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Die Pirnaerin Katharina Spaniel spielt in „Ein Käfig voller Narren“ mit

Staatsoperette Dresden Die Pirnaerin Katharina Spaniel spielt in „Ein Käfig voller Narren“ mit

In der Neu-Aufführung des Welterfolgs-Musicals „La Cage aux Folles“ an der Staatsoperette Dresden spielt die Sopranistin Katharina Spaniel aus Copitz Madame Marie Dindon, die spießbürgerliche Ehefrau an der Seite eines erzkonservativen Politikers und Sittenwächters. Zum Schluss ist sie als Showgirl im Travestie-Club außer Rand und Band.

Die Pirnaerin Katharina Spaniel spielt an der Staatsoperette Dresden Madame Dindon in „La Cage aux Folles“ (Ein Käfig voller Narren).

Quelle: Daniel Förster

Pirna/Dresden. Katharina Spaniel bleiben hinter der Bühne nicht einmal anderthalb Minuten Zeit. Und dann ist die Operettensängerin aus Pirna wie ausgewechselt. Nicht nur optisch, sondern auch vom Wesen her gibt sie einen völlig anderen Menschen. „Dann breche ich aus und lasse die Hüllen fallen“, sagt sie. Im weißen, glitzernden Korsagenkleid, einen schwarzen Federpuschel auf dem Kopf stolziert sie elegant in High Heels die Showtreppe hinab. Durch eine großmaschige Strumpfhose zeigt sie viel Bein. „Nur in dieser Aufmachung gelingt es uns, dem Nachtclub zu entfliehen.“ Im blauen Scheinwerferlicht flippt sie aus und räkelt sich grazil. Der Conférencier kündigt sie dem Publikum als Star der Zukunft an. Die „Sirene für alle Jahreszeiten“ bekommt vom Publikum frenetischen Applaus.

In der Neu-Aufführung des Welterfolgs-Musicals „La Cage aux Folles“ (Ein Käfig voller Narren) an der Staatsoperette Dresden spielt die Sopranistin aus Copitz Madame Marie Dindon, die spießbürgerliche Ehefrau an der Seite des erzkonservativen Politikers und Sittenwächters Edouard Dindon. Zum Schluss – man staunt – ist sie als Showgirl im Travestie-Club außer Rand und Band. „Es ist eine grandiose Rolle, die mir liegt und mit der ich gut zurechtkomme“, sagt die Künstlerin. „Als mir die Intendanz sie angeboten hatte, war ich sofort Feuer und Flamme.“ Für die klassische Sängerin ist das eine Ehre und nach einiger Zeit, auch „mal wieder eine größere Rolle“, die vor allem ihr schauspielerisches Talent fordert. „Mir gefällt es, aus dem Schatten des Chores herauszutreten“, sagt sie.

Erst ernst und völlig bieder, dann schrill und völlig losgelöst und immer ein Lächeln auf den Lippen gibt sie sich im zweiten Teil nach der Pause auf der Bühne. „Es macht Spaß. Ich schlüpfe gern in die Figuren. Gerade Kostüm und Maske helfen mir dabei, sie schnell zu verkörpern“, erzählt Spaniel. Zunächst erscheint die 42-Jährige aus Copitz als doch sehr unterdrückte Politiker-Gattin mit devoten Zügen, die unter ihrem ziemlich groben Ehemann leidet, aber in der Öffentlichkeit Haltung bewahrt und so den Schein wahrt. Durch eine gewisse Aufmüpfigkeit blitzen schnell Risse in der bürgerlichen Fassade. Später ist sie eine Frohnatur, die als Nachtclub-Girl verkleidet, die Puppen tanzen lässt. Vor allem Letzteres ist ihr wie auf den Leib geschrieben. „Wer mich kennt, weiß, dass ich privat auch eher ein fröhlicher Mensch bin und zur Ulknudel neige“, so Spaniel. Ein Punkt, der ihr wahrscheinlich auch zu der Rolle verhalf.

Und doch musste sich die Mutter zweier Kinder erst daran gewöhnen, eine Showdiva zu sein: „Die Attitüde musste ich mir erst einmal erarbeiten.“ Eine Herausforderung war auch die Kleidung. „Ich bin eher ein sportlicher Typ. Zu Hause trage ich weder eine Korsage, noch High Heels. Gerade mit den Schuhen und ihren so richtig hohen Absätzen habe ich oft das Laufen geübt. Um nicht zu stürzen, muss ich meine Füße ganz anders belasten.“ Zwei Ankleiderinnen und eine Maskenbildnerin helfen ihr in Sekundenschnelle sich zu verwandeln. Sobald sie ihren grauen Hosenanzug abgelegt hat, helfen ihr die Kollegen Backstage die Korsage anzulegen und festzuschnüren. „Ganz nebenbei bekomme ich die Haare gestylt und neues Make-up.“ Auch das wurde geübt, bis jeder Handgriff sitzt. Inzwischen ist das Routine. „Mit jeder Probe und jedem Auftritt bin ich ein Stück gewachsen“, berichtet die Sängerin.

Der Stress vor der Premiere Ende Januar ist inzwischen verflogen. In anderen Stücken „tanzt“ sie nicht aus der „Chorreihe“ und singt „brav“ im Ensemble. Der Ausflug ins Rampenlichts hat Spaniel neu inspiriert. Ihre Idee: „Ich würde gern mal bei Tom Pauls in seinem Theater auftreten – einen Soloabend geben oder auch vielleicht auch mit ihm gemeinsam“, wünscht sie sich. Und das dürfte nicht ganz aussichtslos sein. Beide haben bei „My Fair Lady“ gemeinsam in der Staatsoperette auf der Bühne gestanden. „Wir kennen uns gut.“ Vielleicht klappt es ja mal. „Das wäre schön“, meint Spaniel.

„La Cage aux Folles“ (Ein Käfig voller Narren) an der Staatsoperette Dresden (Pirnaer Landstraße 131, Dresden), Termine: Sa, 20.2., 19:30 Uhr, So, 21.2., 15 Uhr, Di, 23.2., 19:30 Uhr, Mi, 24.2., 19:30 Uhr; Kartenbestellungen: Theaterkasse per E-Mail besucherdienst@staatsoperette-dresden.de, per Fax (0351/ 207 99 37) oder telefonisch (0351/ 207 99 99)

Von Daniel Förster

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