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Die Teichwirtschaft Moritzburg geht optimistisch in die neue Saison

Die Teichwirtschaft Moritzburg geht optimistisch in die neue Saison

Nur ganz kurz lassen sie sich sehen. Kaum aufgetaucht, sind die Karpfen schon wieder weg. Etliche Exemplare der beliebten Speisefische schwimmen seit ein paar Tagen in den Halter-Becken der Teichwirtschaft Moritzburg GmbH in Bärnsdorf herum.

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Fischwirtschaftsmeister Henry Lindner ist Geschäftsführer der Teichwirtschaft Moritzburg. Er zeigt einen der ersten Karpfen, die jetzt gefischt worden sind. Der Betrieb bereitet sich auf die Saison vor. Noch vor zwei Wochen waren alle sieben Becken der Anlage leer, sie wurden desinfiziert. Nun tümmeln sich dort vor allem Karpfen.

Quelle: Martin Förster

Radeburg. Von Stephan Klingbeil

Die ersten drei von 21 Teichen sind jetzt abgefischt. Die acht Mitarbeiter des Betriebs aus dem Radeburger Ortsteil bereiten sich auf den Auftakt der Saison vor. Diese dauert von September bis April und beginnt am Sonnabend mit einem Hoffest auf dem Firmengelände.

Drei Tonnen Karpfen, Schleie und kleinere Fische haben die Fischwirte dazu aus dem Luisenteich, Silberwiesenteich und Bauernteich geholt - auch Moritz III. haben sie sich geangelt. Namen verpasst Geschäftsführer Henry Lindner den Fischen eigentlich nicht. Bei einem stolzen Wels von über 1,5 Meter Länge mache er aber eine Ausnahme. "Das ist ein Schauwels, den wir extra gezüchtet haben", sagt der 33-Jährige. "Wir hatten ab und an schon so einen Fang, aber das letzte Mal war der Wels zu klein." Das Tier hätte man daher nicht geschlachtet.

Schauwels Moritz III. steht jedoch ein anderes Schicksal bevor. Schon bald soll er in die große blaue Badewanne rein, die gestern noch auf einem Lkw im Hof stand. Zum Fest am Sonnabend ist er die Attraktion für Besucher. Vor allem Kinder würden sich freuen, wenn sie so einen Wels anfassen dürfen. Noch schwimmt dieser seine Runden in einem der Bärnsdorfer Becken. Wie die anderen Tiere soll auch er runter kommen, genug Zeit bekommen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Die Karpfen sind hier in der Überzahl. Die grün-gelben Speisefische machen mit rund 90 Prozent den Hauptanteil der Produktion bei der Teichwirtschaft aus.

Die Tiere stammen in der Regel aus der Aufzuchtanlage im Röderauer Ortsteil Koselitz. Im März werden die Tiere ausgesetzt in den Gewässern der Moritzburger Teichlandschaft, gedeihen über den Sommer. Im Herbst werden die etwa zwei bis drei Jahre jungen Weibchen und Männchen gefischt - vor der Geschlechtsreife, die mit etwa vier Jahren anstünde. Danach würden diese Fische nicht mehr so schnell ansetzen. "Zu fett dürfen sie aber auch nicht sein", sagt Lindner. "Das wollen die Kunden nicht." Deshalb werden die Tiere nicht mit Mais gefüttert, sondern mit Getreide - wie immer. Die Karpfen würden so auch diese Saison schmecken wie in den vielen Jahrzehnten zuvor.

Die Moritzburger Teiche gibt es seit mehr als 500 Jahren. Seither werden sie zur Fischzucht verwendet. Lindner und sein Team bewirtschaften gegenwärtig 22 Teiche mit einer Wasserfläche von insgesamt 3,4 Millionen Quadratmetern.

Der obere Waldteich wurde jedoch nicht genutzt. Er diente zum Beispiel dazu, dass der untere Waldteich mehr frisches Wasser und somit auch mehr Sauerstoff bekommen hat. Denn über den Sommer gab es wieder einmal viele Grünalgen dort. Doch das Problem wurde gelöst. Und mit Einbußen rechnet Lindner nicht.

Davon hätte man aber im Frühjahr nicht ausgehen können. Otter und Kormorane hätten jeden Tag rund 300 Fische gefangen, und zudem mehrere Tiere bei ihrer Jagd verletzt. Doch das Problem habe sich von alleine gelöst. Denn etliche Kormorane, die zum Brüten fortflogen, seien nicht zurück gekehrt.

Daher konnten viele Karpfen, Zander, Hecht, Barsch, Schleie und Stör in den terrassenartig angelegten Teichen aufwachsen. 150 bis 170 Tonnen davon wollen die Bärnsdorfer Fischwirte auch diese Saison verkaufen. Ob das klappt, würden sie Lindner zufolge erst nach den alljährlichen Saisonhöhepunkten, Weihnachten und Silvester, wissen. Denn bis dahin sei der Großteil verkauft.

Der Fisch gehe meist an Gaststätten in der Region, allerdings auch nach Rostock, Hamburg oder München. Oft kämen außerdem Gäste direkt vor Ort vorbei, um sich Fisch zu kaufen. Sie werden wahrscheinlich auch in diesem Jahr zirka 5,50 Euro pro Kilogramm zahlen. Für Großabnehmer seien die Preise jedoch niedriger. Sicher, es gebe einen Preisdruck, bestätigt Lindner. Verkaufen um jeden Preis - das machen die Bärnsdorfer allerdings nicht. Fische, die nicht geschlachtet werden, setzen sie wieder zurück in den Teichen aus.

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Die Teichwirtschaft Moritzburg m Radeburger Ortsteil Bärnsdorf startet am Sonnabend, dem 1. September, in die neue Saison. Zum Auftakt veranstalten die Fischwirte ein Hoffest auf den beiden Arealen des seit Jahrzehnten dort angesiedelten Betriebs.

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Um 10 Uhr beginnt das Fest an der Bärnsdorfer Hauptstraße. Dann wird der Schauwels Moritz III. präsentiert. Gäste können ihn dann auch berühren.

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Kahnfahrten werden darüber hinaus auf dem am Firmengelände gelegenen Groß-Teich von Moritzburg angeboten. Man könnte daran einen Ausflug zur Anlage des Fasanenschlösschens mit Leuchtturm anschließen. Bis 16 Uhr gibt es aber noch andere Angebote. So wird vor Ort Fisch zubereitet, es gibt Fischsuppe und andere Spezialitäten. Ein Bierwagen ist aufgebaut und ein Festzelt. Zudem gebe es Spiel und Spaß für Kinder. Um 11 und 13 Uhr bietet Fischwirt Henry Lindner Führungen über das Firmengelände an.

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Nicht zu Verwechseln st das Bärnsdorfer Fest jedoch mit dem Fisch- und Waldfest in Moritzburg. Das Volksfest findet erst am 27. und 28. Oktober statt. Das Abfischen des Schlossteiches zieht dort jedes Jahr Scharen von Besuchern an. Skl

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.08.2012

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