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Die Straßenretter von Cunnersdorf - Bürgerinitiative sorgt für intakte regionale Straßen

Die Straßenretter von Cunnersdorf - Bürgerinitiative sorgt für intakte regionale Straßen

Der Blick von Michael Wendelin streift zufrieden über den Asphalt am Ortseingang Cunnersdorf. Fast aalglatt schlängelt sich die K 8742 nach Papstdorf durch die raue Landschaft.

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Straßenbau im Blick: Heike Arko, Dieter Gemser und Michael Wendelin (v.l.) von der Bürgerinitiative "Straßen rund um Cunnersdorf".

Quelle: Marko Förster

Cunnersdorf. "Diese Straße ist inzwischen richtig gut in Schuss", sagt der 72-Jährige. Innerhalb von nur fünf Wochen wurde sie im vergangenen Frühjahr komplett saniert.

Die einwandfreie Straße ist das Ergebnis harter Arbeit. Mit vier weiteren Cunnersdorfern machte sich Wendelin für den Ausbau der Routen von Königstein bis ins Bielatal stark. Bis vor Kurzem dominierten hier aufgebrochener Asphalt und notdürftig geflickte Schlaglöcher das Straßenbild. 2009 rief er deshalb die Bürgerinitiative "Straßen rund um Cunnersdorf" ins Leben. Mit Erfolg: Mehrere Asphaltpisten um den Ort sind inzwischen in einem sehr guten Zustand.

Alles begann 2009 mit einem Dorffest, auf dem Michael Wendelin mit der Familie Arko, den Betreibern der Landbäckerei Schmidt, ins Gespräch kam. Schon damals dachte Wendelin: "Die Gegend darf nicht einfach so verkommen". Bäckerei-Inhaber John Arko konnte dem nur beipflichten: "Jedes Jahr haben die Holperpisten an unseren Fahrzeugen für die Fahrten zu den Bäckerei-Filialen in der Region Schäden im Wert von 30 000 Euro hinterlassen", sagt er.

Doch anstatt zu jammern, nahmen die Cunnersdorfer die Sache in die Hand. Sie starteten eine Unterschriftenaktion zur Sanierung der Straßen und wandten mehrere Briefe an den Landrat und später an Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU). Bei der Staatskanzlei fruchtete die Initiative: Am 27. August 2009 kam der erste Vorort-Termin zustande. Vertreter der Verwaltung wollten sich selbst ein Bild von der Straßensituation machen. "Die haben ziemlich schnell eingesehen, dass sie unsere Region seit den Neunzigern vernachlässigt haben", erläutert Wendelin. Unfallrisiken und das Imageproblem für die Touristenregion waren nicht mehr von der Hand zu weisen. Bald fiel der Entschluss, die Straßen in Ordnung zu bringen. Zwischenzeitlich kamen Bürgerinitiative und offizielle Vertreter regelmäßig zu Besprechungen und Ortsbegehungen zusammen - erst halbjährlich, später einmal im Jahr. "Das hat alles einwandfrei geklappt, die Behörden haben uns immer gut behandelt", sagt Michael Wendelin.

Die Anstrengungen der Bürgerinitiative trugen bald Früchte: Schon 2010 ging es der S 169 zwischen dem Abzweig nach Bielatal über Cunnersdorf an den Kragen. Auch die Verbindung durch den Rietzschgrund ist inzwischen schlaglochfrei. In Rathmannsdorf und durch das Bielatal rollt der Verkehr ebenfalls wieder einwandfrei. Derzeit wird die S 169 zwischen Königstein und Cunnersdorf, die sogenannte Talstrecke, generalüberholt. Dort werden die Ufermauern und die Straße bis Oktober 2014 erneuert.

"Die Bürger in die Behördenarbeit einzubeziehen, ist wichtig", erklärt Florian Schaefer, Sprecher des sächsischen Wirtschaftsministeriums. Dennoch betont er, dass die Entscheidung nicht dem Bürger obliege, welche Straßen gebaut würden, sondern der Verwaltung. "Nicht wer am lautesten kräht, findet auch am schnellsten Gehör", erklärte er. Die Wünsche der Cunnersdorfer hätten aber den Prioritäten des Landesverkehrsplans für Straßenbau entsprochen. Diesem zufolge habe der Erhalt alter Routen Vorrang vor dem Bau neuer Straßen. Diesem Grundsatz seien die Vorschläge der Arbeitsgruppe gefolgt.

Laut der Arbeitsgruppe ist ein siebenstelliger Betrag in die Straßen geflossen. Insgesamt haben Wendelin und seine Mitstreiter die Sanierung von acht Straßen rund um Gohrisch auf den Weg gebracht. "Die Verbindung zwischen Krippen und Kleinhennersdorf muss noch gemacht werden", sagt Wendelin, "ich bin zuversichtlich,"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.06.2014

Susann Schädlich

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