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Die Landesbühnen Radebeul sind vom 15. bis 29. März Gastgeber der 16. Deutschen Landesbühnentage

Die Landesbühnen Radebeul sind vom 15. bis 29. März Gastgeber der 16. Deutschen Landesbühnentage

"Wenn man nicht an seine Grenzen stößt, hat man was Wesentliches nicht erlebt." Intendant Manuel Schöbel brachte es gestern druckreif auf den Punkt, woraus er und das Ensemble der Landesbühnen Sachsen die immense Energie beziehen, um von Radebeul aus in den sächsischen Kulturraum (und sogar darüber hinaus) zu wirken.

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"Sister Class" der Landesbühne Rheinland-Pfalz wird mit prominenter Besetzung aufwarten: Katja Ebstein, hier mit Pianist Stefan Kling.

Quelle: Friedhelm Schulz

In der zweiten März-Hälfte gönnen sich die Theaterleute und die Elblandphilharmonie eine Art Kunstpause und spielen mal Gastgeber. Ausruhen bedeutet das natürlich nicht, sondern nur eine kräftige Steigerung des Energiepotentials. Denn die Landesbühnen Radebeul werden vom 15. bis zum 29. März die 16. Deutschen Landesbühnentage ausrichten und ihre Partnerensembles von Schleswig-Holstein bis Schwaben in Sachsen beherbergen.

Insgesamt 20 Landesbühnen sind unter dem Dach des Deutschen Bühnenvereins zusammengefasst. Seit 1983 - damals freilich noch ohne die ostdeutschen Ensembles - treffen sie sich aller zwei Jahre zu einer Art künstlerischer Leistungsschau. Dieser Austausch mag ungeheuer fruchtbar für die Beteiligten sein, doch vor allem bietet er dem Publikum vor Ort eine sonst kaum zu erlebene Breite des theatralen Angebots. Wer würde schon zur Philip-Glass-Oper "Der Untergang des Hauses Usher" (nach E.A. Poe) eigens ans Theater Hof fahren, wer ans Schlosstheater Neuwied, um dort Katja Ebstein als Schwester Marie Claire in Alex Hirschs "Sister Class" zu erleben? All dies wird uns nun quasi vor der Haustür serviert, selbst eine Heavy-Metal-Oper gehört zum Programm. Die Komponisten Erez Yohanan und Kobi Farhi haben "Kanaan. Die Geschichte Abrahams" komponiert, das altbiblische Stück modernen Musiktheaters kommt vom Landestheater Schwaben aus Memmingen nach Sachsen.

Natürlich wollen sich auch die hiesigen Landesbühnen als würdige Gastgeber erweisen und präsentieren neben dem 5. Philharmonischen Konzert der Elblandphilharmonie (mit Mozarts A-Dur-Klarinettenkonzert in Klezmer-Bearbeitung und der 7. Sinfonie von Allan Petterson) einen Querschnitt aus dem Repertoire. Große Oper wie Verdis "Maskenball" steht da neben der erst jüngst herausgekommenen Komödie "Dinner für Spinner" von Francis Veber sowie einer neuen Premiere, die Operndirektor Jan Michael Horstmann inszenieren wird. In diesem Musikdrama des schottischen Komponisten James MacMillan geht es um die Fortpflanzung des Menschen durch Zellteilung unbefruchteter (!) Eizellen. Jungfern in der Tierwelt machen es vor, daher trägt das Stück für Sopran, Bariton, eine Schauspielerin und Instrumentalensemble auch den Titel "Parthenogenesis". Es kommt im Gymnasium Luisenstift heraus und schlägt damit den Bogen zu einem wesentlichen Aspekt, der Manuel Schöbel zwar sowieso am Herzen liegt, zu den Landesbühnentagen nun aber nochmal besonders hervorgekehrt werden soll: Jugendarbeit und Nachwuchspflege.

Folglich sind in diesem Theatertreffen mit zwei gesonderten Symposien von Theaterpädagogen der deutschen Landesbühnen sowie einer Arbeitsgruppe der Dramaturgischen Gesellschaft zusätzliche Schwerpunkte gesetzt, die vom energetischen Potential des Festivals einerseits zehren, andererseits aber auch für Nachhaltigkeit sorgen sollen. Neben dem reinen Theaterspiel geht es immer auch um die Vermittlung von Theater. Gleich neun Bühnen werden dazu eine weitere "Invasion" ausüben und mit ihren Produktionen und ausgesuchten Workshops die Klassenzimmer stürmen. Mit dabei sind neben einer "Theater-Erfindung" von der Jungen Landesbühne Niedersachsen Nord eine westfälische Mark-Twain-Adaption von "Huck Finn" ebenso wie Goethes "Faust", Teil 1, aus dem mecklenburgischen Parchim. Schultheatertage sollen in Böhlen sowie in Freital junge Theatergier wecken.

Die 16. Deutschen Landesbühnentage versprechen Theater für die ganze Familie und finden überwiegend im Radebeuler Stammhaus statt. Es gibt jedoch auch Ausflüge nach Großenhain, Meißen und Wehlen sowie auf Burg Hohnstein zu einer Werkschau des neuen "Odyssee-Projektes". Angeregt werden Diskussionen über Weltoffenheit, alles in allem dürfte die gesamte Region durch dieses von Mitteln des Kulturraums geförderte Treffen und der damit verbundenen Kulturschwemme nur bereichert werden.

Um es dem Publikum so günstig wie möglich zu machen, den Spielraum einer solchen Begegnung der Bühnenkünste auch zu erfahren, gibt es einen Festivalpass, der für nur 25 Euro den Besuch von fünf Veranstaltungen der Theatertage ermöglicht. Zudem lohnt es sich, die Tickets vorab zu erwerben, denn sie gelten im gesamten VVO-Verbund als Fahrschein. Günstiger kann man kaum Energie tanken.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.02.2015

Michael Ernst

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