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Dschihad-Verdächtigem aus Dippoldiswalde wird doch der Prozess gemacht

Gerichtsentscheidung Dschihad-Verdächtigem aus Dippoldiswalde wird doch der Prozess gemacht

Samuel W., der im Herbst 2014 in den Heiligen Krieg gezogen war und Monate später freiwillig zurückgekehrt ist, muss sich nun doch vor Gericht verantworten. Das hat das Landgericht in Dresden entschieden.

Symbolbild
 

Quelle: dpa

Dippoldiswalde.  Samuel W. aus Dippoldiswalde muss sich nun doch wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor Gericht verantworten. Das hat das Landgericht in Dresden entschieden und damit auf eine entsprechende Beschwerde der Staatsanwaltschaft reagiert. W. sei der „Aufnahme von Beziehungen“ zur Begehung einer solchen Straftat „hinreichend verdächtig“, heißt es im Beschluss der Richter vom 9. März. Außerdem wurde das Hauptverfahren vor dem Amtsgericht Pirna eröffnet. Dagegen hatte der Vorsitzende Richter der entsprechenden Kammer in Pirna eine Zulassung des Falls zur Hauptverhandlung noch Ende Januar abgelehnt.

Wie Lorenz Haase, der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft mitteilte, ist das Landgericht überzeugt, dass der 22-Jährige damals „Beziehungen zu einer terroristischen Vereinigung“ aufgenommen hat. Ziel sei gewesen, "Sich in der Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat unterweisen zu lassen.“ Im Klartext: Das Gericht verdächtig Samuel W., dass er sich beim sogenannten Islamischen Staat (IS) zum Terroristen ausbilden lassen wollte. Wann nun gegen den jungen Mann verhandelt wird, ist noch offen. Diese Entscheidung hat das Gericht in Pirna zu treffen.

W. war am 7. September 2014 gemeinsam mit einem Freund nach Syrien aufgebrochen. Wochenlang gab es kein Lebenszeichen von den zwei Sachsen. Knapp zwei Monate später traf dann eine Internetnachricht von W.´s Freund Max P. ein. Der Werkzeugmacher deutete an, in der umkämpften nordirakischen Stadt Mossul gewesen zu sein und lobte den IS-Terrorstaat.

Auch die Polizei war inzwischen fündig geworden. Die Beamten hatten unter anderem ein Abschiedsvideo im Internet gefunden, auf denen Max P. sein Testament vortrug. Dabei kündigte der damals 19-Jährige auch an, in den Heiligen Krieg ziehen zu wollen. W. war parallel dazu bereits zum Islam übergetreten.

Während es zu Max P. aktuell keine Informationen gibt, stellte sich W. nach Kontakt seiner Familie noch 2014 in der Türkei. Kurz vor Weihnachten 2014 war er schließlich in Deutschland zurück. Ein Richter schickten ihn damals in Untersuchungshaft und begründete dies mit Fluchtgefahr. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde gegen den jungen Mann wegen des Verdachts ermittelt, dass er an Vorbereitungen für eine staatsgefährdende Straftat teilgenommen hat.

Von Christoph Springer

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