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Dirk Liebscher ist in Radebeul, Coswig und Moritzburg für den Brandschutz unterwegs

Dirk Liebscher ist in Radebeul, Coswig und Moritzburg für den Brandschutz unterwegs

Radebeul/Coswig/Moritzburg. Eine gemütliche Leseecke mitten im Schulhaus - eigentlich keine schlechte Idee, sollte man meinen. Dirk Liebscher sieht das ganz anders.

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Der Blick fürs Detail: Dirk Liebscher bei Sicherheitsprüfungen im Radebeuler Rathaus.

Quelle: Martin Förster

Er hält das Sitzensemble mit Sofa und Bücherregal für eine Gefährdung. "Flure und Treppenhäuser sind von Brandlast freizuhalten", sagt er ziemlich humorlos. Im Brandfall könnten sie den Flüchtenden wie der herbeieilenden Feuerwehr im Weg stehen oder selbst zum Brandherd werden und da hört für den Brandschutzbeauftragten Radebeuls der Spaß auf.

Seit einem halben Jahr ist der 38-Jährige mit den sogenannten Brandverhütungsschauen betraut. Das bedeutet, dass er Hochhäusern, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, größeren Geschäften, Gaststätten, Heimen, Hotels, Veranstaltungsorten und vielen anderen Gebäuden einen Besuch abstattet und nach Zuständen Ausschau hält, die im Brandfall gefährlich sein können. Das kann ein defekter Blitzableiter sein, ein verbauter Fluchtweg oder schlecht gewartete Feuerlöscher. Im Grunde ist er für alle Bauten zuständig, in denen viele Menschen zusammenkommen oder wo besonders gefährliche Stoffe lagern - eine nur schwer einzuschätzende Vielzahl. Das hat auch damit zu tun, dass der bisher zuständige Brandschützer im Landratsamt Meißen kaum die Übersicht hat behalten können. Ein Mann, der mehr oder weniger für den ganzen Landkreis zuständig ist, könne das nicht stemmen, deshalb sei man in die Initiative gegangen, sagt Radebeuls Sachgebietsleiterin für Ordnung und Sicherheit, Ines Schüttauf. Gemeinsam mit Coswig und Moritzburg hat die Lößnitzstadt Dirk Liebscher angestellt.

Radebeul zahlt mehr als die Hälfte des Jahresgehalts, Coswig rund ein Drittel, Moritzburg den Rest. In allen drei beteiligten Gemeinden ist man nun vor Bränden besser geschützt, meint Schüttauf. Liebscher ist Diplombauingenieur, zuletzt hat er als Verkehrsplaner gearbeitet. Seit 1992 ist er aktives Mitglied in der Feuerwehr, zuerst in Coswig, seit 2000 in Naundorf und Kötzschenbroda. Feuerwehrwissen und Bausachverstand, das sei eine gute Kombination, wie Liebscher und Schüttauf gleichklingend meinen. Als Feuerwehrmann hat er den Blick für brenzlige Situationen, weiß zum Beispiel aus eigener Erfahrung, wie schwierig es für die Retter ist, wenn sie sich durch völlig vernebelte "labyrinthartige Zugänge" zum Brandherd durchschlagen müssen. Und als Bauingenieur weiß er, was baulich möglich ist. Gerade wenn es darum gehe, praktikabel Verbesserungen vorzuschlagen, sei Wissen aus beiden Bereichen wichtig, meint Liebschers Chefin Schüttauf. Ziel ist es dabei immer, einmal ausgebrochene Brände möglichst klein zu halten und allen betroffenen Personen unbeschadet die Flucht zu ermöglichen.

Allerdings kann man von Liebscher keine Wunderdinge erwarten. "Es geht um Mängel, die augenscheinlich sind", sagt er. "Wir werden bei einer Besichtigung keine Wand aufstemmen." Zahnlos ist er dennoch nicht. Was er kritisiert, müssen die Eigentümer verbessern. Die Polsterecke ließ er etwa gleich aus dem Weg räumen. Bei baulichen Mängeln kündigt er eine Nachschau an, die zumeist acht Wochen nach dem ersten Besuch stattfindet. Wenn er dann nicht beobachten kann, dass ein Eigentümer wenigstens mit der Verbesserung begonnen hat, kann er Ersatzvornahmen oder eine Nutzungsuntersagung veranlassen.

So weit muss es allerdings nicht kommen. Liebscher will mit den Eigentümern, nicht gegen sie arbeiten, wie er sagt. Deshalb tut er sich für die angekündigten Besichtigungen auch mit anderen Sachverständigen zusammen, etwa mit einem von der Gewerbeaufsicht oder einem Experten für Arbeitsschutz. So geben sich bei den kontrollierten Gebäuden die Sachverständigen nicht ständig die Klinke in die Hand und können die Mängel in einem Rutsch erledigt werden.

Hofmann, Uwe

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