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Dohna muss neues Bauland schaffen

DNN-Interview mit Bürgermeister Ralf Müller Dohna muss neues Bauland schaffen

Dohnas Bürgermeister Ralf Müller (CDU) zieht im DNN-Interview Bilanz für 2015 und gibt einen Ausblick auf 2016.

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Ralf Müller

Quelle: Silvio Kuhnert

Dohna. Bürgermeister Dr. Dohnas Bürgermeister Ralf Müller (CDU) zieht im DNN-Interview Bilanz für 2015 und gibt einen Ausblick auf 2016.

Frage. Herr Bürgermeister Dr. Müller, wie fällt Ihr Fazit für 2015 aus?

Dr. Ralf Müller: Es war ein gutes Jahr für Dohna. Die Wirtschaft läuft gut, was sich in sehr guten Gewerbesteuereinnahmen widerspiegelt. Wir haben viele Bauprojekte fertig stellen können. Die Stadt ist insgesamt gut aufgestellt. Auf der Brache der Fluorwerke hat die Altlastensanierung begonnen.

Welche Bauvorhaben konnten im vergangenen Jahr beendet werden?

Das größte Projekt ist ohne Zweifel das Rathaus. Nach rund zwei Jahren Bauzeit konnte die Verwaltung Anfang November in das Gebäude zurückkehren. Rund drei Millionen Euro hat die Stadt investiert, um das alte Rathaus zu erweitern und mit dem über 400 Jahre alten Nachbarhaus zu verbinden sowie den Brandschutz zu verbessern. Die Verwaltung und das Standesamt sind nun barrierefrei zu erreichen. Ein weiteres wichtiges Bauvorhaben war der Anbau an die Kindertagesstätte "Bummi". 2015 konnten wir zudem mit dem Vorhaben Schulhort beginnen. Mit dem Goldenen Hirsch kommt ein weiteres denkmalgeschütztes Gebäude in der Oberstadt so einer neuen Nutzung und Bestimmung zu.

Die Sanierung und der Umbau des alten Kinos bzw. Gasthofs Goldener Hirsch zur Horteinrichtung wird in diesem Jahr weiter auf der Agenda stehen?

Ziel ist Fertigstellung in 2016, und zwar zu Beginn des neuen Schuljahres nach den Sommerferien. Und aus heutiger Sicht werden wir es auch schaffen, wenn keine bösen Überraschungen dazwischen kommen. Bei Bauprojekten mit alter Bausubstanz geschehen immer Dinge, die man vorher nicht geplant hatte und auch nicht planen konnte. Der Bauzustand des Hauses war nicht besonders gut. Viele tragende Wände mussten entfernt werden sowie zwei Drittel des Dachstuhles. Beim Dach wollten wir ursprünglich nur ein Drittel erneuern.

Werden Sie im geplanten Kostenrahmen bleiben können?

Wir müssen die Investitionssumme sicher etwas nach oben korrigieren. Ich rechne mit einer Kostenerhöhung von drei bis zehn Prozent. Dies sehe ich bei einem rund 400 Jahre alten Gebäude nicht als kritisch an. Rund 3,1 Millionen Euro wird das Vorhaben bei einer 40-prozentigen Förderung durch den Freistaat kosten.

Welche Projekte stehen 2016 noch an?

Mit der Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes in Krebs wollen wir dieses Jahr beginnen. Für die ersten Maßnahmen sind die Planungen so weit gereift, dass wir bereits Fördermittel beantragen konnten. Die Förderbescheide werden hoffentlich in den kommenden Monaten eintreffen. Im Straßenbau stehen zwei Brückenbauwerke auf der Agenda: für die Schäfereibrücke in Röhrsdorf erwarten wir im Frühjahr den Förderbescheid, damit wir mit dem Bau loslegen können. Bei der Brücke Am Plan wollen wir die Planungen soweit voranbringen, dass wir dieses Jahr noch einen Fördermittelantrag einreichen können. In Gorknitz soll der ehemalige Gasthof abgerissen werden. In der Schule werden wir die Sanitärbereiche erneuern. Und das aus strategischer Sicht wichtigste Projekt ist die Änderung des Flächennutzungsplanes. Damit wollen wir 2016 beginnen und die Weichen für die weitere Entwicklung der Stadt in den kommenden 20 Jahren stellen. Fast alle Baulücken sind geschlossen.

Ist die Nachfrage nach Bauland groß?

Es besteht eine sehr große Nachfrage, vor allem aus Dresden. Aber es gibt kaum noch Flächen, auf denen wir über den jetzigen Flächennutzungsplan Baurecht sowohl für den Wohnbau als auch für Gewerbeansiedlungen schaffen können. Deshalb müssen wir den Flächennutzungsplan fortschreiben, um künftig wieder der Nachfrage entsprechend Bauland anbieten zu können.

Ein bestimmendes Thema war und ist die Asylpolitik. Jede Kommune im Landkreis soll entsprechend der Einwohnerzahl Flüchtlinge aufnehmen. Wie viele werden in Dohna noch untergebracht und kann die Stadt die geforderte Quote erfüllen?

Im vergangenen Jahr lebten bis zu 25 Flüchtlinge in Dohna, zurzeit sind es weniger als 20. Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten sicher noch weitere Wohnungen herrichten, so dass wir im Laufe des Jahres zwischen 50 und 60 Flüchtlinge unterbringen können. Wir werden uns aber nicht an dem vom Landkreis angestrebten paritätischen Verteilungssystem im vollen Umfang beteiligen können. Dazu fehlt uns der Wohnraum. Wir haben keinen Leerstand, auch keine Industriebrachen oder andere freie Flächen, die beispielsweise mit Wohncontainern bebaut werden könnten. Wir werden in Dohna die Unterbringung entsprechend unserer Möglichkeiten regeln.

Silvio Kuhnert

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