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Dorfchemnitz: Eine Kettensäge für jede Gelegenheit

Dorfchemnitz: Eine Kettensäge für jede Gelegenheit

Wenn seine Kettensäge zu heulen beginnt, dann formen seine Lippen ein seliges Lächeln. Gekonnt führt Dirk Born das röhrende Ungetüm durch den Eichenstumpen, zeichnet in Sekundenschnelle die filigranen Umrisse einer Eule in den Stamm.

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Dirk Born arbeitet mit Kettensäge und Tempo an einer Skulptur.

Quelle: Susann Schädlich

Zugegeben, der Freitaler hat ein recht eigenwilliges Hobby. "Speedcarving" nennt sich diese Art der Freizeitgestaltung: In Windeseile schnitzt Born mit der Kettensäge aus einem rohen Baumstamm eine kunstvolle Skulptur. Dabei ist er einer der besten seiner Zunft in Deutschland. Mit diesem Können wird der Dachdecker am Freitag und Sonnabend in Dorfchemnitz um den Titel "Deutscher Meister im Speedcarving" kämpfen.

Seine Leidenschaft für den Umgang mit der Kettensäge entdeckte Born 2010 im Moritzburger Wildgehege. "Da habe ich zum ersten Mal eine auf diese Weise geschnitzte Figur gesehen. Diese 'Saurotte' steht noch immer dort", erinnert sich der 33-Jährige. Von den Sauen war Born derart beeindruckt, dass er schließlich selbst zur Säge griff. "Mein erstes Werk war eine Eule, die war gar nicht so schlecht", meint der gebürtige Dresdner. Einmal Blut geleckt, konnte der Familienvater nicht mehr von der Säge lassen.

Die Handgriffe für das motorisierte Schnitzen hat sich der "Jungschnitzer", wie er sich selbst bezeichnet, allein beigebracht. Viele Holzblöcke mussten in den vergangenen vier Jahren seiner nicht ganz ungefährlichen Begleiterin weichen, bis Born die Tricks und Kniffe der Szene beherrschte. "Besonders wichtig ist zum Beispiel zu wissen, wie welches Holz auf die Säge reagiert. Das muss man eben einfach ausprobieren", gibt Born zu. Auch deshalb nennt der Dachdecker inzwischen zwölf Sägen sein Eigen, eben je eine für die passende Gelegenheit.

Ursprünglich war das, was heute "Speedcarving" heißt, die Schlechtwetter-Arbeit der Holzmacher. Seit 15 Jahren entwickelt sich das Holzraspeln auf Zeit aber immer mehr zu einer Mischung aus Sport und Kunst. Dabei werden tatsächlich 90 Prozent aller Schnitzarbeiten mit der Kettensäge durchgeführt, nur für die Feinarbeit Schleif- und Fräsaufsätze zur Hand genommen. Landauf, landab gibt es inzwischen Wettbewerbe, bei denen mal in 30 Minuten, mal in einer Stunde hölzerne "Rohlinge" in möglichst kunstvolle Skulpturen verwandelt werden müssen. Auch im europäischen Verband messen sich die Vertreter der eigentümlichen Kunst-Sportart regelmäßig. Die besten Speedcarver können inzwischen sogar von ihrer Schnitzkunst leben. Born arbeitet zwar noch immer als Dachdecker, bringt seine Kunstwerke aber ebenfalls gewinnbringend an den Mann.

Für die 4. Deutsche Meisterschaft am Freitag und Sonnabend in Blockhausen hat er sich, trotz seiner Erstteilnahme, viel vorgenommen. "Im oberen Mittelfeld würde ich schon gerne landen", gibt Born zu. Dabei wird den 16 Sägern aus ganz Deutschland einiges abverlangt: In vier Wettbewerben - zwei à 45, zwei à 60 Minuten - müssen sie eine Figur aus den Holzrohlingen zaubern. Dabei darf kein Motiv doppelt entstehen. Was Dirk Born für die Wettbewerbe geplant hat, will er noch nicht ganz genau verraten. "Nur so viel: Adler, Waldgeister und Fische werden dabei eine Rolle spielen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.10.2014

susann

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