Sorte im Stahlwerk gegossen. Ihre Anlieferung ist für Ende Sommer geplant. Im September soll das Durchlassbauwerk fertig sein. Danach beginnt die Dammschüttung. Dafür wird rund 200 Meter bachaufwärts aus dem Hang im künftigen Stauraum Gestein gebrochen.

Für den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Niederpöbel hat die LTV Gesamtkosten von rund 49 Millionen Euro veranschlagt. „Bislang sind keine grundsätzlichen Kostenabweichungen aufgetreten“, teilt Bielitz mit. Auch die Arbeiten liegen alle im Zeitplan.

Von Silvio Kuhnert

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