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Die Weißeritz steigt - Bangen in Freital

Die Weißeritz steigt - Bangen in Freital

Die Weißeritz steigt und steigt. Der Regen hört nicht auf. Allerdings nieselt es am frühen Nachmittag nur noch im Plauenschen Grund. Doch nach den Überlauf-Meldungen von der Talsperre Malter im Osterzgebirge, haben vieler Unternehmer im Gewerbehof der ehemaligen Felsenkeller-Brauerei Dresden Dölzschen ein "mulmiges Gefühl".

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Sandsäcke an Augenoptiker Pochert, Freital Dresdner Straße.

Quelle: Stephan Klingbeil

Einige von ihnen, sind seit den Morgenstunden oder schon seit dem Vorabend dabei, Keller und Erdgeschosse zu räumen. "Dass die Lage so ernst werden könnte, habe ich erst heute gegen Mittag erfahren", sagt Camillo Schulz von der dortigen Glaswerkstatt Körner Kunstbahnhof. Seine Kollegen und er verfolgen die Nachrichten und räumen das Erdgeschoss. Etwas höher, in der ersten Etage, ist Detlef Naumann von der Firma Ratschaisenträger zu Dresden e.K. auf dem Sprung.

Sorgen bereiten ihm die Fluten kaum. "Ich habe das Jahrhunderthochwasser 2002 überstanden, also überstehe ich auch das Hochwasser 2013", betont er. Von einer "kritischen Lage" habe er nichts gehört, sagt er trotzig. Die Stadt Dresden meldete gegen Mittag, dass die Weißeritz bei anhaltend starken Niederschlägen gegen Abend übertreten würde.

Die GO-Tankstelle in Dresden-Dölzschen am Stadtrand zu Freital liegt nur wenige Meter von dem Fluss entfernt. Dort richtet man sich schon am Vormittag darauf ein, jederzeit schließen zu können. Nur noch die Chefin ist vor Ort.

Am frühen Nachmittag sind nur wenige hundert Meter weiter, an Dresdner Straße in Freital-Potschappel, der Ortsdurchfahrtsstraße, sehr viele Geschäfte dicht. Auf der Straße sind kaum Leute zu sehen. Vor den Augenoptiker Pochert im Stadtteil Potschappel liegen Sandsäcke zum Schutz vor dem Hochwasser der Weißeritz.

Die Lage in Freital sei trotz Katastrophenalarm stabil, sagt Rathaussprecherin Inge Nestler. Feuerwehr, Stadt und Hilfskräfte seien jedoch weiterhin in Alarmbereitschaft. Regelmäßig fänden Krisenberatungen statt. Am Vormittag wurden bereits die Grund- und Mittelschulen Lessing- und Geschwister Scholl geschlossen, ebenso drei Kitas in Tallage. Eine Notbetreuung sei gewährleistet.

Das Weißeritzgynasium sei zudem heute und morgen dicht. Anwohner wurden von Ordnungsamtmitarbeitern über Lautsprecher darauf hingewiesen, ihre Autos in höheren Lagen umzuparken. Darüber hinaus ist die Dresdner Straße mittlerweile ab dem Bahnhof Freital-Hainsberg in Richtung Tharandt gesperrt. "Hier wurden Flutschutzwände entlang der Weißeritz aufgebaut", erklärt Inge Nestler.

Auch Anwohner wie Artjom Schwan haben ihre Wohnungen im Erdgeschoss geräumt. "Ich mach mir Sorgen", sagt der junge Freitaler. Regnet es weiter oder stärker wie in den vergangenen Stunden, wird ein Übertreten gegen Abend erwartet. Das hat auch Schwan gehört. "Jeder sagt da zur Zeit etwas anderes", sagt Geschäftsführer Uwe Polster vom Augenoptiker Polster. Er hörte zuletzt aus dem Rathaus, dass sich die Lage gegen Nachmittag entspannen soll.

"Zum Glück haben wir schon alles eine Etage über den Laden nach oben geräumt." Mit dem Nerven ist er am Ende. Dass seine Sachen wie 2002 bei dem Jahrhundertwasser alle davon schwimmen, will er sich nicht vorstellen. Die Hoffnung sterbe bekanntlich zuletzt. Derweil steigt die Weißeritz immer weiter an.

Stephan Klingbeil

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