Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Druckguss Heidenau will Forschung und Entwicklung sowie das internationale Geschäft ausbauen

Druckguss Heidenau will Forschung und Entwicklung sowie das internationale Geschäft ausbauen

Nach dem überstandenen Insolvenzverfahren blickt Druckguss Heidenau (DGH) wieder optimistisch in die Zukunft. "Wir sind ein Unternehmen mit großem Know-How in komplizierten Druckgussverfahren", sagt Geschäftsführer Dr. Jürgen Bohn.

Seit Anfang dieses Jahres leitet er die Geschicke des Automobilzulieferers und hat auch schon eine Vision für die moderne Gießerei von Aluminiumteilen. "Wir wollen das Unternehmen international aufstellen und streben ein großes Wachstum an", kündigt Bohn an. Bei der Langen Nacht der Industrie ist der Betrieb mit Sitz an der Müglitztalstraße in Dohna das erste Mal mit von der Partie. "Wir wollen zeigen, wie es weitergeht", so Bohn.

Druckguss Heidenau hat schwierige Jahre hinter sich. Der Zulieferer von Druckgussteilen war infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Vor allem teure Altverträge schnürten dem Unternehmen die Luft ab. Im Sommer 2012 musste DGH Insolvenz anmelden. Im Frühjahr vergangenen Jahres übernahm die deutsche Beteiligungsgesellschaft Capital Management Partners (CMP) den Standort in Sachsen-Anhalt. Ende 2013 stand auch für die noch in der DGH Group verbliebenen beiden Betriebe in Dohna sowie den Standort Hof ein Investor bereit. Zu Beginn dieses Jahres haben die US-Unternehmen Oak Hill Advisors und OHorizons Global die Druckguss-Gruppe mit fast der gesamten Belegschaft übernommen.

Die Finanzinvestoren wollen Druckguss fit für die Zukunft machen. "In den nächsten drei Jahren werden 50 Millionen Euro investiert", berichtet Bohn. Davon fließen rund 20 Millionen Euro in den Standort Dohna und rund 30 Millionen Euro in den Betrieb in Hof. Das Geld wird in Maschinen und Technologie investiert. "Wir wollen sehr komplexe und komplizierte Gussteile produzieren, deren Produktion nur wenige beherrschen", sagt Bohn. Dabei möchte sich das Unternehmen auch in der Entwicklung und Forschung einen Namen machen. "Wir werden künftig kein reines Produktionsunternehmen mehr sein", so Bohn. Druckguss strebt Kooperationen mit der TU Dresden und der Bergakademie in Freiberg an. Gerade in den Bereichen Entwicklung und Forschung werde DGH das Personal mächtig aufstocken, kündigt Bohn an. Zurzeit zählt die DGH-Gruppe rund 700 Mitarbeiter.

Spezialisiert ist die Aluminiumgießerei auf die Herstellung von Getriebegehäuse und Motorenteilen. "In jedem zweiten VW, der auf Deutschlands Straßen fährt, ist ein Teil von uns drin", berichtet Bohn. Der VW-Konzern ist der größte Kunde. Dadurch ist Druckguss europaweit tätig. Darüber hinaus beliefert die Firma auch Audi, BMW, Daimler und Ford. Einzelne Teile fliegen oder fahren sogar über die Weltmeere. Das internationale Geschäft möchte Druckguss ausbauen. In den nächsten fünf Jahren soll sich der Umsatz verdoppeln. Schon heute liegt er im dreistelligen Millionenbereich.

Bei allem Wachstumsstreben, am Sitz der Unternehmenszentrale wird nicht gerüttelt. "Sie bleibt in Dohna", versichert der Geschäftsführer. Ein Blick in die dortigen Produktionshallen lässt einen mit alten Vorstellungen aufräumen. "Man denkt, in einer Gießerei ist es dunkel und schmutzig", meint Bohn. Doch bei Druckguss ist das Gegenteil der Fall. Das Gießereiverfahren ist voll automatisiert. Roboterarme holen die heißen Gussteile aus der Form und tauchen sie zum Auskühlen ins kalte Wasser. Danach geht es zur weiteren Bearbeitung und zum Feinschliff. "Wir verfügen über die größten und modernsten CNC-Maschinen", berichtet Bohn. Das Bedienen der Maschinen und die Qualitätskontrolle sind die Hauptaufgaben der Mitarbeiter in einer modernen Gießerei.

Das Unternehmen ging im März 1993 aus dem ehemaligen VEB Druckguss Heidenau hervor. Nach Investitionen im Müglitztal in den 90er Jahren wur- de 1999 im sächsisch-anhaltinischen Hoym ein Werk gegründet. Im Jahr 2006 kam Druckguss Hof zur Unternehmensgruppe. Dieser Standort ist bis heute Bestandteil von DGH, während für Druckguss Hoym 2013 während des Insolvenzverfahrens ein neuer Eigentümer gefunden wurde.

iAnmeldungen sind im Internet unter der Adresse www.langenachtderindustrie.de/standorte/dresden/anmeldung.html möglich. Da die Plätze limitiert sind, entscheidet bei Überbuchung das Los.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.04.2014

Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr