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Die Puhdys kommen auf ihrer Abschiedstour demnächst auch nach Freital

Die Puhdys kommen auf ihrer Abschiedstour demnächst auch nach Freital

Knapp 45 Jahre nach ihrem ersten Konzert haben die Puhdys für Ende 2015 ihre Trennung bekannt gegeben. Beim Gründungsmitglied Peter "Eingehängt" Meyer (74) rollen trotzdem keine Tränen.

Schließlich steht noch eine lange Abschiedstour bevor. Maurice Wojach gab er ein Interview.

Was sagt man einer Band, die sich nach 45 Jahren trennt? Wäre eine Beileidsbekundung angemessen?

Besser nicht. Unsere Abschiedstour kommt ja erst noch. Manche werden über das Ende sehr traurig sein - andere dagegen froh.

Aber bei Ihnen melden sich jetzt bestimmt viele Freunde. Hat Ihr Kumpel, der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke, schon angerufen?

Nein, noch nicht. Wir haben aber auch sonst viele Freunde, die jetzt mit uns traurig sind. Eine Verkäuferin bei mir um die Ecke war ganz geschockt und fragte, ob das wirklich wahr ist.

Wie haben Sie es ihr erklärt?

Irgendwann musste es ja so weit sein. Wir sind nicht mehr die Jüngsten. Schon 1984 wurden wir gefragt, wie lange wir noch machen. So entstand der Songtext: "Es ist keine Ente, wir spielen bis zur Rockerrente."

Wie soll sie denn aussehen, die Rockerrente?

Ich habe nie Langeweile. Mein Haus liegt am Müggelsee in Berlin. Da fahre ich mit meinem Motorboot aufs Wasser. Ich muss gar keinen Urlaub machen.

Der Abschied der Band ist ja auch nicht der erste.

Stimmt, wir hatten 1988 beschlossen, ein Jahr später eine Abschiedstour zu machen. Irgendwie drehten wir uns im Kreis. Wir hatten in 20 Jahren 15 Millionen Platten verkauft und 20 Länder bereist. Damals haben wir uns gefragt: Was sollte da noch kommen?

Und - was kam?

Die Wende. Viele Leute fragten uns, warum wir nicht wieder spielen. Wir waren davor viel im Westen unterwegs gewesen und fanden es spannend, in dieser neuen Zeit mitzumischen.

Manche Musiker kamen mit dieser neuen Zeit nicht zurecht.

Ich weiß, aber wir sind nicht in dieses kulturelle Loch gefallen. Andere hatten das Problem, dass es manche Konzertveranstalter nicht mehr gab. Als wir 1992 wieder auftraten, ging es aber gleich richtig los. Das war in einem kleinen Ort bei Dresden. Der Veranstalter rechnete mit 800 Leuten und es wurden mehrere Tausend. Keiner hat gemeint: "Hört auf mit dem Ost-Scheiß". Ganz im Gegenteil, die sagten, unsere Lieder waren gut und sind es noch immer.

Was Ihnen den Vorwurf einbrachte, auf der Ostalgiewelle zu schwimmen.

Das hat zwei Seiten. Als Ostband haben wir auch Nachteile. Jüngst hat eine große Zeitung in allen Ausgaben im Osten über uns berichtet, aber in der Berliner Ausgabe nicht, weil die glauben, in Westberlin kennt uns keiner. Dabei haben wir schon Anfang der 80er als Hauptband in der Berliner Waldbühne gespielt. Andererseits gibt es auch Vorteile: Wir haben nun mal unsere Wurzeln im Osten, und viele, die das mit uns teilen, erkennen sich bei uns wieder.

Sie sagen über sich, Sie seien harmoniesüchtig. Gab es trotzdem Streit über das Ende der Band?

Nein, es gab keinen Krach. Aber umso näher der Abschied rückt, umso schwerer wird es auch für uns werden. Ich erinnere mich an unseren ersten Abschied 1989. Da flossen vor, aber auch auf der Bühne Tränen.

Dieses Mal soll der Abschied endgültig sein. Wo wäre der beste Ort dafür?

Damals hatten wir ein großes Konzert im Westen und eines im Osten. Magische Orte für uns sind Freiberg in Sachsen, da hat 1969 für uns alles angefangen, und natürlich Berlin. Wenn alles klappt, soll unser letztes Konzert nächstes Jahr am 31. Dezember in der Arena am Ostbahnhof in Berlin sein. Und dann ist Schluss.

Dabei wollten Sie doch, bevor Sie aufhören, ein Konzert zusammen mit den Rolling Stones in Peking spielen?

Ja, das habe ich mal gesagt. Unsere Tour geht bis Ende 2015. Das kann also noch klappen. Aber natürlich nur, wenn die Rolling Stones noch so lange durchhalten.

Was würden Sie gerne über sich im Rocklexikon lesen?

Es gibt ja schon einige Einträge. Da steht zum Beispiel: die populärste Band aus Ostdeutschland. Und dann steht da noch: Die Band hat sehr viel zur Entwicklung der deutschen Rockmusik beigetragen. Und genau das ist doch schön.

Auf ihrer Abschieds-Tour rocken die Puhdys am 26. Juni, ab 21 Uhr, im Freizeitzentrum Hains, An der Kleinbahn 24 in Freital. Tickets gibt es ab 29,10 Euro auf www.hmg-concerts.de oder unter der Telefonnummer 0351/4 84 87 99. Zwei weitere Konzerte in der Region finden am 23. und 24. Mai 2015 auf der Hutbergbühne in Kamenz statt. Karten gibt es auf www.eventim.de und in allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.07.2014

Maurice Wojach

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